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Die Heligirls als einziges Damenteam bei der Hubschrauber Meisterschaft 2009 erfolgreich

08.09.2009 • 08:45 Uhr • Sport
Die Heligirls auf dem Weg zum Slalom, Foto: K. Doella (www.gute-foto.de)
Die Heligirls auf dem Weg zum Slalom, Foto: K. Doella (www.gute-foto.de)

(openPR) Dietzenbach/Mengen, 02. September 2009 - Bei strahlendem Wetter und einem großem Publikum fand am letzten Augustwochenende am Verkehrslandeplatz Mengen-Hohentengen die diesjährige Offene Deutsche Hubschrauber Meisterschaft statt. Dieser Wettkampf im Hubschrauber Präzisionsflug wird in regelmäßigen Abständen in Deutschland ausgetragen. Aus den besten deutschen Teams setzt sich die Deutsche Hubschrauber Nationalmannschaft zusammen.



Von den insgesamt 19 teilnehmenden Besatzungen waren in Mengen 7 Crews aus Deutschland dabei, außerdem nahmen Crews aus Russland, der Schweiz und England teil. Als Hubschraubertypen waren Robinson R22, Robinson R44, Hughes 300 und Hughes 500 sowie Eurocopter EC 120 und Bell 206 Jet Ranger am Start. Als einziges Damenteam gingen die Heligirls Bettina Schleidt und Gisela Freund mit dem Robinson R22 Helicopter des Fördervereins Allgemeine Luftfahrt Zweibrücken Homburg an den Start. Ihr Ziel war es, an die Leistungen bei der Hubschrauber Weltmeisterschaft in Eisenach anzuknüpfen.


Die einzelnen Disziplinen

Der erste Wettkampftag begann am Freitag mit dem Navigationsflug – der sogenannten Königsdisziplin der Meisterschaften. Nach einer Flugvorbereitung von fünf Minuten muss die Crew ein definiertes Zielgebiet (die sogenannte search box) anfliegen und innerhalb des Zielgebietes mehrere ausgelegte Zeichen finden. Für das Verlassen dieses Bereiches besteht eine genaue Zeitvorgabe. Anschließend sollen mehrere festgelegte Geländepunkte (turning points (TP) - d.h. TP1 bis TP3) überflogen und mit Reis gefüllte Säckchen in einem markierten Zielkreis aus geringer Höhe abgeworfen werden. Mit dem Überfliegen der Ziellinie am Flugplatz (Linie A bzw. arrival line) endet der Teil A des Navigationsfluges.Der Zeitpunkt für den Überflug wird den Besatzungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Hubschraubertyp vorgegeben. Die erlaubte Gesamtflugdauer errechnet sich aus der aktuellen Flugstrecke (90 bis 120 km) und der typspezifischen Reisefluggeschwindigkeit. Nach dem Überfliegen der Ziellinie beginnt die Zeit für die eine neue Aufgabe zu laufen. Innerhalb von 60 Sekunden muss die Besatzung ein Rechteck mit insgesamt drei 90°-Kurven in einer festgelegten Höhe abfliegen und eine weitere Ziellinie überfliegen. Nach dem Überfliegen dieser Ziellinie gilt es, eine Last einzulochen. Innerhalb von 20 Sekunden muss der Copilot die an einem sieben Meter langen Seil befestigte Last (Kegel) in eine Öffnung (Dachluke 40 x 40 cm) abgelassen haben. Auch diese Übung ist aus der Luftrettung abgeleitet: Hilfestellung (Lebensmittelversorgung) an eingeschlossene Personen bei Bergrettung, Hochwasser oder ähnlichem.

