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Ein neues "Raumzeitalter": Globalisierung prägt Stadtentwicklung

29.10.200917:14 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) "Raum" wird auch durch soziale Kräfte definiert und geformt. Wie sich aktuelle Veränderungen dieser Kräfte auf die Stadtentwicklung auswirken, wird derzeit in einem Projekt der Technischen Universität Wien analysiert. Dabei stehen die Konsequenzen der Globalisierung im Mittelpunkt des vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützen Projektes. Erste Ergebnisse werden an diesem Wochenende in einem interdisziplinären Symposium mit KünstlerInnen, ArchitektInnen und WissenschafterInnen diskutiert.




Raum hat viele Dimensionen: Ein Raum kann einschließen und dadurch Zugehörigkeiten definieren. Was einen Raum zum "Raum" macht, sind aber nicht nur seine Grenzen, sondern auch das, was in diesem Raum passiert. Dass die Organisation des sozialen Zusammenlebens zunehmend eine Frage der "Überschreitung von Grenzen" ist, zeigt Architekt Dr. Helge Mooshammer vom Institut für Kunst und Gestaltung der Technischen Universität Wien. Er untersucht neue Dynamiken in der "Raumgestaltung". Dabei interessieren ihn ganz besonders die Auswirkungen der Globalisierung – und der damit steigenden Mobilisierung von Gütern und Menschen – auf die urbane Raumentwicklung. Die führt nämlich zu einem Aufeinanderprallen unterschiedlicher Wertvorstellungen – und zu völlig neuer Raumgestaltung.

Architektur des Kapitals
Zu den Wertvorstellungen meint Dr. Mooshammer: "Grundsätzlich ist es natürlich anerkannt, dass soziale Kräfte einen Raum definieren. In der praktischen Stadtplanung hat das bisher aber wenig positiven Niederschlag gefunden. Architektur ist noch immer eng mit den Prinzipien von Besitz verbunden. Die zunehmende Tendenz, Bauvorhaben auch als Investmentchance zu betrachten, hat diese Lage noch verschärft. Der Aktienwert wird zum primären Entscheidungsfaktor."

Für Dr. Mooshammer steht dieser Virtualisierung des Werts von Architektur eine ganz andere Realität in unseren Städten gegenüber: eine zunehmend deregulierte Welt, die durch Globalisierung und Migrationsströme mitten in unseren Städten neue soziale Kräfte schafft.

Märkte & Migranten
Wie diese neuen sozialen Kräfte einen Raum und damit die Stadtentwicklung prägen, zeigt Dr. Mooshammer am Beispiel von "informellen Märkten". Diese Märkte entstehen ohne vorherige Planung und sind nicht durch gesellschaftliche Institutionen reguliert. Der Vier-Tiger-Markt in Budapest ist ein solcher Schauplatz, an dem chinesische Migranten mit Waren aller Art handeln. Damit verbunden ist der Einzug neuer sozialer Strukturen, die oft in konfliktreichem Widerspruch zu den örtlichen Konventionen stehen. Bei einem ähnlichen Markt in Moskau, dem Cherkizovsky-Markt, führten die Konflikte zur Schließung des asiatischen Marktes – der geschaffene soziale Raum wurde damit über Nacht aufgelöst. Das zeigt, dass neu geschaffene Räume nicht isoliert von bereits etablierten sozialen Räumen existieren, sondern dass sie immer auch im Spannungsfeld mit ihnen stehen. Daher muss der Gedanke eines "Raums der Beziehungen" auch bei der Städteentwicklung berücksichtigt werden.

Dr. Mooshammer erklärt, was die Erkenntnisse des FWF-Projektes "Relationale Architektur" für die Städteplanung bedeuten: "Nicht zuletzt die aktuelle Finanzkrise verdeutlicht die Dringlichkeit der Diskussion, wie und mit welchem Kapital – monetäres, kulturelles etc. – wir in die Gestaltung unserer Städte investieren." Gerade auch darüber wird am Samstag, 31. Oktober, von 14 bis 20 Uhr beim Symposium "Other Markets" im Architekturzentrum Wien diskutiert. Neben Dr. Mooshammer wird dann auch u. a. Teddy Cruz sprechen. Der Architekt und Professor an der University of California in San Diego berichtet über seine Projekte in Zentralamerika, die das gemeinschaftliche Errichten von öffentlicher Infrastruktur mit neuen Wirtschaftsformen kombinieren. So können über die Erfahrungen des Zusammenlebens die Ziele der Stadtentwicklung neu definiert werden – und ein wahrhaft neues "Raumzeitalter" anbrechen.

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