(openPR) Am 12. März 2010 wird das Mahler Chamber Orchestra (MCO) in seiner italienischen Residenzstadt Ferrara zum ersten Mal mit dem finnischen Dirigenten und Komponist Esa-Pekka Salonen zusammenarbeiten. Auf dem Programm stehen Gustav Mahlers 1. Sinfonie sowie eine Komposition aus eigener Feder, das Violinkonzert aus dem Jahr 2009 (italienische Erstaufführung). Den Solopart übernimmt Leila Josefowicz, der das Werk gewidmet wurde und die auch die umjubelte Uraufführung im April 2009 in Los Angeles spielte.
Der Abend beginnt mit Mahlers 1. Sinfonie, über die der Musikwissenschaftler Paul Bekker einmal sagte, sie sei „ein Erstlings-, aber kein Anfangswerk“. Tatsächlich sind der spezifische Mahlersche Ton und die Eigenheiten seiner künstlerischen Konzeption hier bereits in charakteristischer Weise ausgeprägt. Zu nennen sind insbesondere die Annäherung von Sinfonie und Lied sowie die collagenhafte Arbeit mit ganz unterschiedlichen musikalischen Idiomen, aber auch die extreme Intensität und ungeheure Vielfalt des Ausdrucks. Zur Berühmtheit gelangte die 1. Sinfonie vor allem durch den 3. Satz, in dem Mahler den Kanon „Bruder Jakob“ („Frère Jacques“) so sehr verfremdet, dass aus dem unbeschwerten Volkslied in Dur ein bizarrer, unheimlicher Totenmarsch in Moll wird.
Esa-Pekka Salonens Violinkonzert wurde am 09. April 2009 in Los Angeles unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Wie die Los Angeles Times berichtet, nahm das Publikum das Werk mit stürmischem Beifall entgegen. Das Violinkonzert besteht aus vier Sätzen, welche die Titel „Mirage“, „Pulse I“, „Pulse II“ und „Adieu“ tragen. Im Programmheft zu dem Konzert der Uraufführung schreibt Salonen: „Ich habe mich dazu entschieden, in den vier Sätzen des Konzerts eine möglichst große Bandbreite an Emotionen abzudecken: vom Virtuosen und Schrillen bis zum Aggressiven und Brutalen, vom Meditativen und Statischen bis zum Nostalgischen und Herbstlichen. Leila Josefowicz erwies sich als ein fantastischer Partner in diesem Prozess. Sie kennt keine Grenzen, sie kennt keine Angst und sie hat mich fortlaufend dazu ermutigt, an Orte zu gehen, bei denen ich nicht sicher war, ob ich es wagen würde, dorthin zu gehen.“
Esa-Pekka Salonen ist nicht nur ein international anerkannten Dirigent, sondern auch ein Komponist, dessen Werke weltweit aufgeführt werden. Seit Beginn der Saison 2008/09 ist der Finne Principal Conductor und Artistic Advisor des Philharmonia Orchestra in London, nachdem seine Tätigkeit als Music Director des Los Angeles Philharmonic im Sommer 2009 ausgelaufen war.
Mit Anfang dreißig hat Violinistin Leila Josefowicz bereits die Herzen des Publikums auf der ganzen Welt durch ihre ehrliche und frische Herangehensweise an das Repertoire sowie ihre dynamisches und virtuoses Spiel erobert. Die Kanadierin ist eine engagierte Befürworterin neuer Musik, was sich in ihren facettenreichen Programmen und ihrer Begeisterung für Uraufführungen neuer Werke widerspiegelt. Josefowicz’ Debüt als 16-Jährige in der Carnegie Hall war gefolgt von ihrer Debütaufnahme der Tschaikowskij und Sibelius Concertos für Philips Classics. Seitdem spielte sie mit vielen der renommiertesten Orchester und Dirigenten. Mit dem ihr gewidmeten Violinkonzert von Esa-Pekka Salonen gibt die Solistin ihr Debüt beim MCO.







