(openPR) Raytheon Anschütz hat den Zuschlag für die Lieferung des kompletten Integrierten Navigationssystems für den dritten Einsatzgruppenversorger (EGV) der Klasse 702 für die Deutsche Marine erhalten. Der dritte EGV (2. Los) wird von der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) EGV gebaut, die Raytheon Anschütz mit der Lieferung der Navigationssysteme beauftragt hat.
Im Rahmen des Korvettenprojekts K130 hat Raytheon Anschütz zum ersten Mal eine Integrierte Brücke der neuen Generation an Bord eines Deutschen Marineschiffes installiert. Positive Erfahrungen des Kunden bezüglich Ergonomie und Funktion dieses Systems, aber auch die gute Zusammenarbeit mit dem direkten Auftraggeber sind gute Gründe dafür, dass Raytheon Anschütz neben den neuen Fregatten F125 nun auch den dritten EGV ausrüsten wird.
Für das Navigationssystem des EGV 2. Los ergeben sich entsprechende Synergien mit den Lösungen für K130 und F125, auf die zurückgegriffen werden kann. Der Kern des Navigationssystems besteht aus vier Multifunktionssystemen, die die Funktionen Radar, ECDIS und Conning an einem Arbeitsplatz kombiniert. Das Radar fusioniert dabei die Ziele aller Antennen und stellt diese für jeden Bildschirm zur Verfügung. Damit steht der Besatzung wahlweise das X- oder das S-Band Radar mit einer 360° Rundumsicht zur Verfügung. Darüber hinaus umfasst der Lieferumfang den Autopiloten NP2035 für hochgenaue Bahnführung, manuelle Steuerungskontrolle, eine Inertiale Navigationsplattform (MINS) auf Basis von Ringlasersensoren, zwei Navigationsdatenverteiler sowie einen kompletten Satz Navigationssensoren und meteorologische Ausrüstung. Ein redundant ausgelegter Ethernet Bus verbindet alle Multifunktionssysteme und Sensoren miteinander.
Als Dienstleistung übernimmt Raytheon Anschütz ein kundenindividuelles Programm Management, einen Integrierten Logistik Support inklusive Interaktiver Elektronischer Technischer Dokumentation (IETD), Inbetriebnahme sowie ausführliche Tests (FAT mit Systemintegrationstest, HAT, SAT). Für die Besatzung ist ein umfangreiches Training an Land und an Bord vorgesehen. Hinsichtlich des Betriebs und der Wartung der Navigationssysteme kann die Deutsche Marine beim dritten EGV von den Synergieeffekten mit K130 und F125 insbesondere in den Bereichen Ausbildung und logistischer Versorgbarkeit profitieren, was eine hohe personelle Flexibilität zwischen den Einsatzkräften zur Folge hat.
Raytheon Anschütz liefert sein Integriertes Navigationssystem in den kommenden beiden Jahren an die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft. Die weiteren Werften der ARGE EGV sind die Fr. Lürssen Werft in Bremen, die TKMS Blohm + Voss Nordseewerke in Emden und die Peene-Werft in Wolgast. Das Projekt EGV 2. Los baut auf den Erfahrungen mit den ersten beiden Einheiten auf, die zu einer gezielten Weiterentwicklung der einzelnen Bordsysteme geführt haben.
Der neue EGV soll im Jahr 2012 fertig gestellt werden um die Unterstützungskräfte der Deutschen Marine zu verstärken. Das Schiff wird eine Länge von über 173 Meter bei einer Verdrängung von ca. 20.000 Tonnen haben. Neben logistischer Unterstützung und Versorgungsleistungen stellt der neue EGV auch Kapazitäten für eine sanitätsdienstliche Versorgung bereit. Die ersten beiden Einheiten dieser Klasse konnten ihre Leistungsfähigkeit bereits mehrfach in internationalen Einsätzen unter Beweis stellen.













