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Klimaschützende Strategien in der Abfallwirtschaft

15.09.200411:52 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Wetzlar – Die gesetzlichen Initiativen zur Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen von Kohlendioxid werden nach Ansicht von Wissenschaftlern und Politikern zu einer nachhaltigen Änderung der Abfallwirtschaft führen. Der sechste Wetzlarer Abfalltag beschäftigte sich mit den Auswirkungen des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes (TEHG) auf die unterschiedlichen Verfahren zur Entsorgung von Abfall. Das TEHG ist das Basisgesetz für die Umsetzung der Emissionshandelsrichtlinie, die vorsieht, dass Unternehmen ab dem 1. Januar 2005 nur noch Kohlendioxid ausstoßen dürfen, wenn sie hierfür eine entsprechende Anzahl von Emissionsberechtigungen (Zertifikate) zu einem festgelegten Stichtag besitzen.



"Da die verschiedenen Abfallkonzepte in unterschiedlichem Maße zum Treibhauseffekt beitragen, wird durch die geeignete Wahl des Behandlungsverfahrens eine Netto-Klimaentlastung möglich, die sich als Gutschrift anführen lässt. Das gilt vor allem dann, wenn die Wirkungsgrade der thermischen Abfallbehandlung in Zukunft deutlich gesteigert werden. Die effiziente stoffliche und energetische Abfallverwertung in Deutschland kann also mit vergleichsweise geringem Aufwand zur Minderung von Treibhausemissionen beitragen", sagte der Klimaforscher Jürgen Scheffran von der University of Illinois http://www.uiuc.edu. Werde Energie aus Abfall mit einem hohen biogenen Anteil gewonnen, trage das zur Einsparung von klimarelevanten Kohlendioxid-Emissionen bei.

"Die rund 400 Millionen Tonnen Abfälle in Deutschland stellen im Sinne einer nachhaltigen Energie- und Abfallpolitik eine wertvolle Ressource dar", betonte Scheffran in seinem Referat. Besonders die innovativen Verfahren der mechanisch-biologischen und thermischen Abfallbeseitigung würden sich günstig für den Klimaschutz auswirken. Mit entsprechenden Vorbehandlungsverfahren werde das Treibhauspotenzial mindestens um den Faktor 10 reduziert. Die Deponierung sei aufgrund der hohen Methanemissionen die klimapolitisch ungünstigste Entsorgungsvariante. Methan habe ein Global Warming Potential von 21. Bei einem Betrachtungszeitraum von 100 Jahren sei es etwa 21 mal treibhauswirksamer als Kohlendioxid.

Welche energetische Ausbeute im Gegensatz zur umweltschädlichen Deponierung möglich sei, zeige die Restmüllverarbeitung der Firma Herhof im Lahn-Dill-Kreis. Das computergesteuerte Rotteverfahren dient der Trocknung organischer Abfälle, deren anschließender Befreiung von metallischen Wertstoffen und mineralischen Störstoffen und der Herstellung eines lagerungsfähigen heizwertreichen Ersatzbrennstoffs. "Bei einer Trocknung der Biomasse-Anteile auf 15 Prozent Wassergehalt steigt der Heizwert von Ersatzbrennstoffen deutlich an, bei Trockenstabilat auf 16.000 Kilojoule je Kilogramm und übertrifft damit deutlich die gesetzlichen Vorgaben zur energetischen Verwertung", sagte Scheffran. Nach Ansicht von Karl Ihmels, Landrat des Lahn-Dill-Kreises http://www.lahn-dill-kreis.de, erfahre das Trockenstabilatverfahren seines Landkreises durch das Emissionshandelsgesetz eine außerordentliche Aufwertung. "In den Kraftwerken und Industriefeuerungsanlagen wird pro erzeugter Energieeinheit eine bestimmte Menge Kohlendioxid freigesetzt. Am klimaschädlichsten schneiden dabei Braunkohle und Steinkohle ab. Da das Trockenstabilat zu zwei Dritteln aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, wird bei der Anwendung des Emissionshandelsrechts für dieses Material von der ausgestoßenen Menge an Kohlendioxid zwei Drittel in Abzug gebracht. Weil Erdgas keinen Abzug erfährt, liegt das Stabilat unter den Aspekten des Klimaschutzes noch weit über dem ansonsten als ökologisch besonders hochwertig geltenden Erdgas", führte Ihmels aus.

Die Substitution fossiler Brennstoffe, die Vermeidung von Methan und Lachgas sei nach Einschätzung des SPD-Bundestagsabgeordneten und Umweltwissenschaftlers Ernst Ulrich von Weizsäcker ein wichtiger Beitrag der Abfallwirtschaft für den Klimaschutz. "Die Bundesregierung hat ihre strategischen Ziele in der Abfallwirtschaft erklärt, dass spätestens bis zum Jahr 2020 Abfälle so zu behandeln oder aufzubereiten sind, dass keine Deponierung mehr notwendig wird. Klimapolitisch erhält dabei das Trockenstabilatverahren einen privilegierten Status", sagte Weizsäcker.

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