(openPR) Hamburg, 23. Dezember 2009. Der Vorstandssprecher der Bahn stolpert über einen Datenskandal. Der Arbeitsminister muss auf-grund seiner Informationspolitik zurücktreten. Der Spiegel titelt über Siemens: „Bestechung aus Tradition.“ – Wieso scheinen nach 60 Jahren PR- und Kommunikationsmanagement in Deutschland Skandale zuzunehmen, die auf unethisches Verhalten und mangelnde Kommunikation zurückzuführen sind? Eine Studie der MHMK Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg ergibt: Nicht mal 50 Prozent der Kommunikationsabteilungen von Unternehmen bekommen interne Aufträge von ihrem Mana-gement erteilt, geschweige denn Ziele vorgege-ben.
Dass PR- und Kommunikationsmanagement ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen sein kann, betonen Praxis und Forschung immer wieder. Die meisten Organisationen verfügen denn auch über Abteilungen für Unternehmenskommunikation, Öffentlichkeitsarbeit oder Public Relations. „Wie also sind die aktuellen Skandale von Unternehmen und auch Ministerien erklärbar?“, so die Forschungsfra-ge der Kurzstudie.
Die zentralen Ergebnisse:
- Fast 50 Prozent der Kommunikationsabteilungen werden keine internen Aufträge erteilt
- Gerade 50 Prozent der Kommunikationsabteilungen werden Kommunikationsziele vom Vorstand vorge-geben
- Fast 50 Prozent gestalten sich ihre Aufträge selbst
- Nur zehn Prozent der Kommunikationsabteilungen setzen Strategievorgaben um
- Rund 15 Prozent der Kommunikationsabteilungen entwickeln selber Strategien
- Rund 30 Prozent der befragten Unternehmen wer-den mittels einer Balanced Scorecard geführt, aber nur bei gut 20 Prozent der so geführten Unternehmen berücksichtigen dabei explizit die Kommunikation
- Gut 40 Prozent erstellen eine Leistungsbericht für ihre Abteilung
Prof. Dr. Jan Lies, Initiator der Studie, kommentiert die Ergebnisse: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die PR- und Kommunikationsabteilungen in ihrer Arbeit vom Management abgekoppelt werden, wenn es um die interne Einflussnahme auf imagerelevanten Verhaltensweisen von Unternehmen oder Ministerien geht.“ Die vorliegende Studie bestätigt den Befund anderer Untersuchungen, wenn es etwa um die Anerkennung von PR-Abteilungen in ihrer eigenen Organisation geht oder um die Selbsteinschätzung der Bedeutung des eigenen Bereichs im Vergleich zu anderen Abteilungen wie Finanzen oder Vertrieb.
Die PR- und Kommunikationsmanagementfor-schung der MHMK hat 84 Unternehmen dazu befragt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, zeigt aber indikativ weiteren Forschungsbedarf auf. Das Interesse weiterer Projekte gilt beispielsweise der Frage, ob Managementverhalten aufgrund bestimmter Rechtsformen von Unternehmen Ein-fluss auf die Reputation haben. Die komplette Studie ist kostenfrei bei MHMK in Hamburg be-stellbar.
Über die MHMK
Die Macromedia Hochschule für Medien und Kom-munikation (MHMK) ist mit ca. 1.500 Studierenden und 50 Professoren die größte private Medienfach-hochschule Deutschlands. Ihr Anspruch ist es, ihre Studierenden nicht nur fachlich und methodisch auszubilden, sondern sie in ihrer persönlichen Ent-wicklung zu fördern. Die MHMK bietet in München, Stuttgart, Köln, Hamburg und Berlin Bachelor- und Masterstudiengänge, die das gesamte Spektrum der Konzeption, Gestaltung, Produktion und das Management von Medien abdecken. Das Bache-lorstudium ist in den Fächern Digitale Medienpro-duktion, Film und Fernsehen, Journalistik und Me-dienmanagement mit insgesamt fünfzehn Studien-richtungen möglich. Zum Herbst 2009 wurde die Master School eröffnet, mit den Studiengängen Medien und Design sowie Medien- und Kommuni-kationsmanagement. Alle Studiengänge sind durch die Akkreditierungsagenturen FIBAA bzw. Acquin zertifiziert. Am Campus München sind ca. 300 Studierende eingeschrieben. Weitere Informationen unter www.mhmk.de.









