(openPR) Essen.- Die Wirtschaftlichkeit von Biogas-Anlagen zu erhöhen, dies hat sich die Siloxa Engineering AG schon seit langem auf die Fahnen geschrieben. Jetzt bringt das Essener Unternehmen eine neu konzipierte Sparkühlung in den Markt. Das im Fermenter entstehende, rund 40 °C warme Biogas wird hierbei einzig mit Hilfe der Umgebungsluft heruntergekühlt. Knapp sechs Monate im Jahr ist die Außenluft kälter als 11 °C und in elf Monaten des Jahres werden keine 20 °C Außentemperatur erreicht. Genau dies macht sich die Sparkühlung zunutze, so dass die Energiekosten hierbei im Vergleich zu einer konventionellen Kältemaschine um 75 Prozent niedriger sind. „Mit solch einer Sparkühlung erhöhen wir die Effizienz und zugleich auch die Wirtschaftlichkeit einer Biogas-Anlage. Denn eigentlich wollen wir ja Strom produzieren und nicht verbrauchen! Möglich werden diese Weiterentwicklungen durch unseren permanenten Anspruch der ständigen technischen Perfektionierung des Angebots auf höchstem Qualitätsniveau. Genau hierin sehen wir unsere Nische. Wir sind Anbieter von intelligenten Lösungen zu attraktiven und marktgerechten Abnehmerpreisen“, umreißt Vorstand Wolfgang Doczyck das heutige Betätigungsfeld seines Unternehmens.
Dabei hatte alles einmal ganz anders begonnen, als Wolfgang Doczyck vor nunmehr zehn Jahren sein Unternehmen am Standort Essen in den Räumlichkeiten des Gründerzentrums Triple Z aus der Taufe hob. Zu dieser Zeit boomte der Markt für Klär- und Deponiegas - wichtige Substitute für das fossile Erdgas. Ein Problem bei der Verbrennung dieser Faulgase sind Silikate (Sand), die durch die in geringsten Spuren im Gas enthaltenen Silikonverbindungen entstehen. Werden diese Silikonverbindungen nicht abgeschieden, beschädigen sie ein Blockheizkraftwerk schon innerhalb kürzester Zeit. Das Entstehen bzw. drastische Vermindern von Silikaten im Verbrennungsprozess war somit ein Gebot der Stunde und bot innovativen Engineering-Unternehmen wie der Siloxa AG große Chancen, sich in diesem Markt zu positionieren.
Die Siloxa AG entwickelte und patentierte ein Verfahren zur effektiven Kühlung des Gases und damit zum wirkungsvollen Abscheiden von Silikaten. „Aus dieser Betätigung leitet sich übrigens auch unser Firmenname ab. Wir wollten mit dieser Namensgebung den Marktpartnern vermitteln, womit wir uns beschäftigen“, erklärt Wolfgang Doczyck. Ein sehr hohes Qualitätsniveau bei der Entwicklung und Fertigung von Filtersystemen und Anlagen ist in diesem Segment Voraussetzung, um erfolgreich zu sein.
Neues Geschäftsfeld Biogas
Exakt dieser hohe Qualitätsanspruch sowohl in der Planungsleistung wie in der Fertigung wurde bei der Siloxa AG auch auf den Bereich Biogas übertragen. Zum einen ist dies ein Wettbewerbsvorteil, zum anderen ist es ein Alleinstellungsmerkmal im Markt. Natürlich ist das Unternehmen auch heute noch als Anlagenbauer im Bereich Klär- und Deponiegas aktiv, doch setzte hier in den vergangenen vier bis fünf Jahres ein Stagnationsprozess ein, der eine Verlagerung der Aktivitäten zur Folge hatte.
