(openPR) Grundsätzlich sollte sich ein Nachhaltigkeitshotel dadurch auszeichnen, dass angefangen bei den Baustoffen, aus denen das Gebäude errichtet ist, über die Möblierung bis hin zu den Getränken möglichst alle Bestandteile der dem Kunden offerierten Leistung aus der näheren Umgebung stammen.
In vielen Bereichen ist die Einhaltung dieser Regel problemlos möglich. Es gibt aber auch Ausnahmen. Ein Beispiel ist der zum Frühstück servierte Kaffee. Wie Nachhaltigkeit in einem Hotelkonzept praktisch umgesetzt werden kann, verdeutlichen die folgenden Überlegungen zum Thema Kaffee im Rahmen des GreenPower-Hotelkonzepts.
In unseren Breitengraden wächst kein Kaffee, an dieser Tatsache kommt man nicht vorbei. Ein Transport über Tausende von Kilometern ist daher unausweichlich, würde man nicht ganz auf den Ausschank von Kaffee verzichten. Es ergibt sich ein Interessenkonflikt zwischen Nachhaltigkeit und Kundenbedürfnissen. Denn ein Hotel, in dem es zum Frühstück keinen Kaffee gibt, dürfte nur absoluten Öko-Fundamentalisten unter den Hotelgästen gefallen. Mit dieser Zielgruppe allein ließe sich aber kein Hotel wirtschaftlich betreiben.
Hotel-Tage sind für fast alle Menschen stets besondere Tage, egal ob der Aufenthalt geschäftlich oder touristisch motiviert ist. Ein optimaler Start in den Tag, mit hellwachem, aufnahmefähigen und konzentrierten Geist ist daher für Hotelgäste von großer Bedeutung und dazu gehört für viele Menschen Kaffee.
Kaffee muss also sein, er wächst aber nicht in Deutschland. Es gilt, den bestmöglichen Kompromiss zu finden.
Kaffee weist einige Besonderheiten auf, die das Finden einer pragmatischen Lösung erleichtern. Anders als z. B. beim Wein wird das den größten Teil des Getränkegewichts ausmachende Wasser erst am Ort der Zubereitung zugefügt. Zudem lässt sich ein Teil der Wertschöpfungskette in die Region verlagern, nämlich der Röstvorgang und die Verpackung der frisch gerösteten Kaffeebohnen. Damit sind gleich drei Vorteile auf einmal verbunden: Nachhaltigkeit dank Leistungserbringung in der Region, größere Frische dank geringerer Röstmengen und kürzerer Wege, besserer Geschmack und bessere Magenverträglichkeit dank handwerklicher Langzeitröstung statt industrieller Schnellröstung.
Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten sollte die Auswahl der passenden Kaffeesorten zum einen anhand sozio-ökonomischer und ethischer (unternehmerische Eigenständigkeit und Rechtssicherheit der Kaffeebauern, kulturelle Vielfalt, fairer Handel), zum anderen anhand agrartechnischer (ökologischer Anbau in Mischkulturen, Ressourcenschutz) Kriterien erfolgen. Zertifikate werden in diesem Zusammenhang mit großer Skepsis gesehen, da sie das Produkt u. U. erheblich verteuern, ohne dass die dafür aufzuwendenden Beträge in die Verbesserung der Nachhaltigkeitsbedingungen fließen und zum anderen nur ein unvollständiges und statisches Bild der Wirklichkeit geben können.
Darüber hinaus darf im GreenPower CityResort der Genuss nicht zu kurz kommen, denn herausragender Geschmack ist wichtig für die Regeneration von Körper, Geist und Seele sowie für den Erhalt von Leistungskraft und Lebensfreude. Über Kundenzufriedenheit und dauerhafte Kundenbindung wird so auch der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg eines Nachhaltigkeitshotels sicher gestellt. In diesem Zusammenhang sind im Ursprungland die Punkte Sortenreinheit, manuelle Ernte reifer Kaffeekirschen und sorgfältige Weiterverarbeitung zu beachten.
Die Zubereitung des fertigen Getränks im GreenPower CityResort schließt den Weg vom Kaffeestrauch zum Konsumenten ab. Frisch gemahlen schmeckt Kaffee am besten. Eine Handmühle ist bei aller Nachhaltigkeit selbst im Nachhaltigkeitshotel wegen des schubweisen Bedarfs an größeren Mengen zum Frühstück nicht praktikabel. Da der Strom im GreenPower CityResort aus regenerativen Energiequellen erzeugt wird, ist der Einsatz einer elektrischen Mühle nicht verwerflich. Aus geschmacklichen Gründen empfiehlt sich der Einsatz eines Kegel- oder Scheibenmahlwerks anstelle von Schlagmessern.
Bei der Zubereitung von Espresso sollte auf keinen Fall ein Vollautomat zum Einsatz kommen. Eine hochwertige Siebträgermaschine bedient von einer solide ausgebildeten Barista-Fachkraft liefert hier die besten Resultate. Daneben kann Brühkaffee angeboten werden, z. B. aus einer Pressstempelkanne. Letztere Variante ermöglicht den Ausschank unterschiedlicher sortenreiner Kaffees aus verschiedenen Anbaugebieten, so dass Kaffeeliebhaber die Möglichkeit der Wahl ganz nach ihren Vorlieben hinsichtlich Säure, Körper und Aroma haben.
Nachhaltigkeit darf nicht nur die Interessen der Umwelt berühren, wenn sie zum weit verbreiteten und universall akzeptierten Lebensprinzip werden soll, sondern die Menschen sollten idealerweise auch für sich selbst einen ganz unmittelbaren Vorteil erfahren, das erhöht die Akzeptanz.











