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Russland: "Tag des Vaterlandsverteidigers" mit blutigen Flecken

23.02.201017:35 UhrIndustrie, Bau & Immobilien
Bild: Russland: "Tag des Vaterlandsverteidigers" mit blutigen Flecken
Dem Rekruten Roman Kasakow wurde in der Einheit 02511 in Kamenka die Schädeldecke eingeschlagen, danach versuchte man, ihn mit Abgasen zu vergiften. Bild: Soldatenmütter St. Petersburgs
Dem Rekruten Roman Kasakow wurde in der Einheit 02511 in Kamenka die Schädeldecke eingeschlagen, danach versuchte man, ihn mit Abgasen zu vergiften. Bild: Soldatenmütter St. Petersburgs

(openPR) IGFM: Jahr für Jahr kommen in den russischen Streitkräften allein durch die Willkür brutaler Führer Tausende junger Menschen ums Leben

Frankfurt/M. (23. Februar 2010) - Die Russische Armee ist Geisel der in Russland grassierenden Korruption. Ohne dass ein Schuss gefallen ist, kommen jährlich über 1000 junge Wehrpflichtige durch ein ausuferndes System von bedingungslosem Befehl und Gehorsam und brutaler Offiziere zu Tode. Zu diesem Urteil vernichtenden Urteil kommen die Organisation "Soldatenmütter St. Petersburgs" und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) anlässlich des "Tags des Vaterlandsverteidigers", auch "Tag der Russischen Armee" genannt.



Wie die in Frankfurt/M. ansässige IGFM berichtet, sind allein aus den Kasernen im Gebiet Leningrad im vergangenen Jahr fast 100 Übergriffe von Vorgesetzten bekannt geworden, die zu schwersten Verletzungen mit bleibenden Behinderungen, zu Todesfällen und Selbstmorden aus Verzweiflung geführt hatten. Die Täter gingen überwiegend straffrei aus, da sie sich bisher durchweg auf ein funktionierendes Zusammenspiel von Militärärzten, Militärstaatsanwaltschaft und Militärrichtern verlassen konnten, die mithalfen, die wahren Gründe für die Verletzungen und Ermordungen von Rekruten zu vertuschen.

Brutale Herrschaft der "Längerdienenden"

Die IGFM erläutert: "Durch den Zwang der unbedingten Pflichterfüllung und des Gehorsams gegenüber Vorgesetzten kommen Jahr für Jahr in den russischen Streitkräften allein durch die Willkür brutaler Führer Tausende junger Menschen ums Leben. Dieses System hatte in der Sowjetunion einen eigenen Namen "Dedowschtschina", "Herrschaft der Längerdienenden". Nach einer kurzen Zeit der Öffnung der Kasernen infolge von Glasnost und Perestroika ist jetzt wieder eine deutliche Zunahme der Brutalität und der Opferzahlen festzustellen, verbunden mit der Verklärung der "Dedowschtschina" und der Vertuschung der Verbrechen."

Mitschuld an dieser Entwicklung trägt die wirtschaftliche Krise, aber auch die seit dem 1. Januar 2008 auf 12 Monate verkürzte reguläre Wehrdienstzeit, wodurch das Plansoll auf knapp 600.000 Einberufungen angestiegen ist. Um dieses Soll zu erfüllen werden regelrechte Jagden auf junge Männer veranstaltet und, laut Meldung des stv. Generalstabschefs Wassilij Semjonow, bis zu 12.000 Personen mit schwerstkriminellem Hintergrund, zum Teil zwecks Einberufung vorzeitig aus der Haft entlassen, eingezogen. Sogar eindeutig Kranke und Untaugliche, wie Epileptiker oder Herzkranke, wurden in die Uniform gesteckt und auch ausländische Bürger wurden während dieser "Jagdsaison" einberufen.

Mordversuch um Verbrechen zu vertuschen

Als Beispiel für besonders brutales Vorgehen und typisches Verhalten der Militärstaatsanwaltschaft nannten die Soldatenmütter das Schicksal von 16 jungen Soldaten, die am 2. Oktober 2009 von drei Offizieren in der Einheit 02511 in Kamenka bei Wyborg (Leningrader Gebiet) brutal zusammengeschlagen und misshandelt wurden, weil sie das von den Offizieren erpresste Geld nicht beibringen konnten.

Die Ärzte kämpfen immer noch um das Leben des 18jährigen Roman Kasakow, dem die Schädeldecke eingeschlagen wurde. Um das Verbrechen zu vertuschen, sperrten die Offiziere des Jungen in ein Privatauto eines Vorgesetzten und versuchten, ihn mit Abgasen zu vergiften. Als er schließlich bewusstlos gefunden worden war, verweigerten die Vorgesetzten trotz der schweren Verletzungen eine Überführung in das renommierte Burdenko-Militärhospital, wo man ihm die beste Versorgung hätte geben können. Die Militärstaatsanwaltschaft stellte stattdessen umgehend einen Bescheid aus, wonach Kasakow einen Selbstmordversuch unternommen hätte. Sein Schicksal ist besonders tragisch: Am 23.12.2009 wurde er Vater; seine Familie ist völlig mittellos.

Zwangspsychiatrie wegen Beschwerden über Misshandlung

Weil Anton Rusinow und Boris Iwanow (Einheit Nr. 74268) Beschwerden wegen Misshandlung durch Vorgesetzte beim Militärstaatsanwalt einreichten, wurden sie psychiatrische zwangsbehandelt und hohen Dosen Psychopharmaka ausgesetzt. Ähnlich erging es den Rekruten Wladimir Iwanow (Einheit Nr. 24538) sowie Igor Chlupin (Einheit Nr. 71611). Erst nachdem die Soldatenmütter St. Petersburgs den Missbrauch der Psychiatrie durch das Militär öffentlich machten und scharfen Protest einlegten, wurden die Rekruten von ihrem Martyrium befreit. Aber die Psychopharmaka hinterließen bei den Jugendlichen schwere Schäden.

Der Rekrut Viktor Nefjodow kam in die Strafeinheit Nr. 12801 nach Mulino bei Nischnij Nowgorod, weil er aus seinem Familienurlaub (schwere Operation seines Bruders) wegen schlechter Zugverbindung in seiner Einheit mit einer Verspätung um wenige Stunden eingetroffen war. Ende Oktober 2009 schlug ihm der vorgesetzte Offizier Kaschin im betrunkenen Zustand die Zähne ein, tiefe Platzwunden am Kopf mussten genäht werden. Anfang Februar 2010 musste er mit 20kg schweren Diskscheiben in der Hand die ganze Nacht auf dem Appellhof rennen. In einem Telefongespräch mit den Soldatenmüttern erklärte er, dass er sich das Leben nehmen wird, falls die Quälereien nicht enden werden.

Als extrem problematisch sehen die IGFM und das Soldatenmütterkomitee die Möglichkeit der Verlängerung der Wehrzeit auf bis drei Jahre, durch die der Rekrut zum Vertragssoldaten wird. Dies soll laut Gesetz auf freiwilliger Basis geschehen, in vielen Fällen wird die Unterzeichung mit brutalster Gewalt erpresst entweder mit Prügeln oder Zermürbung.



Hinweis für die Medien:
Gäste der diesjährigen Jahreshauptversammlung der IGFM am 27./28.3.2010 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn sind die Pressesprecherin des Soldatenmütterkomitees Elena Popowa in Begleitung eines misshandelten ehemaligen Rekruten.

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