(openPR) Die Normal-Phase-Chromatographie erfreut sich im Allgemeinen nicht großer Beliebtheit. Schlechte Reproduzierbarkeit der Ergebnisse wird allgemein als Argument gegen die NP-Chromatographie angeführt. Viele Probleme lassen sich jedoch vermeiden und ermöglichen dem Anwender, die Stärken dieser Technik wie u. a. die Trennung von Stellungs- und Stereoisomeren zu nutzen.
Zunächst sollte jedoch unbedingt vorher geklärt werden, ob und inwieweit die Pumpen modifiziert werden müssen: bei vielen Modellen müssen spezielle Dichtungen eingebaut werden, die mit dem unpolaren Laufmittel kompatibel sind. Hier empfiehlt es sich, beim Hersteller nachzufragen.
Eine der Ursachen bei der Verwendung von reinem Kieselgel für die o. g. Probleme ist allgemein bekannt und wird dennoch selten berücksichtigt: Wasser wird stets an der Kieselgeloberfläche adsorbiert und belegt somit Wechselwirkungsplätze, die für die Probe nicht mehr zur Verfügung stehen. Schwankende Wassergehalte in den Lösungsmitteln (oder der injizierten Probe) können daher drastische Veränderungen der Retention verursachen und die Trennung erheblich beeinflussen.
Zu empfehlen ist daher ein wassergesättigtes Lösungsmittel und ein – wie auch immer – „getrocknetes“ Lösungsmittel (Molekularsieb, Natrium oder Na/Pb u.a.m.) zu verwenden und den Wassergehalt des Eluenten auf einfachste Weise durch eine anteilige Mischung beider konstant zu halten oder ihn definiert zu ändern. Denn gelegentlich kann ein geringer Anteil an Wasser im Eluenten eine Trennung überhaupt erst ermöglichen!
Zu beachten ist außerdem: Die Trennsäulen benötigen nach Änderung der Bedingungen oder nach einem Regenerierungsschritt erhebliche Equilibrierungszeiten – diese sind häufig 10mal so lang wie bei der Verwendung von RP-Säulen. Da Trennungen im NP-Mode sehr empfindlich auf Temperaturunterschiede reagieren, ist eine Temperierung unerlässlich. Bei Beachtung dieser Besonderheiten lassen sich hervorragende, mit der RP-Chromatographie oft nicht erreichbare Ergebnisse erzielen, wie die Basis-linientrennung des ?- und ?-Tocopherols zeigt.










