(openPR) Die KS Recycling GmbH aus Sonsbeck kümmert sich um alle Herausforderungen beim Transport von Sonderabfällen und sorgt für eine fast vollständige Wiederverwertung der Reststoffe. Ein Hafenstandort im Kreis Wesel erweitert nun das Leistungsangebot und sorgt gleichzeitig für zahlreiche Vorteile.
Die Pläne klingen vielversprechend: „Innerhalb der nächsten Jahre wollen wir uns am Rhein-Lippe-Hafen in Wesel ansiedeln, um mit einer neu gebauten Löschbrücke langfristig einen Umschlag von 300.000 Tonnen Sonderabfall jährlich zu erzielen“, erklärt Guido Schmidt, Geschäftsführer der GS Recycling, einem Tochterunternehmen der KS Recycling GmbH, dem europaweit agierenden mittelständischen Unternehmen zur Wiederverwertung und Entsorgung von Sonderabfällen.
Bisher ist der Betrieb hauptsächlich mit sondergefertigten Mehrkammerfahrzeugen unterwegs, steuert Werkstätten an, um sie mittels Komplettentsorgungen von Unbrauchbarem und Reststoffen wie Brems- und Kühlflüssigkeit, Motoröl und Bleibatterien zu entlasten. Anschließend bereitet das Unternehmen den Reststoff so auf, dass er erneut in seiner Ursprungsbeschaffenheit wiederverwertet und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden kann. Unter Kollegen spricht man vom „Wunschlos-Glücklich-Paket“, von dem besonders Kunden aus der Automobilbranche wie Mercedes-Benz, Toyota oder VW überzeugt sind.
Schiffsentgasung
Mit seiner Tochterfirma nutzt Schmidt jede Möglichkeit, die Angebotspalette der Unternehmen zu erweitern. Das Entgasen von Tankschiffen soll bald schon für mehr Sicherheit sorgen und die Umwelt vor giftigen Gasen schützen, dafür ist ein Hafenstandort unumgänglich. Tanker sollen nämlich in Zukunft am Steiger anlegen, damit ihr Gasraum mit einer Absaugtechnik evakuiert werden kann. Damit keine Giftstoffe entweichen ist geplant, das Tanklager über eine Rohrleitung mit der Aufarbeitungstechnik zu verbinden. So gelangt warme Luft ins Innere des Schiffes, mit dem Effekt, dass flüssige Stoffe gasförmig werden. Gleichzeitig wird die Abluft abgesaugt, um sie abschließend bei 1.000 Grad thermisch in einer Nachverbrennungsanlage zu verbrennen.
Hauptsächlich haben es die Sonsbecker mit Benzingasen zu tun, die Tankschiffe mit einem Ladevolumen von bis zu 5.000 m3 über die Wasserstraßen transportieren. „Wird ein Tanker nicht richtig entgast, bevor Reparaturarbeiten durchgeführt werden, kann im schlimmsten Fall der Laderaum explodieren“, weist Schmidt auf die Gefahren hin. Das abgesaugte Gas und die Abfallprodukte, die bei konventionellen Schiffsreinigungen anfallen, werden die Kollegen noch vor Ort übernehmen.
Am Standort Sonsbeck gehört auch die Destillation von Ölen bereits seit vielen Jahren zum Tagesgeschäft. Destillationsanlagen sorgen dafür, dass Altöle wieder so aufbereitet werden, dass sie als Basisöle für den Schmierstoffbedarf und damit als neues Produkt wiederverwertet werden können. Um das Angebot auch am Hafen anzubieten, verlegt KS Recycling die Anlagen aus Sonsbeck dorthin. Nicht nur der Aufwand dafür ist relativ hoch, es braucht auch jede Menge Platz. Auf einer 52.000m2 großen Erbpacht-Fläche, kann sich die GS Recycling GmbH bald am Rhein-Lippe-Hafen im Lippe-Mündungsraum zwischen Voerde und Wesel ausbreiten.
