(openPR) Er war weit über die thüringischen Landesgrenzen berühmt für seine spannenden Kriminalerzählungen und die einzigartigen historischen Romane: Paul Elgers. Der gelernte Drogist und ehemalige Cheflektor des Greifenverlages, der seine ersten Schreibversuche als Journalist in der »Täglichen Rundschau« veröffentlichte, hatte sich nach der Verstaatlichung des Verlagshauses auf der Heidecksburg 1964 als freier Schriftsteller in Rudolstadt endgültig niedergelassen. 1995 starb Elgers im Alter von 80 Jahren.
Pünktlich zum 95.Geburtstag (23.März) veröffentlicht der Greifenverlag nun auf der Leipziger Buchmesse (12.-21.März) einen spannenden historischen Roman, den Paul Elgers noch vor seinem Tod fertiggestellt hatte – zu einer Veröffentlichung kam es indes nicht: Zwei gescheiterte Privatisierungsversuche des traditionsreichen Verlagshauses, die mit der Insolvenz endeten, verhinderten dies. Ende des vergangenen Jahres einigten sich schließlich die Erben von Paul Elgers und der Greifenverlag darauf, die Werke des einstigen Hausautoren erneut zu publizieren.
Die Gespräche förderten schließlich zutage, dass eben jener Roman noch in der Schublade schlummert. Für den Roman »Im Schatten Napoleons«, in dem er die – oftmals unterschätzte – Rolle des Intriganten und berühmt-berüchtigten Mitrailleur de Lyon (Schlächters von Lyon), Joseph Fouchè, dem Herzog von Otranto, nachzeichnete, zog der 80jährige Autor noch einmal alle Register seines Könnens: Mehrfach zog es den betagten Schriftsteller in die französischen Archive. Dort fand er die Materialien für den authentischen Stoff, den er mit journalistischen Mitteln bearbeite. Herausgekommen ist ein fesselnder Roman mit erlebbaren Dialogen.
Als Polizeiminister war Fouchè die helfende Hand beim Staatsstreich des 18. Brumaire VIII und machte sich in der Folgezeit für den Ersten Konsul Napoléon Bonaparte unentbehrlich. Er organisierte ein ausgedehntes Spionagesystem über alle Klassen der Gesellschaft, die Familie des Ersten Konsuls nicht ausgenommen und unterhielt es hauptsächlich mit den Erträgen der Spielpacht, wobei er sich auch selbst bereicherte. Als Fouché sich der Verleihung des lebenslänglichen Konsulats an Napoléon widersetzte und dem Senat eine Begrenzung der Amtszeit auf zehn Jahre vorschlug, schaffte Napoléon das Polizeiministerium im September 1802 ab.
Napoléon misstraute dem Intriganten Fouchè zwar auf Lebenszeit, doch versuchte er sich gleichzeitig immer wieder, dessen Dienste zu sichern. Fouchè strauchelte in den unterschiedlichen Herrschaftssystemen zwar einige Male, doch schaffte er es immer wieder, sich in ein hohes Amt zu schleichen. Napoléon wusste sehr genau, dass er Fouchè nicht einfach abservieren konnte; dafür reichten dessen Beziehungen viel zu weit. Fouche selbst hatte erkennen müssen, dass er zwar den Respekt des Kaisers besaß, aber nie sein Vertrauen…
Paul Elgers
Im Schatten Napoleons
Greifenverlag zu Rudolstadt & Berlin
Ca. 200 Seiten
ISBN 978-3-86939-170-0
Erscheint:
ab 24.Februar in den Geschäftsstellen der TA, OTZ und TLZ
ab 18.März über den Buchhandel










