(openPR) Milliyet.com, eine der führenden türkischen Tageszeitungen und Online-Nachrichtenportal, wirft in einem Artikel vom 22. Februar über QuestNet die Frage auf, ob es sich bei dieser Unternehmung um ein Pyramidenspiel handelt. Den Informationen dieses Artikels zufolge beträgt die QuestNet-Registrierungsgebühr stolze 1.750 US-Dollar und ein neu gewonnener „Mitspieler“ erhält verschiedene Produkte, einschließlich eines so genannten „Ferienpaketes“.
Von den Behörden hatten Reporter der Milliyet erfahren, dass diese eine Menge Beschwerden von verschiedenen Menschen über QuestNet erhalten haben und dass die Aktivitäten von QuestNet seit einiger Zeit unter Beobachtung stehen. Die Behördenmitarbeiter gaben weiterhin an, dass aber seit dem Zeitpunkt, an dem Produkte mit ins Spiel kamen, man nicht mehr von einem „typischen Pyramidenspiel“ sprechen könne.
Pyramidenspiele sind in der Türkei verboten. Jedoch wurde die türkische DSA (Direct Selling Association) bislang noch nicht oft durch Pyramidenspiele herausgefordert. Das bekannteste lief unter dem Namen „Titan“ in den Jahren 1997 bis ’98 und rekrutierte wohl über 30.000 Mitspieler. Der Gründer wurde irgendwann festgenommen, verurteilt und ins Gefängnis geworfen. Leider wurde der wahre Hintermann, der Hamburger Andreas Metzler, von den türkischen Behörden nie gefasst und machte sich danach einen Namen als Gernegroß in der Hamburger Rotlichtszene.
Doch zurück zu QuestNet. Das Unternehmen ist ein „alter Bekannter“ in der Network-Marketing-Welt. Es hat vielfach dem Namen in den letzten Jahren geändert und wurde u.a. als GoldQuest im Iran, in Saudi Arabien und den Vereinigten Emiraten bekannt. Obwohl auch hier viele Opfer mit leeren Brieftaschen hinterlassen wurden, ist das Unternehmen nach wie vor aktiv. Allerdings ist QuestNet in den Golfstaaten unter Beobachtung und auch der OBTAINER verfolgt schon seit Längerem die Aktivitäten dieses Unternehmens mit sehr skeptischem Blick.
Von QuestNet kann man im besten Falle berichten, dass es „augenscheinlich“ Produkte zu erwerben gibt. Früher waren es Goldmünzen, die das Unternehmen als Produkte anpries – dabei sind Goldmünzen an und für sich weniger ein „Produkt“, als vielmehr ein etwas antiquiertes Tauschmittel, um an Produkte heranzukommen. Heute geht es bei QuestNet mehr um „Voice over IP“ (VoIP) und um Reisegutscheine. Und auch hier muss man sagen, dass es bei VoIP mehr um eine Technik, eine Methode der Kommunikation geht, denn um ein Produkt. Sicherlich versuchen einige Firmen, aus dieser technischen Möglichkeit ein Produkt zu machen. Doch angesichts des rasanten Preisverfalls in diesem Bereich, wird man nicht mehr lange so richtig von einem ernstzunehmenden Produkt sprechen können. Auch die Reisevoucher dürften weniger als Produkt gelten, da seriöse Unternehmen solche Voucher als einfaches Goodie nutzen um den Kunden und/oder Vertriebspartnern einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten. Nach wie vor geht es bei QuestNet immer nur um das Recruiting neuer Teilnehmer. Und damit ist QuestNet einem Pyramidenspiel einfach sehr viel näher als einem seriösen Network-Unternehmen.
Bislang ist es QuestNet – unter anderem durch Sponsoring und „freiwillige Spenden“ allerdings immer wieder gelungen, die Öffentlichkeit und die Entscheidungsträger bei Behörden auf ihre Seite zu ziehen. Das scheint auch für die DSA zu gelten, wo QuestNet jüngst Mitglied wurde. Eine verheerende Entwicklung vor allem für die Glaubwürdigkeit der gesamten DSA und all Ihrer Verbände, wenn das Unternehmen nun doch bald durch erste Regierungen verboten wird. Danach müsste man dem einen oder anderen DSA-Funktionär entweder sämtliches Fachwissen absprechen oder aber zu dem Schluss kommen, dass am Ende doch ein Mitgliedsbeitrag in Höhe von 50.000 US$ mehr gilt, als warnende Hinweise.
Aufgrund der Informationen, die der OBTAINER über QuestNet gesammelt hat, können wir jedoch zum aktuellen Zeitpunkt nur davon abraten, in QuestNet ein „Geschäft mit Zukunft“ erblicken zu wollen. Viel wahrscheinlicher erscheint der Redaktion, dass sich in Zukunft die Gerichte verschiedener Länder mit QuestNet befassen werden und viele "Mitspieler" sich ebenfalls dort wiederfinden könnten.
Den ganzen Artikel finden Sie auch unter:
http://www.obtainer-online.com/questnet_in_der_tuerkei_3_659_DE.html













