(openPR) Die deutsche Wirtschaftskonjunktur hat sich nach der größten Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg nach Ansicht der führenden Forschungsinstitute wieder stabilisiert – allerdings auf abgesenktem Niveau. Dies geht nach Aussagen der Forscher im wesentlichen auf die weltweiten Interventionen der Zentralbanken zurück, sei aber „nicht nachhaltig“. Vor allem die Finanzmärkte und Banken stellten weiterhin „ein wesentliches Abwärtsrisiko“ für die Volkswirtschaft dar. Stabile Seitenlage also?
Inzwischen ist die Rezession bei den mittelständischen Unternehmen angekommen. Die Zahl der Firmenpleiten nimmt dramatisch zu. Im vergangenen Jahr haben allein in NRW nach Angaben des Statistischen Landesamtes mehr als zehntausend Unternehmen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der börsennotierte Automobilzulieferer Paragon AG ist ein prominentes Beispiel, wie man in die Bedrouille geraten kann. Die Probleme sind auch hier nicht nur hausgemacht.
Die öffentlich eingeräumten Verbindlichkeiten in Höhe von 77 Mio. Euro bei sage und schreibe 15 Banken drücken auch deshalb, weil diese ohne Wissen des Unternehmers Kredite lukrativ weiterverkauft haben. Ausgerechnet Banken wie die Deutsche Industriebank (IKB), deren eigene Pleite nur durch massive Steuergelder verhindert wurde, widersetzt sich der Einigung mit der Paragon AG. Der neue heimische Bundestagsabgeordnete Linnemann –selbst Analyst bei der IKB- schweigt. Der Unternehmer steht hilflos vor der Banken- Allmacht. Das Unternehmen mit seinen Arbeitsplätzen und das Kapital des Unternehmers wackelt.
Mittelständler vertrauen auf ihre Firma und kennen sich in Ihrer Branche aus. Wenn sie in das eigene Unternehmen investieren –auch mit Krediten- wähnen sie sich auf sicherem Terrain. In guten Zeiten führt das zu positiven Effekten. Dreht sich der Wind, stehen Mittelständler schnell mit dem Rücken an der Wand. Analysen belegen immer wieder, dass bei der Finanzplanung das A & O, nämlich der Grundsatz der Risikostreuung, der im betrieblichen wie privaten Bereich gilt, nicht hinreichend beachtet wird. Betriebsaufspaltung, Trennung des operativen Risikos vom Vermögen, die Separierung des Privatvermögens in einem risikominimierten und flexiblen Konzept sind notwendige Lösungsansätze. Die private Vermögenssphäre sollte möglichst von der Entwicklung des Firmenvermögens entkoppelt werden, um die Eigenkapitalbasis zu stärken. Und zwar rechtzeitig, bevor eine Krise das eigene Unternehmen und das eigene Vermögen schmerzhaft trifft – und dann die Banken zugreifen.
Dr. Ulrich Gausmann
Der erste Paderborner Ruhestandsplaner
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