(openPR) Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche: Interpol listet in seiner "Child Abuse Image Database" Internet-Bilder von mehr als 20.000 Opfern auf; davon konnten bisher nur etwa 500 identifiziert werden. Der Umfang der Grauzone ist auch nicht annähernd einzuschätzen, berichten Dr. Heinz Kindler und Kolleginnen in "Kindesmisshandlung- und Vernachlässigung".
Das Internet ist ein "fluides, sich veränderndes Medium. Verschiedene Autoren haben von einer Tendenz berichtet, dass Darstellungen sexueller Gewalt gegen Kinder verstärkt über abgeschirmte Wege, wie etwa im privaten Mailverkehr, zirkulieren.
Wenn entsprechende Dateien öffentlich zugänglich gemacht werden, scheinen sie in der Regel nur kurze Zeit auf einem Server zu lagern. Über 60% der Internet-Seiten mit Darstellungen sexueller Gewalt gegen Kinder, die der Internet Watch Foundation bekannt wurden, waren weniger als fünfzig Tage seit der Meldung geschaltet, ca. 20% weniger als hundert Tage. Nur knapp 20% der Domains waren länger als 100 Tage online."
Zum Schicksal der Opfer liegen nur vereinzelte - und durchaus problematische Studien vor. "Die Ergebnisse zeigen, dass die betroffenen Kinder überwiegend nicht oder nur sehr ausschnitthaft über ihre Erfahrungen sprechen konnten. Auch wenn in manchen Fällen Gedächtniseffekte eine Rolle gespielt haben mögen, handelte es sich vermutlich überwiegend um Auswirkungen von Scham und Vermeidung..."
H. Kindler, R. Derr, S. Herzig:
Kinderschutz und neue Medien
in: Kindesmisshandlung und Vernachlässigung 1/2009, S. 5-22











