(openPR) Eine Kunstausstellung der Stadt Norderney und der Familie Hajo und Susanne Krieger (Herrsching/Bayern), in Zusammenarbeit mit der Dr. Schmidt Kunstberatung (Oberursel/Taunus)
Ausstellungsdauer: 14. März bis 3. Mai 2010
Ort: Conversationshaus zu Norderney
Öffnungszeiten: Mo - Sa. 9:00 bis 23:00 Uhr; So. 10:00 bis 23:00 Uhr
Eröffnung: Sonntag, 14. März 2010, 11:00 Uhr.
Es sprechen: Ludwig Salverius, Bürgermeister der Stadt Norderney; Manfred Bätje, Stadtarchiv Norderney; Dr. Martin H. Schmidt, Kunsthistoriker und Kurator der Ausstellung
35 Tierbronzen, aus der Zeit von 1905 bis 1944, werden heuer 65 Jahre nach Kriegers Tod im Conversationshaus zu Norderney ausgestellt. Sämtliche Werke entstammen dem Nachlass des Künstlers, wobei 11 Werke aus der Zeit Kriegers stammen, dies sind Originalbronzen, die er selbst ziselierte, die restlichen 24 wurden von seinem Sohn Hajo posthum in Auftrag gegeben und ziseliert.
Die Ausstellung greift im Umfang und in der Auswahl der Objekte auf die erste Einzelausstellung Wilhelm Kriegers zurück, die 1934 in der Städtischen Galerie in Nürnberg unter dem Beifall der Zeitgenossen stattfand und wiederholt somit die erste umfangreiche Einzelpräsentation von Werken Kriegers ausserhalb seines Ateliers in Herrsching. So spannt die Ausstellung auf Norderney einen Bogen, indem sie Werke, die in der Wahlheimat des Künstlers entstanden sind, zurück zu dessen Wurzeln bringt gleichzeitig bereitet sie die erste Einzelausstellung Wilhelm Kriegers in einem Münchner Museum vor, die für 2011 geplant ist.
Kriegers Werke fanden bereits ihren Weg in große Museen und Sammlungen und sicher wird auch Wilhelm Krieger in absehbarer Zeit seinen verdienten Platz in der Riege der großen deutschen Tierbildhauern wie August Gaul, Fritz Behn, Paul Klee – um nur einige zu nennen – erhalten.
Als Kind war Wilhelm Krieger den Tieren seiner Heimat, denen er auf seinen täglichen Wegen begegnete, eng verbunden. In wieweit die Verbundenheit zu seinem Geburtsort bestand, das können wir heute aus den Unterlagen des vom jüngsten Sohn, Hajo Krieger, verwalteten Nachlasses nicht mehr ersehen. Dem Wasser immerhin blieb er treu verbunden, sein Grundstück in Herrsching liegt in fußläufig Entfernung zum Ammersee.
Hinzu kommt, dass Wilhelm Krieger selbst zwar großartige Werke hinterlassen hat, sein OEuvre können wir auf ca. 200 Tierfiguren, Grabentwürfe und Bildnisse beziffern, Notizen oder größere schriftliche Erklärungen zum eigenen Tun und künstlerischen Schaffen sind jedoch nicht überliefert, und wurden wahrscheinlich auch gar nicht von ihm verfasst. Krieger, schwerhörig seit seiner Kindheit, vertraute auf die Kraft seiner Bildwerke. Nicht das geschriebene oder das gesprochene Wort, sondern die Plastik war sein Metier.
Und eben diese Plastiken Kriegers, in Porzellan, Steingut und Bronze ausgeführt, sind auch heute noch gesuchte Sammlerobjekte. Doch entgegen den Porzellanausformungen, die von Modelleuren in Serie und weitab vom Künstler in Porzellanmanufakturen bossiert wurden, zeigt sich gerade an den Bronzen das großartige handwerkliche Können und das Geschick des Autodidakten und späteren Professors für Bildhauerei. Er ließ es sich nicht nehmen, die Oberflächen der Bronzen selbst zu Ziselieren, das heißt den Skulpturen den letzten Schliff und die Farbe der Oberfläche zu geben. Fachleute loben die ungewöhnliche und warme Farbigkeit, ebenso die feinteilige und handwerklich aufwändige Behandlung der Oberflächen von Kriegers Arbeiten.
Seine Tierfiguren sind anatomisch so korrekt wiedergegeben, dass selbst Studenten der Veterinärmedizin seine Greifvögel als Studienobjekte verstanden und Ornithologen, wie Zoodirektoren ins Schwärmen geraten, angesichts der genauen und gattungstypischen Wiedergabe von Körper und Gestus wie Habitus von Kriegers Affen, Vögeln, Nutz- und Haustieren.
Dr. Martin H. Schmidt












