(openPR) Seit Jahren wundert sich Österreich über Hadersdorf am Kamp: Warum hat ausgerechnet diese kleine Waldviertler Gemeinde so ein Problem sich an 61 Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern? Bernd Toms, der mehrmals im Umgang mit NS-Themen verhaltensauffällig gewordene langjährige Bürgermeister von Hadersdorf am Kamp, ist mittlerweile aus dem Amt geschieden. Bei den vergangenen Gemeinderatswahlen im März wurde die Forderung laut "das Ansehen der Gemeinde wiederherzustellen".
Unter dem Titel "Wir sind kein Nazi-Dorf!" wollen Gerhard Pazderka, Enkel eines damals in Hadersdorf ermordeten Widerstandskämpfers, und der Historiker Dr. Robert Streibel nun den Hadersdorferinnen und Hadersdorfer die Möglichkeit geben, etwas für das Ansehen ihres Ortes zu tun! Eine Stunde lang wird eine Video-Kamera LIVE per Internet-TV die Meinungen und Ansichten der Ortsbewohner, vom Hadersdorfer Hauptplatz in die ganze Welt, senden. Das Ereignis wird auf der Website http://www.WIR-SIND-KEIN-NAZI-DORF.at zu verfolgen sein.
Pazderka: "Wir verzichten heuer auf eine traditionelle Gedenkfeier, um der Gemeinde die Möglichkeit zu bieten, das Bild des Ortes zu Recht zu rücken. Bei 'Wir sind kein Nazi-Dorf!' werden wir eine Stunde lang mit einer Video-Kamera Meinungen von Hadersdorferinnen und Hadersdorfern LIVE und unmittelbar per Internet-TV in die ganze Welt senden. Alle Ortbewohner bekommen eine Einladung per Postwurf, persönlich angefragt haben wir auch bei: Liselotte Golda, Bürgermeisterin • Andreas Neumayr, VP-Gemeinderat • Franz Ofenböck, Pfarrer • Siegfried Pfeifer, ÖKB • Henryk Pieh, Gemeindearzt • Reinhard Rauscher, Landsknechte • Franz Schmied, SP-Gemeinderat • Daniel Spoerri, Kunstschaffender." Die Sendung wird Dr. Robert Streibel moderieren, Gerhard Pazderka ist für die Idee und deren Realisierung verantwortlich.
Samstag, 10. April, 14.00-15.00 Uhr
Hauptplatz / Hadersdorf am Kamp
und LIVE per Internet-TV auf
http://www.WIR-SIND-KEIN-NAZI-DORF.at
Hintergrund
Am 7. April 1945 wurden in der Gemeinde Hadersdorf am Kamp 61 Antifaschisten und Widerstandskämpfer von einer SS-Einheit, unter Beihilfe Hadersdorfer NSDAP-Führer, erschossen. Sie waren Opfer der so genannten Kremser-Hasenjagd, einem blutigen Gemetzel, initiiert von NS-Treuen, nachdem der Leiter der Männerstrafanstalt Stein, Dr. Franz Kodré, unter dem Eindruck des bevorstehenden Kriegsendes, die politisch Inhaftierten entlassen hatte. Der von Angehörigen der Opfer gegründete Verein "Gedenkstätte - Hadersdorf am Kamp" bemüht sich bisher vergeblich um die Errichtung einer Gedenkstätte im Ortszentrum. Die virtuelle Gedenkstätte im Internet http://www.gedenkstaette-hadersdorf.at enthält eine umfangreiche Dokumentation der Ereignisse.











