(openPR) Die französische Schienentransportindustrie öffnet sich dem Wettbewerb und steigert die Attraktivität für ausländische Investoren
Der Eisenbahnbau sorgt in Frankreich für einen Jahresumsatz von fast drei Milliarden Euro (Rollendes Material, Schienennetz, Steuerungsanlagen). 44 Prozent davon gehen in den Export. 50 Prozent der Absatzmärkte bilden die europäischen Länder. Die Zulieferindustrie beschäftigt in Frankreich rund 100.000 Mitarbeiter, die rund zwei Drittel der gesamten direkten Arbeitsplätze im Eisenbahnsektor ausmachen. Außerdem spielt der Schienentransport eine Schlüsselrolle bei der Senkung der Treibhausgase. Den gesetzlichen Bestimmungen des Umweltgipfels „Grenelle de l’Environnement“ zufolge soll der Anteil des nicht auf der Straße beförderten Frachtaufkommens bis 2020 von derzeit 14 Prozent auf 25 Prozent angehoben werden.
Die Betreiber der Schienennetze für den Personen- und Güterverkehr haben mittlerweile industriellen Zulieferern die Instandhaltung des rollenden Materials (Lokomotiven, Wagen und Waggons) und des immobilen Materials (Signalanlagen, Gleise, elektrische Stromversorgung) übertragen. Auch der Bau von Gleisanlagen und Bahnhöfen wurde in die Hände von Zulieferern gegeben.
Multinationalen Unternehmen und Herstellern rollenden Materials (Siemens, Bombardier France, Alstom Transport, CAF, ADD-Trans) sowie Herstellern von Bahnanlagen (Faiveley, Thalès, Bonatrans, Valdunes, Voith, ABB Secheron, SKF, Knorr-Bremse) kommt diese Öffnung des Marktes entgegen. Ihre Lösungen stehen in Übereinstimmung mit dem weltweiten UIC-Code* und dem europäischen System für Management und Steuerung des Eisenbahnverkehrs (ERMTS). Das ERMTS soll die Interoperabilität des Zugverkehrs und den grenzüberschreitenden Transitverkehr fördern. Über eine standardisierte Herstellung können die Selbstkostenpreise, die Kosten für den Erwerb, den Betrieb und die Instandhaltung gesenkt und der Export gefördert werden.
Für David Appia, Präsident der IFA, „herrscht eine Dynamik in der Zulieferindustrie, die sowohl für den Eisenbahnbau, die Wartung und Instandhaltung des Materials als auch für den Dienstleistungsbereich gilt. Die Öffnung des Marktes steigert die Attraktivität für zahlreiche ausländische Unternehmen, die die Eisenbahnindustrie als Wachstumsmarkt nutzen.“
So übernehmen beispielsweise internationale Großkonzerne Streckenneubau-Projekte sowie Erneuerungen von Schienenstrecken und Bahndämmen. Der Hersteller Corus Rail der indischen Gruppe Tata Steel bietet Stahlsysteme für dauerhafte oder provisorische Schienen im modularen Aufbau an. Unter dem Namen „Silent TrackTM“ vertreibt das Unternehmen Lärmabsorbersysteme, die unter der Schienenoberfläche angebracht werden. Corus Rail liefert außerdem Dienstleistungen für die Schieneninfrastruktur (Engineering, Entwicklung, Design und Management des Streckensystems, modulare Systeme und Technologien). Die Wartung und Instandhaltung des rollenden Materials wird teilweise vom Betreiber und teilweise von den Herstellern übernommen, die Komplettpakete wie „Material plus Instandhaltung“ in der Garantiezeit anbieten. Darüber hinaus wird eine Reihe von Dienstleistungen ausgelagert, wie beispielsweise der Ticketverkauf, die Eisenbahngastronomie, die Reinigung, Unterstützungseinrichtungen oder IT.
Das Kompetenzzentrum i-Trans in den Regionen Nord-Pas de Calais und Picardie arbeitet an Intelligenten Transportsystemen (ITS), an Innovationen für die wirtschaftliche Entwicklung und an der Interoperabilität des Personen- und Güterverkehrs. Seit 2005 wurden im i-Trans 78 Innovations- und Forschungsprojekte mit einem Investitionsvolumen von rund 185 Millionen Euro ausgewiesen. Dazu gehören die Projekte von Bombardier (Sicherheit im Personenverkehr) und von Compin Interiors (komplette Innenausstattung von Wartesälen und Plattformen für Eisenbahnwagen).
* Der UIC-Ländercode wird vom Internationalen Eisenbahnverband (Union internationale des chemins de fer, UIC) vergeben und ist eine Kennziffer für Schienenfahrzeuge und Bahnhöfe.











