(openPR) Wenn man der Vision von Steve Jobs folgt, wird der iPad unseren Umgang mit Computern und dem Internet revolutionieren. Damit stellt sich für Unternehmen und Agenturen die Frage, wie der neue Tablet-PC die Werbung verändern wird. Besonders interessant ist dabei die Frage, ob sich integrierte digitale Marketing-Strategien für herkömmliche PC, Smartphones und iPad entwickeln lassen.
Bislang herrscht noch weitgehende Unsicherheit darüber, ob der iPad von den Konsumenten überhaupt in dem Maß angenommen wird, den sich Apple vorstellt. Nach Einschätzung der Marketing-Analysten von adnews-online sind die meisten Werbetreibenden deshalb noch zurückhaltend und warten erstmal die weitere Entwicklung ab. Wenn sich die erste Euphorie gelegt hat, wird sich zeigen, in welchem Umfang die neuen Angebote und Inhalte tatsächlich von den Konsumenten genutzt werden. Experten gehen deshalb davon aus, dass 2010 zunächst eine Experimentier-Phase ist, bevor längerfristige Werbe-Strategien rund um den iPad entwickelt werden.
Die zweitgrößte US-Brauerei MillerCoors will allerdings von der ersten Stunde an dabei sein und sponsert die iPad Application des Sport-Magazins Sporting News. Dabei wird vor die Videos von wichtigen Sportveranstaltungen ein kurzer Werbeclip für Coors Light geschaltet. Mit dem frühen Einstieg soll der große Hype während der Markteinführung des iPad genutzt werden. Die erste Euphorie, so das Kalkül von MillerCoors, wird zunächst zu einer überdurchschnittlichen Nutzung des neuen Gerätes führen.
Um ihre volle Wirkung zu entfalten und die spezifischen Eigenheiten des iPad optimal zu nutzen, muss die Werbung zum Teil neu konzipiert werden. Dabei sind die visuellen Gestaltungsmöglichkeiten durch einen technischen Nachteil erheblich eingeschränkt. Bislang unterstützt der iPad nämlich kein Flash, was zur richtigen Darstellung der meisten Webseiten und Online-Banner erforderlich wäre. MillerCoors konnte deshalb seine Werbung nicht mit der bestehenden Coors Light Website verlinken. Auf dem iPad würde diese Seite entweder entstellt und unvollständig wiedergegeben oder es erscheint eine Fehlermeldung. Das würde die Nutzer irritieren oder sogar verärgern und den Marken-Auftritt nachhaltig beschädigen.
GM hat deshalb für seine Buick-Kampagne eigens eine neue Website ohne Flash entwickelt, sieht das aber eher als vorübergehende Notlösung. Eine zunächst angedachte Weiterleitung auf die Website für Smartphones hat man wieder fallen gelassen, weil das Fenster auf dem iPad zu klein dargestellt wurde und der Vorteil des größeren Bildschirms nicht genutzt werden kann. GM bewirbt das Mittelklasse-Modell Buick LaCrosse in der Application des Wall Street Journal.
Fidelity Investment hat die technischen Probleme zunächst ausgeklammert und schaltet in der App des Time Magazine nur statische Anzeigen für verschiedene Investment-Produkte ohne eine externe Verlinkung.
Das ehrgeizige Vorhaben, Werbung bereits vor der Markteinführung des iPad zu entwickeln, hat für die Pioniere der ersten Stunde zu einer absurden Situation geführt. Weil die meisten Agenturen noch kein funktionsfähiges Gerät zur Verfügung hatten, mussten sie ihre Kampagnen im Blindflug gestalten, ohne dass sie überprüfen konnten, wie ihre Arbeit auf dem iPad wirkt und wie sie sich auf dem Touchscreen handhaben lässt.
Einer breiten Akzeptanz des iPad bei den Werbetreibenden steht nach Ansicht von Marketing-Experten noch ein ganz anderes Problem entgegen: Bisher ist es noch nicht möglich, den Erfolg der Kampagnen zuverlässig zu messen.








