(openPR) Am Freitag, den 16. April 2010 (19:00 bis 22:00 h) eröffnet die Galerie Heinz-Martin Weigand die Einzelausstellung mit Nina Childress: Die grüne Kammer.
Ausstellungsdauer: 17. April bis 26. Juni 2010
Die Galerie Weigand stellt in der kommenden Ausstellung Arbeiten der Pariser Künstlerin Nina Childress vor. „Die grüne Kammer“ ist ihre erste Einzelausstellung in Deutschland.
Childress beschäftigt sich in ihrer Malerei mit der Darstellung von Klischees, wie sie häufig in populären Zeitschriften und Magazinen verhandelt werden. Sie besitzt einen umfassenden Fundus an Zeitungsfotos, die sie als erste Vorlage für die Gemälde verwendet. Ihre Bilder sind voller Anspielungen, appelliert sie doch mit diesen medialen Bildern an das kollektive Gedächtnis einer ganzen Generation. Jedoch verharrt sie nicht an der glatten Oberfläche, sondern thematisiert auch das Mystische, Abgründige, das dieser idealisierten Medienwelt innewohnt.
In dieser Ausstellung bildet die Farbe Grün einen übergeordneten Spannungsbogen.
Grün taucht in allen Nuancen und Formen in den Räumen auf, gipfelnd in der „grünen Kammer“, deren Wände grell neonfarben tapeziert wurden. Synchron dazu verläuft auch die Dramaturgie der Gemälde als eine ansteigende Reizung.
Betritt man die Ausstellung, so trifft man zuerst auf eine Situation, die thematisch um Begriffe wie Heimat und vermeintliche Idylle kreist. Die Bildmotive erscheinen bekannt aus Filmen oder Zeitungen. Die Titel und teilweise "gepixelt" gemalte Bildausschnitte unterstreichen diese Referenz.
Nina Childress zeigt hier harmlose Landschaftsmotive in alter Postkartenoptik, ein Winterszenario, das in eine typische Strandidylle übergeht. Es gibt rustikale Interieurs, Filmstills aus einem 50er Jahre Film, fröhliche Witwen in poppigem Ambiente. Auffällig ist in diesem Raum die Hängung.
Die Künstlerin interessiert sich sehr für die Auslotung der natürlichen Grenze der Leinwand. Sie arbeitet deshalb häufig in Form von Polyptychen, deren assoziatives Potential sie sehr schätzt.
Mal dient der Leinwandrand als motivischer Trennstreifen, mal als Raumteiler, wie in „Intérieur rustique“, wo die Ränder eine Wandkante innerhalb des Bild beschreiben.
Das Triptychon „Heimat“ funktioniert in horizontaler Trennung, die Einzelszenen sind wie im filmischen Ablauf übereinander geschaltet.
Im zweiten Raum hängen kleine Formate, die den Raum optisch vergrößern und relativ leer erscheinen lassen. Eine Wand ist mit einer figurativ bezeichneten Tapete verkleidet.
Als Thema in den Gemälden taucht hier ein weiblicher Akt - das grüne Mädchen auf.
Es bleibt anonym, den Kopf unter einer Plastiktüte verborgen. Diese Szene - in vierfacher Variation seriell gehängt - spielt auf den Mythos des verfluchten Künstlers an und auf Künstler, die im Laufe ihrer Karriere Selbstmord begangen haben. Ein weiteres Motiv ist der Schwan, eine symbolgeladene Figur, die von der Künstlerin als phallische und erotische Form gelesen und gemalt wird, in konträrer Anspielung zu der griechischen Mythologie der Leda.
Eine leuchtende Öffnung führt zur grünen Kammer, dem farblichen Höhepunkt der Ausstellung. Darin sind vier kleinformatige pornographische Gemälde gehängt, auf denen sich die grüne Frau mit zwei Schwänen vergnügt. In burlesquer Manier wird der Schwan als Symbol der Unschuld verführt und fungiert nun als Sextoy. Die Szenerie ist in grelles Neonlicht getaucht.
Nina Childress wurde 1961 in Pasadena (USA) geboren und lebt seit ihrem 5. Lebensjahr in Paris.
Sie war unter anderem Mitglied des Künstlerkollektivs „Les Frères Ripoulin“ und der Punkband „Lucrate Milk“, zwei einflussreichen Gruppierungen für die Pariser Kunstszene in den 80er Jahren.
Sie hat im Sommer 2009 im Museum moderner und zeitgenössischer Kunst MAMCO in Genf ausgestellt.












