(openPR) Vor genau 60 Jahren, am 17. September 1949 schreibt die Chronik den Tag der Eröffnung des Einrichtungshauses „Heimkunst Pfaehler“. Und dabei darf man nicht außer Acht lassen, durch wen und in welcher Zeit der Grundstein für das Haus für klassisch modernes Einrichten gelegt wurde.
Josephine Pfaehler, Tochter des Augsburger Schuhfabrikanten Stoll, legte mit einer kaufmännischen Lehre, einer Schneiderlehre und einer Polstererlehre den Grundstock für das vielseitige Schaffen. Statt der ursprünglichen Leidenschaft, dem Modedesign, nachzugehen gründete Josephine Pfaehler, damals noch Stoll, im Jahre 1949 die „Heimkunst“ - zu Beginn noch in der Radgasse angesiedelt. Mit ihrem leider jüngst verstorbenen Ehemann Fritz Pfaehler, einem Hotelkaufmann aus Ulm, wurden schon bald die Pläne für einen Neubau in der Frauenstraße geschmiedet. Mit gekonnter Hilfe aus der Hochschule für Gestaltung realisierte das Ehepaar ein modernes Gebäude, das sich weitestgehend noch im Originalzustand befindet.
Seither verstand sich das Haus „Heimkunst Pfaehler“ als Ideenschmiede für individuelle Lösungen zeitlosen Wohnens. Auf den wichtigen Messen und Ausstellungen wurden mit feinem Gespür die sogenannten Klassiker von Heute entdeckt, und an den Stellen, an denen kein Serienmöbel des Marktes die Bedürfnisse decken konnte, mit eigenen Kreationen ergänzt. Als wohl international bekannteste Entwicklung gilt hier das Schrankprogramm PX 3000 für die Firma Interprofil. Innerhalb der Rahmenhölzer wechselbare Schrankfronten zeichnen ein mit internationalem Patent geschütztes Schrankprogramm aus, welches über viele Jahre erfolgreich produziert wurde.
Josephine Pfaehler hat in Ulm ein eigenes Studio namens „px design gmbh“. Bereits 1960 erhielt sie von der Firma Detus den Auftrag, einen Schrank mit nicht sichtbaren Beschlägen zu entwerfen. Es folgten Entwürfe über Möbelsysteme mit addierbaren Grundraster und wechselbaren Dekorfüllungen. Ihr Design-Prinzip ist, nie Einzelmöbel, sondern immer nur Serien anzubieten, da sich daraus mehr und individuellere Gestaltungsmöglichkeiten ergeben. Ihre große Leidenschaft gilt hierbei der Entwicklung von Profilleisten aus Holz, Kunststoff und Metall. Immer schlankere Profile an der Grenze des damals technisch machbaren begleiteten die Entwicklung der Schranksysteme PT 2000 und PX 3000.
Eine der wohl wichtigsten Ausstellungen über ihr Lebenswerk war die 1989 im Stuttgarter Design Center erstmals gezeigte Präsentation „Frauen im Design“, bei der die Arbeiten von Josephine Pfaehler gemeinsam mit denen von Florence Knoll, Eileen Gray und Ray Eames unter der Rubrik der „Internationale Leitbilder“ ausgestellt wurden.
In vielen anerkannten Publikationen, wie „Moderne Klassiker – Möbel, die Geschichte machen“ oder in der von der Stuttgarter Akademie der bildenden Künste zusammengestellten Portraitsammlung über Designer der Möbelindustrie in Baden-Württemberg, bei der sie sich unter den namhaften Größen wie Charles Eames, Egon Eiermann, Verner Panton und Herbert Hirche einreiht, zeugen von der Achtung, die man Josephine Pfaehler schon immer entgegenbrachte.
Dieses mitunter schwere Erbe angetreten haben im Jahr 2001 die beiden Architekten Carola und Jörg Seifert mit der Übernahme des Einrichtungshauses. Mit ihrer analytischen Methodik bei den innenarchitektonischen Planungen führen sie die Tradition nun schon seit über 8 Jahren erfolgreich fort. Auch wenn sich die Arbeitsweise durch die heutigen Informations- und Kommunikationssysteme geändert hat, so steht noch heute die ganzheitliche Betreuung der Kunden im Vordergrund. Erst nach umfassender Analyse der Rahmenbedingungen entscheidet sich, welche Maßnahmen erforderlich sind. Nicht selten betreut dann das Architektenteam auch die komplette Umsetzung der zuvor entwickelten Konzeption.
Aus diesem Grund fällt es noch heute schwer, bei „Pfaehler“ nur von einem Möbelhaus zu sprechen. „Pfaehler“ ist in den 60 Jahren zu einer Marke geworden, ein Haus mit einer Garantie für individuelles und gekonntes Einrichten.









