(openPR) Gut erholt kehren die Schauspieler der Sigmaringendorfer Waldbühne aus der Sommerpause zurück und spielen ab dem kommenden Samstag, 22. August, noch sechsmal Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“. Karten gibt es noch für alle sechs Aufführungen, wegen des großen Andrangs wird aber eine Platzreservierung empfohlen.
Viel Lob und Anerkennung erhielten die Waldbühnespieler für ihre bisherigen Jedermann-Aufführungen. Das zeitlos aktuelle Stück begeisterte die zahlreichen Zuschauer bisher so sehr, dass die Akteure schon mehrfach mit stehenden Ovationen gefeiert wurden und manch ein Besucher hinterher bekannte, bereits zum zweiten oder dritten Mal bei der Aufführung gewesen zu sein.
Sicher ist es kein Zufall, dass gerade in einer Zeit, die von Negativschlagzeilen aus der Wirtschaft und der Finanzkrise beherrscht wird, der „Jedermann“ das Publikum besonders anspricht. Schließlich trägt das Werk Hofmannsthals den Untertitel „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“. Manch ein Zuschauer erkennt in der Titelfigur die Verkörperung des geldgierigen Managers, der fern von den Problemen des einfachen Volkes nur noch an sich selbst denkt. Wenn man dann sieht, wie dieser reiche, selbstsüchtige Mann in seiner Todesstunde erfahren muss, wie sich scheinbare Freunde von ihm abwenden und er erkennt, dass er zeitlebens nur Sklave seines Geldes war, dann tut das irgendwie gut.
Und doch ist der Jedermann mehr: Er verkörpert nicht nur den reichen Egoisten, er ist vielmehr, wie es der Name schon sagt, das Spiegelbild eines Jeden von uns. Und man fragt sich, wenn man dieses Stück erlebt hat: Was bleibt von meinem Leben, wenn es einmal zu Ende geht? Welche bleibenden Werke habe ich vollbracht? Und wer hält zu mir, auch wenn mir das Glück den Rücken kehrt?
Wie kaum ein zweites Werk der Literaturgeschichte zeigt der Jedermann dem Menschen, was er für ein Leben führt und das ist sicher mit der Grund für das bislang große Interesse des Publikums an den Aufführungen auf der Waldbühne.









