(openPR) 8. Tag der Heimatgeschichte
Musikkultur in Zeitz
Sonnabend, den 14. November 2009
Museum Schloss Moritzburg, Festsaal
Beginn 14.00 Uhr
Der 8. Tag der Heimatgeschichte für Zeitz und Umgebung am 14.11.2009 widmet sich mit einem abwechslungsreichen Programm aus Vorträgen und Musikstücken der Musikkultur der Stadt Zeitz.
Die Stadt Zeitz hat eine jahrhundertealte Musiktradition. Am Anfang stehen die Mönche des berühmten Benediktinerklosters Posa: in ihrem Kloster existierte eine wertvolle Bibliothek und die Musik gehörte zum täglichen Leben der Brüder. Heute erinnert vor allem das die Stadt überragende Schloss Moritzburg an die Musiktradition in unserer Stadt. Gemeinsam mit der Schlosskirche, der Michaeliskirche und anderen Gotteshäusern führt es uns auf die Spuren jener glanzvollen Musikepoche, da Heinrich Schütz 1663 als Hofkapellmeister „außer Haus“ berufen wurde. Er sollte eine Hofkapelle aufbauen sowie beim Neubau der Orgel in der Schlosskirche beratend zur Seite stehen. 1699 kam es zu einem Aufschwung des musikalischen Lebens, als in Zeitz die erste Oper aufgeführt wurde. Zeitgleich mit der Erbauung eines Opernhauses in Naumburg errichtete man in Zeitz einen Opernsaal. Die Jahre zwischen 1699 und 1706 werden die Blütezeit der „Zeitzer Barockoper“ genannt. Auch die Kirchen spielten im Musikleben eine wichtige Rolle. Seit dem 18. Jahrhundert erblühte eine beachtliche Kirchenmusik: Noch heute finden Kompositionen von Georg Christian Schemelli oder des Bachschülers Johann Ludwig Krebs großen Zuspruch. Im 19. Jahrhundert trat verstärkt die Michaeliskirche ins Zentrum der neueren Kirchenmusik, u. a. mit dem Kantor Christian Gottlob Rebs.
Ernst Ortlepp veröffentlichte 1860 in Zeitz seine religiösen Lieder. Bei einem Rundgang durch unsere Stadt erwecken Gedenktafeln immer wieder die Aufmerksamkeit heutiger Besucher - diese Tafeln schlagen die Brücke von der ruhmvollen Vergangenheit in die Gegenwart: sie erinnern an das Geburtshaus von Bachs zweiter Ehefrau Anna Magdalena geb. Wilcke, die Eltern von Robert Schumann, oder erläutern das beeindruckende, täglich erklingende Glockenspiel im Gewandhaus.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Stadt Zeitz auch vielen Musikliebhabern als eine Stadt des Instrumentenbaus bekannt. 1843 hatte mit der Firma Hölling und Spangenberg der industrielle Bau von Klavieren begonnen. Die ehemalige Residenzstadt anvancierte zum größten Klavierbauzentrum in Deutschland. Lange vorher gab es jedoch schon den Orgelbau: Der Zeitzer Orgelbaumeister Böhme, der zunächst für Silbermann arbeitete, hatte einen ausgezeichneten Ruf. Er schuf insgesamt 43 neue Orgeln, darunter die in Langenberg bei Zeitz, Rippicha oder Schönburg an der Saale. In Zeitz wurden aber nicht nur Instrumente gebaut: Aufsehen erregend waren die großen Schillerfeiern 1859 und 1905 mit einem Aufgebot von 10 Chören, Liedertafel, Liederkranz und einem Sängerhain. 1927 wurde eine Singakademie gegründet.
Das Musikleben in unserer Stadt - gestern und heute - ist das Thema des diesjährigen Tages der Heimatgeschichte. Es geht um die Pflege der Traditionen eines uralten Kulturraumes. Den Hauptvortrag hält Siegfreid Eißner, ehemaliger Musiklehrer, leidenschaftlicher Chorleiter und Kenner der Zeitzer Musikgeschichte und zudem auch Sammler historischer Ereignisse und bekannter Personen. Er hält für die Besucher auch eine Überraschung bereit! Friederike Böcher aus Bad Köstritz und Detlef Kohr aus Holleben sprechen über Zeitz als eine Stadt des Instrumentenbaus. Peter Lebek beschreibt die Zeitzer Orgellandschaft, insbesondere die Orgeln der St. Michealiskirche, St. Stephanskirche und der Dorfkirche Langenberg. Hans Joachim Richter schließlich erinnert an Carl Hennings, einem Zeitzer Musikus. Das Zeitzer Musikleben heute lebt vor allem und besonders an den Musikschulen. Sie sind die Garanten für einer lebendige und sich stets erneuernde Musikkultur. Am Zeitzer Standort der Kreismusikschule Burgenland – sie trägt den Namen Anna Magdalena Bach - lehrt man nicht nur das Instrumentalspiel, es gibt in Zeitz auch eine von drei Kompositionsklassen in Sachsen-Anhalt. Junge Leute werden in die Grundlagen kompositorischer Arbeit eingeführt. Ellinor Ritter, Matthias Büttner sowie Schüler der Musikschule Zeitz umrahmen den Nachmittag musikalisch.
Anschließend haben die Besucher die Möglichkeit, das Gehörte im Schloss-Restaurant Moritzburg bei Kaffee und Kuchen zu diskutieren.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Geschichts- und Altertumsverein für Zeitz und Umgebung e. V., die Gesellschaft zur Förderung des Schlosses Moritzburg Zeitz e.V. und das Museum Schloss Moritzburg Zeitz laden alle Interessenten herzlich dazu ein.
Der Eintritt ist frei!













