(openPR) LANDKREIS RAVENSBURG/BODENSEEKREIS – Die Diagnose einer lebensbegrenzenden Krankheit beim eigenen Kind ist für eine Familie niederschmetternd: Danach ist nichts mehr wie es vorher war. Familien fühlen sich mit ihren eigenen Nöten oft allein gelassen. Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst AMALIE macht sich zur Aufgabe Familien im Raum Bodensee-Oberschwaben in dieser schwierigen Situation zu begleiten und zu unterstützen. Getragen wird der Dienst vom Malteser Hilfsdienst e. V. und der Stiftung Liebenau, die am 16. März den Kooperationsvertrag unterzeichneten.
Familien unterstützen und aufbauen
In Baden-Württemberg erkranken jährlich etwa 3 000 Kinder und Jugendliche schwer und lebenslimitierend. "Im Raum Bodensee-Oberschwaben gehen wir von jährlich 170 betroffenen Familien aus", erläuterte Bernhard Bayer, Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz (LAG) bei der Pressekonferenz zum Auftakt des Dienstes. Um betroffene Familien besser zu erreichen und zu unterstützen, fördert die Stiftung Kinderland für Baden-Württemberg den Ausbau der ambulanten Kinderhospizarbeit. Die LAG hat den Auftrag bis 2011 verstärkt Initiativen vor Ort zu ermutigen und zu unterstützen, Begleitungsangebote für betroffene Familien aufzubauen.
Zwei Träger bringen Erfahrungen ein
Im Raum Bodensee-Oberschwaben übernimmt diese Aufgabe nun der "Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst AMALIE" - eine Kooperation des Malteser Hilfsdienstes und der Stiftung Liebenau. "Die Malteser in Baden-Württemberg besitzen seit über zehn Jahren Kompetenzen in der Kinder- und Jugendhospizarbeit", erklärte der Geschäftsführer Klaus Weber vom Malteser Hilfsdienst Baden-Württemberg. Mit der Stiftung Liebenau arbeite man schon seit Jahrzehnten gut zusammen.
Für die Stiftung Liebenau ist die Gründung des Dienstes ein weiterer Baustein im "Liebenauer Netzwerk Familie". Unter diesem Dach sind verschiedene Angebote vereint, wie etwa die sozial-medizinische Nachsorge oder die mobile Kinderkrankenpflege. Außerdem ist die Stiftung Liebenau an dem stationären Kinderhospiz in Bad Grönenbach bei Memmingen beteiligt. "Mit diesen übergreifenden und vernetzten Angeboten möchten wir Familien vor allem in schwierigen und belastenden Situationen unterstützen. Durch die Kooperation mit den Maltesern können wir effizient und zielgerichtet arbeiten", erklärte Dr. Berthold Broll, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Liebenau.
Ambulante Kinderhospizdienste gibt es im Süden Baden-Württembergs bereits im Landkreis Konstanz, in Ulm und in Bad Grönenbach.
Ehrenamtliche für hochsensible Aufgabe
Die Koordinatorinnen von AMALIE, Elisabeth Mogg und Christiane Röhner wollen künftig vernetzt und übergreifend mit diesen Diensten arbeiten. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört im Moment, einen Stamm von Ehrenamtlichen aufzubauen und diese auch entsprechend zu schulen. "Kinderhospizarbeit ist ein sehr sensibles Thema. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von uns sorgsam ausgewählt", betonten die beiden einhellig. Ebenso sensibel werden sie die Ehrenamtlichen dann für die Einsätze in den betroffenen Familien auswählen.
Ist ein Kind schwer erkrankt, rückt bei der Begleitung die gesamte Familie in den Fokus. Die Unterstützung kann dabei viele Gesichter haben. Ehrenamtliche kümmern sich um das kranke Kind ebenso wie um die Geschwisterkinder oder die Eltern. An oberster Stelle steht "Zeit zu haben": zum Spielen, zum Vorlesen, für die Hausaufgabenbetreuung, für Gespräche oder für die Begleitung zum Arzt.
Bei der Unterstützung von Familien ist der Kinder- und Jugendhospizdienst nicht nur auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen, sondern auch auf Spenden, da die entstehenden Kosten nicht refinanziert sind. Einen Kinderhospizdienst aufzubauen dauert rund drei Jahre, so die Erfahrung der LAG. Für die beiden Landkreise Ravensburg und Bodenseekreis rechnen die Verantwortlichen mit etwa 30 Familien, die den Dienst laufend in Anspruch nehmen werden. Für deren Begleitung ist ein Stamm von etwa 50 bis 60 Ehrenamtlichen notwendig.
Ansprechpartnerinnen für betroffene Familien und für an einem Ehrenamt Interessierte:
Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst AMALIE
Elisabeth Mogg / Christiane Röhner
Ettishoferstr. 3
88250 Weingarten
Telefon: 0751 36613-33
www.kinderhospizdienst-amalie.de
Spendenkonto
Spendenzweck: AMALIE
Stiftung Liebenau
Sparkasse Bodensee
Bankleitzahl 690 501 01
Kontonummer 209 944 71
Text und Bild: Anne Oschwald













