(openPR) Wasser spielt in den Konflikten des Nahen Ostens eine wichtige Rolle. Zählt die Region doch zu den wasserärmsten der Welt. Spitäler wie das Caritas Baby Hospital in Bethlehem spüren die Auswirkungen des akuten Wassermangels besonders im Sommer. Immer häufiger müssen zum Teil lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen und Dehydrierungen behandelt werden. «In der sommerlichen Hitze vermehren sich Keime und Bakterien schnell. Die hygienischen Verhältnisse sind aufgrund des Wassermangels katastrophal», erklärt Dr. Hiyam Marzouqa, Chefärztin im Spital der Kinderhilfe Bethlehem. Da es im vergangenen Winter kaum geregnet hat, fehlt in der gesamten Region Wasser.
Unter dem dauerhaften Wassermangel leidet vor allem die Sauberkeit und Körperpflege. Häufig wird Wasser mehrfach im Haushalt verwendet. «An eine ordentliche Hygiene ist dann nicht mehr zu denken. Selbst Händewaschen ist keine Selbstverständlichkeit», erklärt Marzouqa. Vor allem bei Kindern hätten Krankheitserreger leichtes Spiel. Ihr allgemeiner Gesundheitszustand habe sich schon seit Jahren permanent verschlechtert, so die Kinderärztin weiter.
«Das Thema Wasser hat im Nahen Osten einen hohen Stellenwert – auch im Konflikt zwischen Israel und Palästina», erklärt Anna Beck, Geschäftsleiterin der Kinderhilfe Bethlehem in Luzern. Im Rahmen der Projektunterstützung des Hilfswerks ist sie mit anderen Initiativen vor Ort in Kontakt, denen der aktuelle Wassermangel Sorge bereitet. Medico International setze sich beispielsweise für Bauern im Jordantal ein, die für einen verbesserten Zugang zu Wasser kämpfen, um ihre Felder bestellen zu können, berichtet Beck.
Insgesamt stehen jedem Palästinenser durchschnittlich 60 Liter pro Tag zur Verfügung – mancherorts sind es nur 10 Liter. Ganz anders sieht es hingegen in israelischen Haushalten aus: Dort werden durchschnittlich 280 Liter pro Tag und Person verbraucht. Die ungleiche Verteilung führt besonders in den heissen Sommermonaten immer wieder zu Problemen.
Auch wenn 90 Prozent aller palästinensischen Haushalte an das öffentliche Wassernetz angeschlossen sind, können sich die Hausbewohner nicht darauf verlassen, dass auch wirklich Wasser aus den Leitungen kommt. Selbst in grossen Städten wie Ramallah fliesst pro Woche nur für einige Stunden tatsächlich Wasser in die Haushalte – häufig nachts. Die Familien füllen es in Flaschen und Kanister ab. Sie müssen dabei in Kauf nehmen, dass es verunreinigt wird.
Der Grossteil der natürlichen Wasservorkommen steht unter israelischer Kontrolle, so auch die Grundwasser führenden Schichten unterhalb des Westjordanlandes. Bestehende Brunnen sind alt und oft nicht mehr tief genug, da der Grundwasserspiegel stetig absackt. Das Bohren neuer Brunnen ist Palästinensern selbst auf eigenem Territorium meist nicht erlaubt. «Den einfachen Menschen bleibt nur, im Winter Regenwasser auf ihren Dächern zu sammeln», so Anna Beck.
Das durch Spenden finanzierte Caritas Baby Hospital der Kinderhilfe Bethlehem ist die einzige Anlaufstelle für qualifizierte medizinische Hilfe für mehr als 300'000 Kinder im direkten Einzugsgebiet. Mit einer neuen ambulanten Klinik, deren Bau auch von der DEZA gefördert wird, soll dem wachsenden Bedarf begegnet werden.









