(openPR) Innovative Klang-Bewegungsperformance des Künstlers Benoît Maubrey involviert sorbische Tänzerinnen in stilisierter Festtagskleidung
Anlässlich der Hörkunsttage obPHON´10 im nächsten Juli in Kirschau/Sachsen werden obART - das Kunstlabel im sächsischen Oberland und das Sorbische National Ensemble in Zusammenarbeit mit dem international anerkannten franko-amerikanischen Soundkünstler Benoît Maubrey (www.benoitmaubrey.com) das Kunstprojekt "DIE SORBEN 3000" präsentieren. Diese Klangperformance wird darüber hinaus in Bautzen und auf dem Musikfest Schmochtwitz 2010 zu erleben sein.
Nachdem zunächst der von der Bundeskulturstiftung unterhaltene Fonds Darstellende Künste e.V. die gesamte Summe der beantragten Fördermittel für dieses Projekt zugesagt hatte, bekommt die Kunstinitiative Kirschau e.V., Träger des Kunstlabels obART, nun auch finanzielle Unterstützung von der Stiftung für das sorbische Volk.
"DIE SORBEN 3000" ist eine Performance, in welcher Tänzerinnen des Sorbischen National Ensembles oder begabte sorbische Laientänzerinnen sich in stilisierter sorbischer Festtagskleidung tänzerisch im Publikum bewegen, und mittels ihrer elektronisch ausgestatteten Kleidung in audiale Kommunikation begeben. Die Kostüme der "SORBEN 3000" werden mit Solarzellen und einer kompletten ambulanten elektronischen Soundanlage inkl. Mikrofon, Recorder, Verstärker, digitalem Speicher und Lautsprecher ausgestattet. Die Tänzer/Performer können somit mittels ihrer Trachten und Bewegung Klänge ihrer Umgebung sowie traditionelle sorbische Musikstücke direkt aufnehmen, speichern, samplen und mischen. Durch Samples und Loops entsteht eine Neuinterpretation sorbischer Tänze und Musik. Es erfolgt eine direkte Interaktion zwischen Ort, Publikum, Bewegung und Klang.
Die Verbindung von Elementen zeitgenössischer Performancekunst mit dem traditionellen Auftreten sorbischer Tänzerinnen in stilisierter Festtagskleidung soll bewusst einen Bruch, ein Aufbrechen der Außenwahrnehmung der Sorben in der Lausitz und darüber hinaus erzielen. Modellhaft wird so eine Brücke zwischen den Traditionen einer nationalen Minderheit und zeitgenössischer Performancekunst sowie technischer Innovation geschlagen.
Der in der internationalen Klangkunstszene bekannte und anerkannte Soundkünstler Benoît Maubrey arbeitet vorzugsweise mit 'klingenden Körpern', 'sprechenden Kleidern' und in öffentlichen Räumen. Seine Arbeiten wurden unter anderem in Sao Paulo, Bilbao, Singapur, Taiwan, Tokio und New York gezeigt. Neben der Performance wird er eine Einführung in sein Werk geben. Diese soll im Rahmen einer offenen Probe auf der Studiobühne des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen stattfinden.
Die Hörkunsttage obPHON vom 1. bis 11. Juli 2010 schaffen eine Plattform für radiophone und akustische Kunstformen, Hörspiele, Klanginstallationen sowie Audio-Art. Bei diesem Festival soll jedoch nicht nur das Hören, sondern auch das damit verbundene Erleben im Vordergrund stehen. Stimmen, Töne, Geräusche und die akustischen Möglichkeiten des Aufführungsraumes werden zu Erlebnissituationen gestaltet. Dabei kommen Mittel des Hörfunks ebenso zum Einsatz, wie Installationen, Performances oder Aufführungen ungewöhnlicher Kompositionen. Alle teilnehmenden Künstler prägen während obPHON aktiv mit ihren Klang-, Geräusch- und Hörinstallationen den Festivalbereich und beleben so bislang ungenutzte Immobilien, markante Orte und Freiflächen der Gemeinde. Ein gesamter Ort wird Klangraum.
Informationen zu Benoît Maubrey:
Benoît Maubrey ist Leiter der Berliner Kunstgruppe DIE AUDIO GRUPPE, welche elektronische Kostüme herstellt und mit ihnen auftritt (Beispiele: AUDIO BALLERINAS, AUDIO GEISHAS, AUDIO STEELWORKERS, BONG BOYS, AUDIO PFAUEN). Im Wesentlichen sind dies elektroakustische Kostüme und Kleider (ausgestattet mit Verstärkern und Lautsprechern), die Geräusche erzeugen, indem sie mit ihrer Umwelt interagieren. Zum Beispiel benutzen die AUDIO BALLERINAS - neben anderen elektronischen Geräten - Lichtsensoren, die ihnen erlauben, Klänge durch Zusammenspiel von Bewegungen und dem Licht der Umgebung zu erzeugen. Durch Bewegungssensoren können sie darüber hinaus elektronische Geräusche auslösen, die danach in musikalische Kompositionen als ein „Audio Ballett“ choreografiert oder „instrumentiert“ werden. Die AUDIO BALLERINAS, erstmals 1990 konzipiert, sind auch heute noch ein sehr lebhaftes, dynamisches und erfolgreiches Projekt. Die Arbeit von DIE AUDIO GRUPPE ist im Wesentlichen ortsspezifisch. Oft wird die Elektronik in völlig neue „Audio Uniformen“ oder „Klangkostüme“, welche lokale Bräuche, Themen oder Traditionen widerspiegeln (AUDIO GEISHA/Japan, AUDIO CYCLISTS/Frankreich, AUDIO HANBOK/Korea), umgearbeitet.













