(openPR) Der Körperbehinderten-Verein Stuttgart und das Seehaus Leonberg stellen ihre Arbeit beim Bundespräsidenten vor
Berlin. Wohlfahrtsmarken sind jung geblieben. Im 61sten Jahr nach Erscheinen des ersten Markensatzes „Helfer der Menschheit“ kennzeichnet eine technische Premiere die Marken – erstmals in der postalischen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland duften Briefmarken. Der Markensatz 2010 zeigt Obstmotive: Erdbeere, Heidelbeere, Zitrone und Apfel. Der Körperbehinderten-Verein Stuttgart, das Seehaus Leonberg und vier weitere durch die Wohlfahrtsmarkenerlöse geförderte Projekte werden dem Bundespräsidenten präsentiert.
Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege versprechen sich von den duftenden Briefmarken eine rege Nachfrage - nicht nur bei Sammlern. Das Sozialwerk Wohlfahrtsmarken ist eine wichtige Finanzierungsquelle für die Arbeiterwohlfahrt, Caritas, den Paritätischer Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rotes Kreuz, die Diakonie sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, denn die Erlöse aus dem Verkauf der Marken fließen in ihre sozialen Projekte ein.
Die Idee, mit Briefmarken zu helfen, ist alt – älter als die Wohlfahrtsmarken. Bereits 1919, kurz nach Beendigung des Ersten Weltkrieges, wurden zwei Briefmarken mit dem Aufdruck „5 Pf für Kriegs-beschädigte“ herausgegeben. Vielen Kriegsversehrten konnte damals mit dem Verkaufserlös dieser „Germania-Marke“ geholfen werden. In den 20er und 30er Jahren erschienen dann eine Reihe von „Nothilfemarken“, deren Verkaufserlös ebenfalls in verschiedene soziale Einrichtungen und deren Hilfsaktivitäten floss.
„Helft und schenkt Freude, kauft Wohlfahrtsmarken“ – mit diesem Motto bewarb der Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes und Begründer der Wohlfahrtsmarken, Monsignore Kuno Joerger, das Sozialwerk zu dessen Start im Jahr 1949. Zu einer der ersten Maßnahmen zählte die Organisation von Erholungsreisen für Kinder im Nachkriegsdeutschland. Heute betreuen die sechs Verbände insgesamt fast vier Millionen Menschen in bundesweit nahezu 100.000 Einrichtungen. Das Spektrum ihrer Arbeit reicht von Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, Gesundheits- und Familienhilfe über soziale Maßnahmen für Arbeitslose, Flüchtlinge und Suchtkranke bis hin zur internationalen Katastrophen-hilfe. Hier zählt jeder Cent. Und tatsächlich haben seit Beginn über vier Milliarden abgenommene Wohlfahrts- und (seit 1969) Weihnachtsmarken bis heute einen rechnerischen Erlös von mehr als 600 Millionen Euro erzielt.
Die erstmals im Geburtsjahr der Bundesrepublik Deutschland herausgegebenen Wohlfahrtsmarken wurden schnell beliebt und so bekannt, dass 1956 der erste deutsche Bundespräsident Theodor Heuss als Schirmherr des Sozialwerkes gewonnen werden konn-te. Dieses Amt wird seitdem traditionell vom jeweils amtierenden Bundespräsidenten wahrgenommen.
Am 7. Januar 2010 überreichte der Bundesminister der Finanzen, Dr. Wolfgang Schäuble, Herrn Bundespräsidenten Professor Dr. Horst Köhler die neue Markenserie „Obst“ im Schloss Bellevue. Dabei wurde der Körperbehinderten-Verein Stuttgart und Prisma e.V. mit dem Seehaus Leonberg und vier weitere ausgewählte Projekte, die durch den Erlös der Wohlfahrtsmarken gefördert werden, dem Bundespräsidenten persönlich vorgestellt.
Else Oertle konnte dem Bundespräsidenten die Arbeit des Körperbehinderten-Vereins Stuttgart (KBV) vorstellen. Oertle ist weit über 80 Jahre alt und kümmert sich seit etwa 30 Jahren sehr erfolgreich um den Verkauf von Wohlfahrtsmarken. Sie ist Mitbegründerin und treibende Kraft des Vereins. „Ein gutes Leben leben“: Das ist das Motto des Vereins, der sich seit nunmehr 45 Jahren dafür einsetzt, dass Barrieren und Schranken fallen, damit auch körperbehinderte Menschen als vollwertige Mitglieder am öffentlichen Leben teilnehmen können. Fahrdienste, familienentlastende Hilfen, Pflegehilfsdienste, tägliche Freizeitangebote im integrativen Jugendclub Alex-Club oder ambulante Wohnprojekte sind nur einige Beispiele für das Engagement des KBV. Die Wohlfahrtsmarken spielen eine wichtige Rolle im Vereinsleben und helfen, das ein oder andere Extra zu ermöglichen.
Dr. Rolf Alexander Morié und Tobias Merckle vom Verein Prisma konnten dem Bundespräsidenten ihre Arbeit persönlich vorstellen. Durch Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll initiiert betreibt Prisma e.V. seit 2003 das Seehaus Leonberg, ein Modellprojekt für straffällige Jugendliche als Alternative zum Gefängnis. Straffällige Jugendliche können sich aus dem Gefängnis heraus für das Projekt bewerben. Bis zu sieben Jugendliche wohnen mit Hauseltern und deren eigenen Kindern zusammen und erfahren so – oft zum ersten Mal in ihrem Leben Liebe und Geborgenheit. Gleichzeitig erwartet sie ein strikt durchstrukturierter Arbeitsalltag. Von 5.45 Uhr angefangen mit Frühsport bis 22.00 Uhr ist volles Programm. Die Jugendlichen gehen eine harte Lebensschule durch. Gleichzeitig können sie ihren Hauptschulabschluss und das 1. Lehrjahr in Bauberufen absolvieren, erlernen Sozialverhalten, führen gemeinnützige Arbeit durch, erleben christliche Normen und Werte und üben u.a. durch Sport und Musik positives Freizeitverhalten ein.
Wohlfahrtsmarken können direkt beim KBV (www.kbv-stuttgart.de), bei Prisma e.V. (www.prisma-jugendhilfe.de/shop/wohlfahrtsmarken), bei allen Postschaltern oder bei den Wohlfahrtsverbänden unter www.wohlfahrtsmarken.de bestellt werden.











