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Hilfsangebote für die Opfer häuslicher Gewalt

08.10.200908:19 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Kassel. Häusliche Gewalt gegen Frauen ist ein schwerwiegendes Gesundheitsproblem und wird oft unterschätzt. Um die medizinische Versorgung von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, zu verbessern, hat das Klinikum ein Interventionsprogramm etabliert. Ziel ist es, durch Gewalt verursachte Verletzungen oder Beschwerden zu erkennen, die betroffenen Frauen einfühlend anzusprechen und ihnen weitere Schritte empfehlen zu können. Dazu wurden im Rahmen des Projektes S.I.G.N.A.L. in den vergangenen drei Jahren rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums intensiv geschult und in den Aufnahme-Bereichen Mentorinnen ausgebildet. Die Einführung im Klinikum ist nun abgeschlossen. „Wir stehen damit hessen- und bundesweit vorbildlich dar“, so Klinikum-Geschäftsführerin Edda Hogrebe-Flake. Außer an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und am Klinikum Kassel gebe es in keiner Stadt eine so weitreiche und umfassende Qualifizierung im Krankenhausbereich zur Verbesserung der medizinischen Versorgung der Opfer von Gewalt.



Etwa zwei Drittel aller Gewalttaten gegen Frauen geschehen in Ehe und Partnerschaft. Fast jede fünfte Frau hat solche Misshandlungen erlebt. Gewalt macht krank, sie hinterlässt bei Frauen und Kindern oft schwere psychische und physische Einschränkungen. Fast alle Frauen, die misshandelt werden, suchen früher oder später Einrichtungen des Gesundheitswesens auf. Pflegende, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Beteiligte können daher eine entscheidende Rolle spielen bei der Aufdeckung von Gewalttaten, bei der Unterstützung der Opfer und bei der Verhinderung von erneuten Misshandlungen. Allerdings werden Anzeichen von Symptomen häuslicher Gewalt im Krankenhausalltag häufig nicht wahrgenommen. Oder es besteht Unsicherheit bei ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in welcher Form sie betroffene Frauen ansprechen und ihnen helfen können. Vor diesem Hintergrund hat das Klinikum Kassel in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis gegen häusliche Gewalt Nordhessen und Osthessen, der Frauenbeauftragte der Stadt Kassel und dem Verein „Frauen informieren Frauen“ (FiF e.V.) seit 2006 das Interventionsprogramm S.I.G.N.A.L. eingeführt.

Erste Anlaufstelle für Gewaltopfer im Klinikum sind meist die aufnehmenden Einheiten der Bereiche Chirurgie, Frauenklinik und Innere Medizin. Daher erfolgten dort besonders umfangreiche Schulungen, so S.I.G.N.A.L.-Projektleiterin Anja Gerhard-Mehl. Flächendeckend wurden im gesamten Klinikum die Stationsleitungen und ihre Vertretungen qualifiziert. Auf jeder Station sind Multiplikatorinnen benannt und es wurde eine verbindliche Handlungsleitlinie für die ärztliche und pflegerische Versorgung der betroffenen Frauen eingeführt. Das Thema „Häusliche Gewalt“ ist verbindlich in den Lehrplan für die Auszubildenden (Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Hebammen) aufgenommen. Die Umsetzung des Projektes wurde in diesem Frühjahr von der Hochschule Fulda evaluiert.

„Wir können den betroffenen Frauen somit nicht nur mit der medizinischen Versorgung helfen, sondern auch mit besonders geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit Information über weitere Hilfsangebote und bei Bedarf auch mit gerichtsverwertbarer Dokumentation“, fasst Anja Gerhard-Mehl zusammen.

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