(openPR) Shared Service Center als zukünftiges IT Outsourcing Geschäftsmodell der Finanzindustrie
Anlässlich des Outsourcing Entscheiderforums am 11. und 12. November 2009 in Bad Homburg berichtet Dr. Peter Wroblowski, CIO der Henkell AG, über die radikale IT Sourcing Strategie seines Unternehmens. Durch eine Konsolidierung der Dienstleister von 120 auf 3 werden 40 Mio. € pro Jahr gespart, entsprechend etwa 40% seiner externen Dienstleisterkosten. Die Kostenreduktion erklärt sich durch eine Offsite Quote von 50%, die zukünftig auf 80% steigen soll. Dabei sei der monetäre Aspekt, so Wroblowski, sekundär, wichtiger sei die Stabilität der Systeme und Applikationen, die täglich von 55.000 Mitarbeitern benutzt werden. Bei der Auswahl der Dienstleister sei die Innovationskraft des einzelnen entscheidend..
Der Mark für IT Outsourcing wächst: für 2010 sind 7% prognostiziert, für 2009 sind es 5%, wobei der gesamte IT Markt um 2,5% geschrumpft ist. Die Finanzkrise lässt grüßen. Die Industrieunternehmen sind Vorreiter mit Outsourcingquoten von über 75%. Das Schlusslicht bilden die Banken, mit einer Quote von 20%, die sich seit Jahren anscheinend nicht verändert hat. Warum tun sich die Banken schwer mit dem Outsourcing von Systemen und Prozessen ?
Erste Antworten liefert Rolf Riemenschnitter, Group Chief Technology Officer der Deutschen Bank, in seinem Vortrag über die Sourcing Strategie der IT Infrastruktur. Das Bankgeschäft ist hoch reguliert und technologiebetrieben. Die Technologie ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, wie z.B. die komplexen algorithmischen Anwendungen im Investment Banking. Die Bank muss den Spagat zwischen Individualität und Standardisierung schaffen, um über gemeinsame Standards wie ITIL mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten zu können. Dabei sei der Transformationsprozess innerhalb der Bank ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Umsetzung.
Weiter geht Karl-Martin im Brahm, Vorstand der „dwpbank“, in seinem Vortrag. Er erklärt, dass eine Bank die größten Synergien (bis zu 25% Ersparnisse) bei einer kompletten Auslagerung („full service“) erzielt. Die dwpbank konnte vor kurzem die SEB Bank und die Wüstenrot Bank als Kunden für die Wertpapierabwicklung gewinnen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Der Outsourcingnehmer ist eine spezialisierte Bank, Anteilseigner sind Banken, daher gibt es keine Berührungsängste.
Alexandre Janicki fasst die Diskussion aus seiner Sicht als Geschäftsführer von ExPacto zusammen: „ Banken sind beim Outsourcing sehr vorsichtig, und das zu Recht, denn mehr als 50% der Outsourcingvorhaben scheitern. Auch das Thema Datenschutz ist heikel. Die intime Verstrickung der Produkte, Prozesse und Daten der Bank sowie die Brisanz der verarbeiteten Informationen erfordert Lösungen, die es am Markt noch nicht gibt. Shared Services Center von Banken für Banken sind möglicherweise die Outsourcing Geschäftsmodelle der Zukunft in der Finanzindustrie.“