Bereits im Jahre 2003 hatte sich die Siloxa AG erstmals mit dem Thema Biogas beschäftigt und im ostfriesischen Wittmund eine Anlage zur Trocknung und Reinigung von Biogas installiert. Dieser Schritt bedeutete Neuland und war praktisch der langsame Einstieg in das neue Geschäftsfeld Biogasreinigung, -trocknung und -verdichtung. Doch erst im Jahre 2006 kam der eigentliche Durchbruch und die Siloxa AG konnte sich als kompetenter Anbieter im Marktsegment Biogas etablieren. Zwei gesellschaftliche und politische Entwicklungen haben dies begünstigt: Zum einen die zunehmenden Fördermaßnahmen für alternative Technologien zur Energiegewinnung auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene - der Markt wurde insgesamt größer. Zum anderen die zunehmende Akzeptanz der Nutzer für qualitativ hochwertige Anlagen und Komponenten.
„Für uns war es somit möglich, das hohe Qualitätsniveau aus der Klär- und Deponiegasreinigung auch auf den Biogas-Markt zu übertragen. Gerade auch die Anbieter, die wir mit unseren Komponenten beliefern, wissen dies zu schätzen, denn an erster Stelle steht hier nicht immer nur der Preis, sondern es zählen Argumente wie Zuverlässigkeit und Langlebigkeit sowie das Vorhandensein moderner Schnittstellen zur Integration in die technisch komplexe Biogasanlagen oft mehr“, weiß Wolfgang Doczyck zu berichten.
Komplettanbieter
Heute bietet die Siloxa Engineering AG ein umfassendes Angebot an Produkten und Leistungen für Biogas-Nutzer. Angefangen bei der sogenannten BlueBox, einem Gastransportcontainer für Microgasnetze bzw. Satelliten-BHKW. In diesem kompakten und wartungsarmen System befinden sich sämtliche Komponenten zur Trocknung und Verdichtung des Gases. Auch die Sparkühlung kann auf Wunsch eines Betreibers direkt in die BlueBox integriert werden. Das Besondere an der BlueBox ist, dass der Betreiber damit nur noch eine einzige Schnittstelle zwischen dem Fermenter und dem Blockheizkraftwerk hat. In Kombination mit einem sogenannten Mikrogasnetz ist der Transport des Biogases selbst über mehrere Kilometer vom Ort der Entstehung bis zum dezentral stehenden BHKW problemlos möglich.
„Die BlueBox mit all ihren Komponenten ist unseres Wissens in dieser Form bisher noch einzigartig im Markt - vor allem mit der integrierten Sparkühlung. Wir gehen davon aus, dass sich diese Systeme weiter durchsetzen werden, denn sie erhöhen die Wirtschaftlichkeit und tragen zu einer aktiven Kostenreduzierung bei“, erläutert Vertriebsleiter Joachim Jurasik.
Zum Abscheiden von Formaldehyd aus dem Verbrennungsgas des BHKW bietet die Siloxa AG einen Katalysator an, der durch eine spezielle Metallbeschichtung besonders leistungsfähig ist. Landwirtschaftliche Gasanlagen, die mit einer integrierten Filter-/Katalysatorkombination ausgestattet sind, halten die von der TA Luft für stationäre Motoren vorgegebene Konzentration vom maximal 40 mg Formaldehyd im Abgas problemlos ein. Die Betreiber dieser Anlagen kommen somit in den Genuss des Luftreinhaltebonus.
Aber auch die Betriebskosten des Motors werden durch das gefilterte einströmende Gas gesenkt. Denn sauberes Biogas verlängert die Standzeit des Motorenöls, verhindert wirkungsvoll schädliche Ablagerungen im Brennraum und lässt den Katalysator länger leben.
Ein weiterer Schwerpunkt im Siloxa-Angebot sind die Aktivkohle-Filtersysteme MAKA (Mobiler Aktivkohle Absorber) und FAKA (Feststehender Aktivkohle Absorber). Der MAKA ist im Prinzip eine Wechselfilter-Patrone aus Edelstahl mit 700 Liter Aktivkohle Inhalt. Dieser Filter zur effektiven Abtrennung des im Verbrennungsgas enthaltenen Schwefelwasserstoffs kann sowohl im Unterdruck als auch nach einem Gebläse genutzt werden.