Guido Schmidt hat bereits die Verträge dazu unterzeichnet und darf sich als neuer Besitzer nun den nächsten Schritten zur Verwirklichung der Anlage widmen: dem Genehmigungsantrag für die Bebauung bei der Bezirksregierung Düsseldorf. „Im Moment sind wir dabei, das Grundstück zu vermessen, um anschließend nach dem Bundesemissionsschutzgesetz die Fläche zu bebauen“, erklärt Schmidt. Dafür braucht es jede Menge bürokratischen Aufwand, in den acht Behörden (bündelnde Wirkung) involviert sind, die alle dem Antrag zustimmen müssen, bevor die Bezirksregierung als federführende Behörde das endgültige „Go“ gibt. „Das Planfeststellungsverfahren ist jedoch mit Zustimmung der Bezirksregierung bereits abgeschlossen. Zuständig war die Stadt Wesel.“
Nicht zu übersehen
„Wir haben uns zunächst nach einem Standort in Duisburg umgeschaut, aber es gab keine Flächen, die ausreichend Platz boten“, erinnert sich der Geschäftsführer. „Im Nachhinein nicht schlimm, denn dadurch sind wir auf eine Perle gestoßen.“ Damit spricht Schmidt die zahlreichen logistischen Vorteile im Kreis Wesel an. Als einer der letzten Häfen vor dem Wasserweg zur Nordsee sieht er sein Unternehmen strategisch besonders gut positioniert. Durch den Rhein besteht ein direkter Anschluss an die ARA-Häfen und über den Wesel-Datteln-Kanal ist der Osten bis Berlin per Schiff erreichbar. Im Rhein-Lippe-Hafen können zudem auch die größten Schiffe, die den Rhein passieren, aufgenommen werden. „Jeder, der in die schweren Häfen möchte, muss an uns vorbei. Es gibt kein Limit, was die Größe der Tankschiffe in der Binnenschifffahrt betrifft“, schwärmt Schmidt. Ebenso besteht die Möglichkeit, Küstenmotorboote aufzunehmen und Küstenschiffe abzufertigen. „Unschlagbar ist allerdings die Nähe zum Ruhrgebiet. Die Wege über die Autobahnanbindungen dorthin sind sehr kurz, und was für unsere Zwecke natürlich ausschlaggebend ist: Die chemische und petrochemische Industrie befindet sich in unmittelbarer Nähe und ist schnell mit dem LKW erreichbar.“
Verpackungseinheit Binnenschiff
Ein Standort am Hafen ist eine neue Herausforderung und schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten. „Wir wollen uns unbedingt an einem Hafen ansiedeln, weil viele Abnehmer die Produkte mittlerweile in größeren Einheiten anfordern. Raffinerien oder größeren Blendbetrieben beispielsweise ist es schlicht zu aufwendig, einen einzelnen LKW anzunehmen, weil dann Beprobung, Verpumpung und Qualitätsmanagement jedes Mal einzeln stattfinden müssen. Außerdem sehen wir das Schiff als das Transportmittel der Zukunft“, berichtet Schmidt. „Viele Transportwege sind wesentlich ökonomischer und ökologischer mit einem Schiff zu bewältigen.“ GS Recycling plant, zukünftig über eine Löschbrücke auch 3.000 Tonnen-Partien Altöle oder Lösemittelgemische entgegenzunehmen bzw. zu verladen. Auf Zehn-Jahres-Sicht visieren sie im Rhein-Lippe-Hafen einen Umschlag von 300.000 Tonnen jährlich an. Trotzdem – oder vielleicht auch wegen der hohen Umschlagsplanungen – ist das Unternehmen auf eine gute Straßenanbindung angewiesen. So ist das Gelände neben den angeschlossenen drei Autobahnen auch über die Bundesstraße B8 per LKW gut zu erreichen: „Auf den Straßentransport werden wir natürlich nie verzichten können. Schließlich befinden sich nicht alle unserer Kunden an Kanälen oder Häfen.“ Müssen sie auch nicht. Denn dafür hat GS Recycling ja seine Spezialfahrzeuge, die weiterhin von großer Bedeutung sind. Bleibt zu hoffen, dass sie ihren Dienst im Rhein-Lippe-Hafen bald aufnehmen können.