Am zweiten Tag stand das sogenannte Hoverquadrat auf dem Programm: Hier wird verlangt, den Hubschrauber in stets gleich bleibender Höhe durch ein Viereck – das sogenannte Hoverquadrat - zu fliegen. In zwei der vier Eckpunkte muss eine 360° Drehung um die Hochachseachse vollführt werden. Zur Kontrolle der Flughöhe sind unter dem Helikopter zwei mit Gewichten beschwerte Seile angebracht. Das kürzere der beiden Seile darf den Boden nie berühren und das längere darf den Boden nicht verlassen. Das kürzere frei schwingende Seil ist direkt unter dem Pilotensitz fixiert und soll während der gesamten Aufgabe innerhalb des einen Meter breiten Korridors des Hoverparcours schweben. Natürlich gilt das auch während der beiden 360° Drehungen, die jede für sich mindestens 15 Sekunden dauern muss. Im Anschluss an das Hoverquadrat muss eine Diagonale unter gleichen Bedingungen im Schrägflug bewältigt werden. Nach dem Ausflug aus der Diagonalen nach dem Fliegen des Quadrates setzt der Pilot zur Präzisionslandung an. An den beiden Kufen des Helikopters sind auf gleicher Höhe Markierungen angebracht. Bei Helikoptern mit Fahrwerken werden vergleichbare Markierungen festgelegt. Die Maschine muss vom Piloten so abgesetzt werden, dass sich die Markierungen genau auf der 5 cm breiten Ankunftslinie befinden.
Der dritte Wettkampf bestand aus dem sogenannten Fender Rigging:
Dabei führt der Copilot einen an einem Seil befestigten Fender (30 cm Durchmesser) mit einem Gewicht von ca. 7,5 kg zunächst durch ein Eingangsto und dann zu einer Tonne von ca. 50 cm Durchmesser. Ziel ist es, den Fender schnellstmöglich und ohne Berührung der Tonne oder des Bodens in der Tonne zu versenken. Auf einer 50 x 50 Meter großen Fläche müssen insgesamt drei Tonnen angeflogen werden. Dabei hängt der Fender an verschiedenen Seillängen von 4, 6 und 8 Metern. Seillänge und Reihenfolge der Tonnen werden vor dem Wettbewerb bekannt gegeben und variieren. Nach dem Zeichen des Starters hebt der Pilot den Helikopter auf die entsprechende Schwebehöhe, die der jeweiligen Seillänge entspricht. Sobald der Fender die Startlinie passiert, läuft die Zeitmessung und endet beim Versenken des Fenders in der Tonne. Für alle drei Fender gilt eine Zeitvorgabe von 30 Sekunden. Nachdem der Fender versenkt wurde, ist das Gebiet durch ein definiertes Ausflugstor zu verlassen.
In einer Variation der Aufgabe kann der Wettbewerb auch als Parallelwettbewerb geflogen werden, d.h. zwei Besatzungen fliegen gleichzeitig durch zwei nebeneinander liegende Parcoure: Dabei werden in einem Durchgang alle drei Tonnen mit jeweils unterschiedlichen – vorab festgelegten - Seillängen durchflogen und die Zeit gemessen. So wurde der Wettbewerb in Mengen geflogen.
Die vierte Disziplin war der Slalom: Der Slalom setzt sich aus zwei Elementen zusammen: aus dem Führen eines Behälters durch einen Slalomparcours und aus dem zentrierten Absetzen dieses Behälters auf einem Tisch. Der Behälter (Wassereimer) hängt während der gesamten Disziplin an einem 5 Meter langen Seil und wird vom Copiloten gehalten und geführt.

Die Heligirls

Für die Heligirls begann die Deutsche Meisterschaft zunächst mäßig. Bedingt durch Zeitstrafen mussten sie beim Navigationswettbewerb - trotz eines guten Fluges, bei dem fast alle der Aufgaben gelöst werden konnten - viele Punkte lassen. Dieses Ergebnis konnten sie dann am nächsten Tag mit einem gelungenen und nahezu fehlerfreien Präzisionsschwebeflug bzw. dem Hoverquadrat wettmachen und sich damit einen Platz im Mittelfeld sichern.
Auch das Fender Rigging lief zufrieden stellend – vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Variante des Parallelfenders nicht Bestandteil ihres Trainings gewesen war. Am Sonntag schließlich stand zum Abschluss der Slalom an. Auch hier konnten die beiden ein zufrieden stellendes Ergebnis erzielen.

Ergebnisse

Deutsche Meister wurden Marcel Stegmüller/Jens Scholpp auf einem Robinson R22 Hubschrauber, bestes Damenteam wurden Bettina Schleidt/Gisela Freund.

Quellen und weitere Informationen:
www.deutscher-hubschrauberclub.de
www.wikipedia.de
www.heligirls.com
www.falzw.de

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