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Schwache Kennzahlensysteme im Produktionsmanagement

30.09.200917:52 UhrIT, New Media & Software

(openPR) (Serrig, 30.09.2009) Die deutschen Fertigungsunternehmen stellen sich offensichtlich auf einen Wandel in ihrem Produktionsmanagement ein. Denn einerseits nutzen sie derzeit erst in geringem Umfang Key Performance Indicators (KPIs) in ihrer Produktion, andererseits weisen sie den Kennzahlen als Steuerungsinstrument zukünftig eine erfolgskritische Bedeutung bei. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der FELTEN Group unter mehr als 340 mittelständischen und großen Produktionsunternehmen.



Sie geben zu fast zwei Dritteln an, dass KPIs demnächst immer wichtiger für das effiziente Management der Fertigungsprozesse sein werden, für weitere 20 Prozent haben sie eine mittlere Bedeutung. Diese Wertschätzung ist nicht grundlos, immerhin geben diese Daten bei sachgerechtem Einsatz und präziser Auswertung prinzipiell hilfreiche Auskunft beispielsweise zu den Bearbeitungszeiten, Ausschussquoten, Nutzungsgraden oder zu den Qualitätskosten. Auch Fehlerhäufigkeiten oder Prozessstabilität lassen sich auf diese Weise sinnvoll ermitteln.

Doch derzeit findet sich in den Unternehmen erst selten ein bedarfsgerechtes Kennzahlensystem für das Produktionsmanagement. Lediglich 28 Prozent verfügen darüber, in zusätzlich jedem zweiten Fall weist es schon erhebliche Einschränkungen auf. Jedes vierte befragte Fertigungsunternehmen hat allerdings noch gar keine oder nur fragmentarische KPI-Methoden im Einsatz. Selbst dort, wo sich Kennzahlensysteme bereits weitgehend etabliert haben, bleibt ihr Nutzen gering. Dies resultiert nach der Erhebung des Softwarehauses FELTEN aus den meist veralteten Kennzahlen: Sie sind nur in jedem fünften Betrieb durchgängig und bei weiteren 22 Prozent zumindest überwiegend aktuell. Alle anderen Unternehmen kümmern sich noch selten darum, diese Daten einer kontinuierlichen Überprüfung zu unterziehen.

Dies ist möglicherweise auch der Grund dafür, dass diese Kennzahlen in der Praxis überwiegend sehr zurückhaltend in den Kontinuierlichen Verbesserungsprozessen (KVP) für das Produktionsmanagement verwendet werden. Sie kommen zu diesem Zweck nur in 18 Prozent der befragten Firmen konsequent zum Einsatz. 54 Prozent nutzen sie teilweise in den KVP-Maßnahmen, 28 Prozent hingegen kaum oder gar nicht.

„Das Thema Kennzahlen wird in der Praxis noch äußerst stiefmütterlich behandelt, obwohl dessen Relevanz offenbar den meisten Produktionsverantwortlichen durchaus klar ist“, urteilt Geschäftsführer Werner Felten. Als Ursache dieses Widerspruchs sieht er die bisherigen Begrenzungen der Methoden und Technologien. „Die Kennzahlen haben als Steuerungsinstrument vor allem darin ihren Sinn, auf Produktivitäts- und Qualitätsdefizite hinzuweisen und Optimierungsmaßnahmen zu initiieren. Doch es fehlte bislang an zeitnahen Analysemöglichkeiten, die Auskunft über die tatsächliche Wirkung der Maßnahmen erteilen. Und weil sich die Wirkung nicht genau ermitteln lässt, besteht auch wenig Motivation, den Aufwand für ein bedarfsgerechtes und jederzeit aktuelles Kennzahlensystem zu betreiben.“

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, bedarf es seiner Ansicht nach neuer analytischer Verfahren, die mit den traditionellen MES-Systemen nicht zu erreichen sind. „In den Produktionsprozessen muss die gleiche analytische Qualität erreicht werden wie in den Business-Prozessen“, legt Felten die Messlatte hoch. Dies sei aber nur durch einen ganzheitlichen und prozessorientierten Ansatz wie Production Intelligence (PI) zu erreichen.

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