(openPR) 278 Junggesellen der Hamburger Innungen feierlich freigesprochen. / Arbeitskreis „Wenn Handwerk, dann Innung“ (WHDI) garantiert für qualifizierte Ausbildung. / Bau-, Elektroniker-, Tischler-, und Glasergesellen blicken positiv in die Zukunft. / Auch Frauen wagen sich in Handwerker-Berufe. /
Hamburg. Die Stadt Hamburg ist seit letzter Woche um knapp 300 Junggesellen reicher. Diese Nachricht hat jedoch nichts mit der hohen Trennungsrate bei Paaren zu tun, sondern bot einen Anlass zum Feiern: Die Innungen, die im Hamburger Arbeitskreis „Wenn Handwerk, dann Innung“ (WHDI) organisiert sind, haben 278 Gesellen freigesprochen. Die jungen Männer und Frauen, die auf dem Bau, im Tischler- und Glaserhandwerk und als Elektroniker ausgebildet wurden, durften feierlich ihre Gesellenbriefe entgegennehmen. Die Innungen des WHDI sind stolz auf ihren jungen, gut ausgebildeten Nachwuchs, denn: „Qualifizierte Facharbeiter werden immer gebraucht“, sagt Michael Seitz, Geschäftsführer der Bau-Innung.
Die Gesellenfreisprechung im Handwerk blickt bereits auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurück: „Im ausgehenden Spätmittelalter wurde der Lehrling von seinem Meister freigesprochen. Der Lehrling wollte frei sein, auf die Walz gehen“, berichtet Lutz Lawer, Obermeister der Tischler-Innung. Auch wenn dieser Brauch heutzutage kaum noch Anwendung findet, so hat die Freisprechung weiterhin eine große Bedeutung. Die Auszubildenden bekommen ihren Gesellenbrief erst nach der fachmännischen Lehre, die drei bis dreieinhalb Jahre dauert, und der anschließenden theoretischen und praktischen Gesellenprüfung. Der Weg bis dorthin ist nicht immer einfach. So steht der Gesellenbrief der Hamburger Innungen vor allem für eins: Für geprüfte Qualität im Handwerk. Die 278 Junggesellen, die es bis hierhin geschafft haben – darunter auch knapp 20 Frauen –, hatten tatsächlich allen Grund zum Feiern. Viele von ihnen werden wegen ihrer guten Leistungen von den ausbildenden Betrieben übernommen und haben somit allerbeste Zukunftsaussichten. Die besten Leistungsträger wurden zudem mit einem Förderpreis ausgezeichnet und können sich durch das damit verbundene Stipendium zum Meister ausbilden lassen. „Unsere Fachkräfte müssen bereit sein, Verantwortung zu übernehmen; ob als Geselle mit Spezialistenwissen oder Meister mit Führungsaufgaben“, resümiert Dirk Dingfelder, zweiter Obermeister der Elektro-Innung.
Für die Freisprechung der Glaser wurde ein ganz spezieller Ort gewählt: Die St. Jakobi-Kirche in der Hamburger Innenstadt. „Der dort befindliche St. Lukas-Altar wurde im Jahre 1500 von Mitgliedern der Glaser- und Malerzünfte gestiftet“, berichtet Udo Bammann, Obermeister der Glaser-Innung. So kommen die Glaser jetzt schon seit vier Jahren zu „ihrem“ Altar, um eine Freisprechung mit Freitrunk zu feiern. Am Ende der Feierlichkeiten waren sich alle Junggesellen des WHDI einig: Dank ihrer guten Ausbildung in den Hamburger Innungsbetrieben hat ihr Handwerk Zukunft.













