(openPR) BFW Bayern: Wohnungsengpässe in wachstumsstarken Städten spitzen sich 2005 weiter zu
München – Sinkende Baugenehmigungen, weniger Fertigstellungen sowie der Zuzug von 30.000 Menschen – diese Belastungsfaktoren ziehen ein schrumpfendes Angebot auf den bayerischen Immobilienmärkten in 2005 nach sich, unterstreicht Josef L. Kastenberger, Vorsitzender des Landesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Das werden insbesondere Mieter an wirtschaftlich starken Standorten – wie zum Beispiel in München, Regensburg oder Augsburg – im nächsten Jahr durch höhere Preise zu spüren bekommen. Nur wenn es gelinge, mit Hilfe von privaten Investitionen den Neubau von Eigenheimen und Eigen-tumswohnungen anzukurbeln, lassen sich die drohenden Wohnungsengpässe vermeiden.
Nach dem die Baugenehmigungen in 2003 laut Statistischem Landesamt sprunghaft um fast 18 Prozent auf 62.645 Wohnungen geklettert sind, steht für die ersten neun Monate 2004 ein Minus von 7,6 Prozent auf 38.856 Einheiten gegenüber dem Vergleichswert aus dem Vorjahr in der Bilanz. Im vergangenen Jahr bescherte die Diskussion um die Abschaffung der Eigenheim-Zulage dem Wohnungsbau noch eine Sonderkonjunktur. Bauvorhaben wurden vorgezogen aus Angst, die staatliche Förderung nicht mehr in Anspruch nehmen zu können. Dieser Effekt ist ausgelaufen. „In 2004 sorgten sich die Menschen mehr um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze und stellten große Investitionen zunächst zurück“, beschreibt Kastenberger das Hauptproblem.
30.000 Menschen suchen Wohnraum in Bayern
Gleichzeitig zöge es immer mehr Menschen in die wirtschaftlich starken Standorte wie München, Ingolstadt, Regensburg oder Augsburg. „Unter dem Strich sprechen wir für das kommende Jahr laut Berechnung des Statistischen Landesamtes von einem Zuzug aus anderen Bundesländern von mehr als 30.000 Menschen“, betont der Landesvorsitzende.
In aller Regel ende die Suche nach Wohnraum in einer Mietwohnung bis sich die berufliche Position gefestigt habe. Erst danach dächten die Neu-Bayern über den Erwerb von Wohneigentum nach. Mit der Folge, dass die Mieten kräftig anzögen, da trotz historisch niedriger Zinsen immer weniger gebaut werde. Mietsteigerungen um mindestens fünf Prozent seien die Folge, erwartet Kastenberger.
Renaissance der Immobilie als Kapitalanlage
Der Favorit bei den jungen Leuten ist die Eigentumswohnung in der Groß- oder Mittelstadt. Das hat das Geographische Institut der Universität Heidelberg festgestellt. Die Vermietbarkeit an Standorten wie in guten Münchner Lagen sei auch in 20 Jahren noch gegeben, ist sich Kasten-berger sicher. Angesichts des aktuellen historischen Zinstiefs könne die vermietete Wohnimmobilie auch als Kapitalanlage konkurrieren. In jedem Fall stehe die selbst genutzte Wohnimmobilie in der Gunst der Anleger weiterhin ganz oben wie eine Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes eindeutig belegt. Danach favorisiere fast jeder zweite Anleger die eigenen vier Wände als Altersvorsorge.
Moderne Grundrisse für Jung und Alt
Lösungsansätze sieht Kastenberger vor allem in neuen Wohnformen. Das gelte für die Bedürfnisse junger und alter Menschen gleichermaßen. Jeder zweite Münchner lebt allein. Der Anteil der 65- bis 75-Jährigen klettert in Bayern bis zum Jahr 2010 um 20 Prozent. Weiter geht aus dem Altenpflegereport der Immobiliengruppe Terranos hervor, dass bis 2010 Jahr für Jahr 12.500 Betten in Pflegeheimen fehlen. Investitionen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro wären notwendig, um die erforderliche Infrastruktur aufzubauen. „Vor diesem Hintergrund gewinnen seniorengerechte Wohnungen an Bedeutung. Hier geht es um barrierefreies Wohnen, größere Bäder oder nahe gelegene Einkaufsmöglichkeiten“, zählt Kastenberger auf.
Für junge Menschen zwischen 30 und 40 Jahren gehören das kulturelle Angebot sowie ein intaktes Zusammenleben mit den Nachbarn, Balkon beziehungsweise Terrasse oder auch ein Arbeitszimmer zum Pflichtprogramm. Solche modernen Grundrisse für Jung und Alt seien zwangsläufig eine Domäne des Neubaus.
Investitionsbedingungen verbessern
Gerade der Erwerb von Wohnungseigentum in Neubauten falle insbesondere jungen Familien mit Kindern in wirtschaftlich starken Regionen mit hohen Preisen zunehmend schwer. Daran sei nicht zuletzt die anhaltende Diskussion um die Eigenheim-Zulage Schuld.
Die einzige Chance auf Entlastung der Immobilienmärkte in Wachstumsregionen sieht Kastenberger im Neubau von Eigenheimen und Eigentumswohnungen. Dafür seien Planungssicherheit sowie eine Vereinfachung des Mietrechts unabdingbare Voraussetzungen. Nur so ließen sich Investitionen an wirtschaftlich starken Standorten anregen, Wohnraum schaffen und Engpässen begegnen.
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Der Abdruck ist frei. Wir bitten um ein Belegexemplar.
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Im BFW Bayern sind rund 250 freie Immobilien- und Wohnungsun-ternehmen im Freistaat zusammengeschlossen. Ihr Schwerpunkt ist das klassische Bauträger-Geschäft für Eigenheime, Eigentumswohnungen und Gewerbebau. Sie haben im vergangenen Jahr rund 30.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten mit einem Investitionsvolumen von 5,4 Mrd. Euro fertig gestellt. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder nach außen und dient der Information und Beratung sowie dem Meinungsaustausch. Vorsitzender ist Josef L. Kastenberger, Inhaber der J.K. Wohnbau GmbH, in München.
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