(openPR) Jeder redet über die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise in der Konsumgüterwirtschaft. Aber wie existent ist die Krise wirklich und wie wirkt sie sich innerhalb der einzelnen Branchengruppen aus? Dieser Fragestellung wird bbw Marketing in mehren Studien nachgehen. Der Anfang wird durch die Studie Hobby/Basteln 2009 gemacht. Nach ersten Datenerhebungen im Frühjahr wurde im Mai Juni zusätzlich eine Umfrage zur aktuellen Lage in den Geschäften durchgeführt.
Die Studie belegt, was die Experten schon seit geraumer Zeit vermutet haben. Das Kreativ-Potential hat nach wie vor eine Zukunft. Der Markt für Artikel des Hobby- und Bastelbedarfs hat sich inzwischen nach mehreren Jahren mit deutlichen Umsatzeinbußen stabilisiert. Verantwortlich für diese Entwicklung sind keineswegs neue Modethemen, sondern eher eine Rückbesinnung auf frühere Werte. Retro lautet die Erfolgsformel, gerade in einer Zeit, in der die aktuellen Freizeitbeschäftigungen der jüngeren Bevölkerungsteile mit elektronischen Medien eigentlich nicht für eine intensivere Nutzung des Bastelsegments sprechen. Die Umsätze mit Hobby- und Bastelartikeln (ohne Modellbau) haben sich jedoch auf einem Niveau von etwa 1,2 Mrd. € stabilisiert.
An der grundsätzlich positiven Einschätzung hat bislang auch die vielzitierte Krise nichts geändert. So erwarteten Mitte des Jahres 40 % der Fachhändler zwar Auswirkungen durch die derzeitige wirtschaftliche Situation, aber diese waren nicht in jedem Fall negativ. Nach wie vor wird davon ausgegangen, dass emotionale Produkte mit geringem Preis bei den Konsumenten auch weiterhin hoch im Kurs bleiben und dass eine „Krisenstimmung" das kreative Gestalten eher noch unterstützt.
Das Verschönern der eigenen vier Wände und das Basteln werden gerade in konjunkturell schwierigeren Zeiten wieder entdeckt. Zudem rücken Bastelaktivitäten im Zusammenhang mit dem gedeckten Tisch in den Mittelpunkt. Zu selbst gestalteten Accessoires wie Tischkarten, Einladungs- und Menükarten kommen farblich abgestimmte Kerzen, die selbstverständlich auch weiter verziert werden können, abgestimmte Sets und Tischdecken und weitere Dekomaterialien hinzu.
Von den Trendforschern als "homing" bezeichnet zieht man sich mit vielen Aktivitäten in die eigene Wohnung zurück.Der Begriff homing ist schon alt. Heute spricht man in Anlehnung vom Megatrend Home Decoration, was aber nichts anderes als „alter Wein in neuen Schläuchen“ darstellt.
Hinsichtlich der Produktentwicklung ergibt sich ein recht heterogenes Bild. Einen ausgesprochenen "Renner" kann die Branche nicht ausmachen und dennoch gibt es durchaus Produkte, die die Hoffnung auf gute Umsätze nähren. Kreativ-Produkte sind laut Fachhandel nach wie vor gefragt, wobei im Gegensatz zur allgemeinen Handelssituation Billigprodukte beim Kunden nicht so gut ankommen. Der Kunde des Bastelmarktes legt Wert auf Qualität und die sucht er in erster Linie bei Markenprodukten. Daneben lässt sich ein deutlicher Trend hin zur Funktionalität und Design ausmachen.
Der Markt für Hobby- und Bastelartikel wird durch weitere gesellschaftliche Trends geprägt. Die Käufer von Bastelartikel kaufen umweltbewusster als andere Käuferschichten, was sich zudem auch in einem überaus kritischen Einkaufsverhalten ausdrückt. Für zahlreiche Händler mag diese Einstellung eine Belastung darstellen, für andere wiederum einen lohnenswerten marketingpolitischen Ansatz unter dem Begriff den „Handel zur Marke“ machen. Dieser Ansatz ist heute lukrativer zu sein, zumal seit dem Megatrend Window Colors kein weiterer Verkaufsschlager dieser Art feststellbar war. Besser ist die Rückbesinnung auf das Basisgeschäft mit dem Aufbau einer Stammkundschaft. Hierzu zählen größere Flächen für Bastelartikel ebenso wie klar strukturierte und gepflegt präsentierte Sortimente. Ein gutes Sortiment, am besten bezogen auf die jeweiligen Jahreszeiten, und Dienstleistungen sind heute die entscheidenden Kriterien für den Erfolg.
Hobby Basteln als Freizeitbeschäftigung hat sich inzwischen allerdings auf andere Zielgruppen verlagert. Natürlich wird nach wie vor in Familien mit kleineren Kindern gebastelt, jedoch wird die Anzahl der deutschen Kinder in den nächsten Jahren weiter abnehmen. So werden die Senioren, und hier vornehmlich die Frauen, in den Vordergrund der Verkaufsstrategien rücken müssen. Weitere wichtige Abnehmer stellen auch die Schulen und sozialkaritativen Einrichtungen dar. Die Branche unterstützt diese vielfach mit maßgeschneiderten Produkten. Vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl von Gesamtschulen ergeben sich hieraus weitere Perspektiven.
Erwehren muss sich der Hobby-Bastel-Fachhandel heute einer großen Konkurrenz. Insbesondere räumt der Fachhandel den Online-Anbietern und somit gleichzeitig auch dem Versandhandel sehr große Marktchancen ein. Allerdings schneiden auch die Fachmärkte für Hobby und Bastel-Artikel mit recht guten Umfragewerten ab. Eine kaum steigende Umsatzbedeutung wird dagegen den Kauf- und Warenhäusern eingeräumt. Kein Wunder bei den Hiobsbotschaften der letzten Monate. Verdrängungspotentiale durch Baumärkte, die sich mit den entsprechenden Sortimenten auch in Richtung "Home Decoration" entwickeln, werden eher gelassen gesehen.
Die Studie „Hobby Basteln 2009“ mit Inhalten zum Markt, zum Verbraucher, zum Sortiment und zu den Zielgruppen kann ab sofort bei bbw-Marketing Liebigstraße 23, 41464 Neuss, Fax 02131/2989721 zum Subskriptionspreis bestellt werden.





