Bei dem auf das Pfandsystem basierenden MAKA-Filter tauscht der Betreiber nicht mehr die belastete Aktivkohle aus, sondern wechselt direkt den kompletten Filter. Dies macht dieses System besonders wirtschaftlich. Rechtzeitig vor dem Tausch wird der Filter angeliefert. Ein Filterwechsel geschieht schnell und sauber.
Anders beim fest installierten FAKA. Dieses System ist für größere Volumenströme und Schadstoffmengen optimiert. Hier kann die im Silo befindliche Kohle einfach und ohne Werkzeuge ausgetauscht werden. Beide Systeme arbeiten zuverlässig und sind auf die speziellen Anforderungen des Betreibers hin ausgelegt. In der Regel muss die Kohle nach etwa einem Jahr gewechselt werden.
Die Siloxa AG ist mit dem Pfandsystem, das den Kunden auf Wunsch angeboten wird, der einzige Anbieter im deutschen Markt. „Wir haben für unsere Filterelemente eine Lieferzeit von rund sieben bis zehn Werktagen. Nach dem Eingang der Bestellung liefern wir das neue Element vor Ort aus und holen das alte wieder ab. Dieser Service ist für uns selbstverständlich, denn bei uns soll der Kunde alles aus einer Hand bekommen - das Produkt sowie den umfassenden After-Sales-Service. Dies ist ebenfalls Ausdruck von Qualität“, berichtet Joachim Jurasik weiter.
Aus Sicht von Vorstand Wolfgang Doczyck rechnet sich für einen Landwirt eine Komplettanlage, geplant und erstellt von einem einzigen Anbieter, allemal. „Denn Punkt eins ist, dass es bereits in der Planungs- und Realisierungsphase nur einen einzigen Ansprechpartner gibt - unser kompetenter Techniker. Dies beschleunigt die gesamte Abwicklung ungemein. Aber auch bei den Themen Garantie und Gewährleistung bietet der Komplettanbieter Vorteile, denn hier hat der Betreiber ebenfalls wieder nur einen einzigen Ansprechpartner, der für ihn alle Probleme löst“, so Wolfgang Doczyck.
Ein Markt im Umbruch
Bundesweit gibt es derzeit (Stand Ende 2009) nach Angaben des Fachverband Biogas e.V. rund 4.500 bestehende Biogas-Anlagen. Ein sehr großer Anteil dieser Anlagen erfüllt jedoch nicht die Anforderungen der TA Luft, so dass sie kurz- bzw. mittelfristig nachgerüstet werden müssen, um die vorgeschriebene Menge Formaldehyd abscheiden zu können.
Biogasanlagen ohne Wärmenutzungskonzept wird man zukünftig immer weniger finden. Auf der einen Seite wird es Betreiber geben, die ihr gewonnenes Biogas aufkonzentrieren und in das öffentliche Netz einspeisen. Diese Möglichkeiten können aber nur die Betriebe nutzen, die einen Zugang zum Erdgasnetz sowie eine entsprechende Anlagengröße haben, damit solch eine aufwendige und teure Aufbereitungsanlage gerechtfertigt wird. Das Gros der Biogas-Anlagen-Nutzer wird zunehmend in die gleichzeitige Wärmenutzung und Stromgewinnung einsteigen. Dazu ist es notwendig, das Gas zum Wärmeabnehmer zu transportieren und dort auch das BHKW zu betreiben. Mit Satelliten-BHKW kann somit die Wirtschaftlichkeit der Anlagen deutlich erhöht werden. „Mit unseren Produkten und Komponenten tragen wir exakt dieser Entwicklung Rechnung - und dies auf einem hohen Qualitätsniveau made in Germany“, so Wolfgang Doczyck abschließend.



