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Auch Tumore bilden Stammzellen

23.11.200917:48 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Auch Tumore bilden Stammzellen
DNA-Analyse bedeutet arbeiten in einer sterilen Umgebung (Laminarflow-Werkbank)
DNA-Analyse bedeutet arbeiten in einer sterilen Umgebung (Laminarflow-Werkbank)

(openPR) Diese Erkenntnis könnte helfen Tumorzellen in Zukunft effektiver zu bekämpfen, als bisher.
Als Richard Nixon 1971 dem Krebs den Krieg erklärte (War on Cancer), hatten viele gedacht man könnte innerhalb der nächsten 25 Jahre den Krebs besiegen. Aber auch ein extra dafür neu geschaffenes Gesetz, der National Cancer Act, konnte dieses Ziel nicht verwirklichen.


Wenn überhaupt dann können nur Naturwissenschaftler Licht ins Dunkel bringen. Seit 1971 wurden sehr viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur über Tumore, sondern auch über Viren, erhalten. In vielen Krebsfällen tragen nämlich Viren einen erheblichen Teil zur Tumorentstehung bei.

Jetzt, wo Stammzellen in aller Munde sind, leider auch in Politikermünder, machen Lander und Kollegen mit einer sehr interessanten Forschungsarbeit zu Tumorstammzellen auf sich aufmerksam. Veröffentlicht wurde diese Arbeit in der Fachzeitschrift „Cell“.
Bei den Arbeiten mit Tumorstammzellen entdeckten die Forscher, daß eine Substanz Namens Salinomycin Tumorstammzellen effektiv abtötet. Jetzt fragen Sie sich sicher, wozu das gut sein könnte. Stammzellen an sich werden doch sonst immer nur als sehr positiv besetzt bewertet. Aber Tumorstammzellen? Es ist allgemein bekannt, dass Tumorzellen schwer zu bekämpfen sind. Bei einer schweren Krebserkrankung gewinnt man mit der Chemotherapie und/oder Strahlentherapie oft nur ein wenig Zeit. Man kann zwar Tumorzellen abtöten, jedoch kommt der Krebs oft mit einem Rezidiv zurück, zum Glück aber nicht immer.
Man nimmt heute an, daß der Krebs zurück kommen kann, weil weder die Bestrahlung noch die heute benutzte Chemotherapie diese Tumorstammzellen abtöten kann. Das ist eine wichtige Erkenntnis. Die Tumorstammzellen feuern quasi die Krebsentstehung immer wieder von neuem an. Kaum ist die Chemotherapie beendet, beginnen diese Stammzellen erneut mit ihrem zerstörerischen Werk und erzeugen neue Tumore. Genau an diesem Punkt haben Lander und seine Kollegen angesetzt. Sie haben aus Brustkrebstumoren Tumorstammzellen isoliert und diese kultiviert. Das schreibt sich leicht, aber die Experimente waren nur sehr schwer auszuführen. Stammzellen sauber und rein zu kultivieren ist äußerst aufwendig. Aber nur so geht es. Wie sonst sollte man herausfinden, wie man diese unheilbringenden Stammzellen vernichten kann.

Nachdem die Zellkultur gelungen war, konnte die Forschergruppe um Lander große Substanzbibliotheken mit tausenden von Substanzen auf Wirksamkeit gegen Brustkrebstumorstammzellen testen. Dabei fiel Salinomycin auf, ein Antibiotikum welches in der Tiermedizin bei Geflügel gegen Erkrankungen mit Einzellern eingesetzt wird. Das ist wirklich spannend, denn Salinomycin ist kein Zellgift, wie sonst fast alle Chemotherapeutika. Salinomycin schädigt nur Tumorzellen und nicht gesunde Zellen. Damit ist zu erwarten, daß eine Krebstherapie mit Salinomycin deutlich weniger Nebenwirkungen hat, als toxische Zytostatika. Jedoch, obwohl die drei Forscher an einem der besten Forschungsinstitute, dem Broad Institute, arbeiten, werden noch einige Jahre vergehen, in denen klinische Studien die Wirksamkeit des neuen Therapieansatzes bestätigen müssen. Das Broad Institute wird vom MIT und der Harvard University in Cambridge (USA) betrieben.

Die Forschung mit Stammzellen in Deutschland ist überwiegend negativ besetzt Darf in Deutschland doch nur mit embryonalen Stammzellen gearbeitet werden, die vor dem Stichtag, dem 1. Januar 2002, aus dem Ausland importiert wurden. Unglaublich, aber war. In den USA gibt es Gesetze, um neue Krebsbehandlungsmöglichkeiten über Stammzellen zu erschließen. Auch in Deutschland gibt es solche Gesetze, allerdings zur Blockade von Stammzellenforschung. Dieses negative Image der Stammzellenforschung wird die besten Köpfe auf diesem Gebiet wohl auch weiter im Ausland arbeiten lassen. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz für die Stammzellenforschung ist in Deutschland nur sehr schwach ausgeprägt.

Das Arbeiten mit Stammzellen in Deutschland ist nicht generell verboten, jedoch ist die unglückliche Stichtagsregelung dafür verantwortlich, daß junge Forscher an diesem Thema nicht in Deutschland arbeiten wollen. Zu groß ist das Risiko, das weitere Verbote erlassen werden, welche die eigene Karriere in Deutschland ausbremsen könnten. Eine solche Pleite kann sich kein begabter Forscher erlauben. Da ist es deutlich einfacher gleich im Ausland zu arbeiten und zwar dort, wo es mehr Rechtssicherheit gibt als hier zulanden.

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