(openPR) Junge Menschen meistern ihr Leben erfolgreich
Luzern, 03.02.2010 – Starke Schmerzen im Unterbauch, Durchfall und immer wieder neue Medikamente, weil die bisherigen nicht mehr helfen – das ist der Alltag von Patienten mit Morbus Crohn. Diese chronische Darmkrankheit ist weiter verbreitet als viele annehmen: in einer Stadt mit 100.000 Einwohnern gibt es durchschnittlich 150 Betroffene. Morbus Crohn ist jedoch ein Tabuthema und steht daher selten in der Öffentlichkeit. Sie bricht vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus, die sich aus Scham immer weiter in die Isolation zurückziehen. Zudem müssen Schule und Ausbildung oft durch Krankenhausaufenthalte unterbrochen werden, der Einstieg ins Berufsleben gestaltet sich für viele schwierig.
Besonders tückisch ist der schubweise Verlauf von Morbus Crohn. Manchmal verschwinden die Krankheitsanzeichen über Monate oder sogar Jahre, kommen dann aber zurück. Auch die Ursache der Erkrankung ist bisher nicht geklärt, eine Heilung nicht möglich. Ausgelöst werden die typischen Entzündungen, die sich vor allem auf den Dünn- und Dickdarm ausbreiten, durch eine Fehlsteuerung im Immunsystem. Für die Ursache von Morbus Crohn gibt es bis jetzt keine schlüssige Erkenntnis, Tatsache ist, dass Abwehrzellen körpereigenes, gesundes Gewebe angreifen. Dies könnte einerseits durch eine Autoimmunreaktion hervorgerufen werden oder, wie neuere Modelle vermuten, durch eine Barrierestörung, die sich durch eine erhöhte Durchlässigkeit und verschlechterte Funktionalität der normalen Darmwand kennzeichnet. In beiden Fällen reagiert das Immunsystem auf ein übermässiges Eindringen von Darmbakterien in bzw. unter die Darmschleimhautschicht, was eine chronische Entzündung des Gewebes zur Folge hat.
Die richtige Therapie
Umso wichtiger ist es, die individuell passende Therapieform zu finden, mit der sich das Leben wieder normalisieren lässt. Gerade Betroffene mit einem schweren Krankheitsverlauf bekommen oft immer wieder andere und stärkere Medikamente verabreicht, die sich jedoch nicht zur Langzeittherapie eignen und mit vielen Nebenwirkungen verbunden sind. Hoffnung gibt es durch so genannte Biologics: Diese Präparate sind körpereigenen Stoffen nachempfunden und können in Prozesse, wie die Immunabwehr, gezielt eingreifen. Sie blockieren den Botenstoff TNF alpha, der den Abwehrzellen bei Morbus Crohn signalisiert, dass sie die eigentlich gesunde Darmschleimhaut angreifen sollen.
Die Medikamente werden entweder als Infusion vom Arzt verabreicht, wobei ein Termin alle acht Wochen in der Praxis oder im Spital genügt. Eine andere Möglichkeit ist die subkutane Injektion, bei der das Medikament vom Patienten selbst alle 2-4 Wochen unter die Haut gespritzt wird.
Bei vielen Betroffenen verbessern sich die Krankheitszeichen so weit, dass Sie wieder ein völlig normales Leben führen können. Dazu gehört neben der Ausbildung und dem Beruf auch, seine Freizeit wieder nach eigenen Wünschen zu gestalten. Weitere Informationen zur Krankheit und Therapiemöglichkeiten sowie praktische Tipps für den Alltag finden Patienten unter www.crohnscorner.ch.








