(openPR) Nürnberg, 26.08.2004 - Klettersteige sind mit Drahtseilen und zum Teil mit Leitern, Klammern und Trittstiften versicherte Steiganlagen. Die sogenannte 'Via Ferrata' (Eisenweg) stellt eine Kombination aus normalem Bergwandern und Klettern dar. Dadurch können auch klettertechnisch wenig versierte Personen steile Felswände überwinden - schwindelerregend über dem Abgrund, mit genug Luft unter den Sohlen und Adrenalin im Blut.
Natürlich ist die Begehung eines solchen Eisenweges nur in Verbindung mit der richtigen Ausrüstung ratsam. Klettergurt, Klettersteigset und Helm sollten mindestens getragen werden. Ein Klettersteigkurs mit Einweisung in die richtige Handhabung von Klettersteig-Sets sollte man schon gemacht haben, bevor man sich an eine Via Ferrata wagt. Ungesichert ist das ganze lebensgefährlich und kann, wie unlängst am Pidinger Klettersteig geschehen, tödlich enden.
Als Ralf Stute am 8.8.88 mit seinem Vater zum ersten Mal einen Klettersteig machte, konnte er nicht ahnen, dass er von nun an mit dem Virus 'Via Ferrata' infiziert sein sollte. Mit der Besteigung der Alpspitze an diesem ehrwürdigen Tag wurde die Faszination für den Bergsport und speziell für die Eisenwege bei ihm geweckt.
Mittlerweile hat der 28-Jährige Erlanger mehr als 200 Klettersteige im gesamten Alpenraum bestiegen und wandelt in dieser Disziplin in den Fussstapfen von Reinhold Messner und Hans Kammerlander. 'Klettersteige ermöglichen mir ein sportliches Bergerlebnis', sagt Ralf Stute, 'es ist eine Form des Bergsteigens, die sowohl das Wandern als auch das Klettern verbindet.'
Seine Begehungen und Impressionen präsentiert der bergsportbegeisterte Erlanger seit Anfang 2003 im Internet auf dem eigens gegründeten Klettersteig-Portal www.via-ferrata.de. Das Angebot umfasst hierbei Tourenvorschläge für Klettersteige, Bergtouren, Klettertouren und Wanderungen, wobei sich das Hauptaugenmerk natürlich auf das Thema Klettersteig, der so genannten 'Via Ferrata', richtet.
Die Ursprünge der 'Via Ferrata' liegen, wie es bereits der Name vermuten lässt, in Italien. Bereits während des 1.Weltkriegs wurden in den Dolomiten Klettersteige gebaut, um zu entlegenen Felsstellungen zu gelangen. Viele dieser ehemaligen Kriegssteige gibt es noch heute. Zu den berühmtesten zählen beispielsweise der Alpiniweg in den Sextener Dolomiten sowie der Sentiero Dibona in den Ampezzaner Dolomiten.
In den letzten 10 Jahren erlebten die Klettersteige eine regelrechte Renaissance. In den West- wie auch Ostalpen herrscht ein massiver Trend zur Neuanlage und erhöhten Nutzung von Klettersteigen. Einen regelrechten Boom gab es in den Westalpen, zum Beispiel hat sich von 2000 bis 2003 die Anzahl der Klettersteige in der Schweiz mehr als verdoppelt. Auch in Deutschland gehen die direkten Baumaßnahmen am Fels weiter. Mit Superlativen wartet die Alpenrepublik Österreich auf: Hier findet man sowohl den schwierigsten als auch den längsten Klettersteig vor. Zudem gibt es seit kurzem in Salzburg den ersten und einzigen 'Stadt-Klettersteig' weltweit. Der City-Wall-Klettersteig führt steil und ausgesetzt über die Nordseite auf den Kapuzinerberg hoch über den Dächern Salzburgs. Im gesamten Alpenraum gibt es mittlerweile über 800 Klettersteige.
Doch auch hierzulande und speziell in der Hersbrucker Schweiz bei Nürnberg gibt es ein paar lohnenswerte Klettersteige. Ausgangspunkt für das regionale 'Ferrata-Vergnügen' ist beispielsweise das Hirschbachtal unweit von Hersbruck. Ist der Norissteig eher ein Wanderweg mit kurzen versicherten Stellen, so erfordert der im Anschluss folgende Höhenglücksteig richtiges Zupacken. Über 3 Sektionen folgt der geschickt angelegte Klettersteig gut gesichert den natürlichen Felsbändern. 'Für mich ist der Höhenglücksteig immer wieder ein Erlebnis der besonderen Art', sagt Ralf Stute, 'Es ist toll einen Klettersteig hier direkt vor der Haustüre im 'Flachland' zu haben.'












