(openPR) Für die Bewohner des Wohnheims Birkach in Stuttgart ist Silvester ein ganz besonderer Tag
Stuttgart, den 23. Dezember 2009 - Für die Bewohner des Wohnheims Birkach des Behindertenzentrums Stuttgart (bhz) ist die Silvesterfeier etwas ganz Besonderes. Sie wird gemeinsam von Bewohnern und Mitarbeitern gestaltet.
Steffen Wannenmacher, Werkstattbeschäftigter beim bhz und Bewohner in Birkach, verbringt die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig bei seiner Familie. Seit mehreren Jahren unterbricht der 35-Jährige jedoch seinen Aufenthalt bei den Eltern und kehrt ins Wohnheim zurück. Der Grund: Die gemeinsame Silvesterfeier. Sie ist etwas Besonderes, das sich zwei Drittel der derzeit 29 Bewohner nicht entgehen lassen wollen.
Die alljährliche Party steht jeweils unter einem bestimmten Motto, und diesem passen sich Programm, Kleidung und Abenddekoration an. „Stars und Sternchen“ lautet es dieses Jahr. „Dies bedeutet, dass wir verkleidet zur Silvesterfeier kommen“, berichtet Michaela Maile, die ebenfalls im Wohnheim Birkach lebt. Welches Kostüm gewählt wird und welcher Programmbeitrag zum Motto des Abends passt, beschäftigt derzeit in Birkach die Gemüter.
Wannenmacher, der eine komödiantische Gabe hat, wird den Heinz Becker geben. Maile hat sich ebenfalls einen eigenen Programmbeitrag überlegt, will diesen aber noch nicht verraten. Auf jeden Fall wird sie als Bauchredner auftreten, ist ihr zu entlocken.
Schon die Vorarbeiten für das Fest sind etwas Besonderes: Das kalt-warme Buffet wird von Mitarbeitern und Bewohnern gemeinsam vorbereitet. So übernehmen die Bewohner zum Beispiel das Kartoffelschälen und kochen den Pudding. Einige besorgen zudem extra etwas für den Abend.
Ab 18 Uhr steigt die Party. Mitarbeiter haben Spiele vorbereitet, außerdem gibt es Darbietungen und natürlich auch Tanz. Viele Programmbeiträge entstehen im Laufe des Abends auch spontan.
Natürlich werden im Vorfeld auch ausreichend Böller eingekauft. Denn besonders die männlichen Bewohner lassen es sich nicht nehmen, um 00:00 Uhr kräftig zu ballern. Dazu gehen sie vors Haus, der Rest schaut vom Balkon im ersten Stock zu und betrachtet außerdem das Feuerwerk ringsum. Vor allem beim benachbarten Jugendhaus krache es ordentlich, wissen Wannenmacher und Maile zu berichten. Der Blick reicht aber auch hinüber zum Asemwald, nach Birkach und bis Degerloch.
An Neujahr feiert eine Mitbewohnerin ihren Geburtstag, auf den alle gemeinsam anstoßen. Ein harter Kern feiert dann bis um drei oder vier Uhr morgens weiter.
Die Mitarbeiter, die an Silvester Dienst haben, sind ebenfalls ein eingeschworenes Team. „Die Jungen wollen natürlich mit ihren Freunden feiern und sind am Anfang nicht so begeistert“, berichtet Hausleiter Joachim Ziegler. „Jeder, der dabei war, hat es aber nicht bereut“, weiß er. So gebe es für Silvester einen festen Stamm, sie werden durch Teilnehmer des Freien Sozialen Jahrs und Zivildienstleistende verstärkt.
„Wir sind im Wohnheim Birkach wie eine große Familie“, sagt Steffen Wannenmacher. „An Silvester wird das besonders deutlich.“ Das gemeinsame Fest ermögliche es, sich auf andere Art kennenzulernen und näher zusammenzurücken. Dazu gehört auch, dass das Aufräumen gemeinsam erledigt wird, eine Aufgabe, vor der sich auch die Bewohner gerne drücken.
Spaß haben dennoch alle. Die Silvesterparty stärke die Gemeinschaft, fasst Wannenmacher zusammen, und erzählt schmunzelnd, wie ein Zivi, der das erste Mal dabei war, nach dem Fest sagte: „Ich wusste gar nicht, dass man auch ohne Alkohol so lustig, ausgelassen und verrückt feiern kann.“












