(openPR) Am 28.06. diskutierten rund 30 Teilnehmer/innen aus dem Mitgliederkreis von kunststoffland NRW und dem Kunststoffinstitut Lüdenscheid (KIMW) mit der örtlichen Arbeitsagentur und dem Arbeitsministerium über die Möglichkeiten der Weiterbildung für Mitarbeiter in der derzeitigen Krisensituation. Eins machten die Unternehmer deutlich: Die bürokratischen Hürden und die fehlenden passgenauen Weiterbildungsangebote machen das Modell „Qualifizierung in der Krise“ bisher zu einem Flop. Positive Botschaft: Für die Kunststoffbranche hat jetzt das KIMW mit dem Programm „Fachkraft Kunststoffverarbeitung“ das erste zertifizierte (Kunststoff)Angebot für die Region entwickelt.
NRW/Lüdenscheid – Es könnte so schön sein. Die Arbeitsagenturen stellen Geld bereit, die Unternehmen suchen sich einen Anbieter aus und die Kurzarbeiter können qualifiziert werden. Was sich anhört wie eine Lösung „4 Fliegen mit einer Klappe“, hat allerdings mehrere Haken. Dies zeigt sich auch an den Zahlen. So liegt laut WAZ bei einer geschätzten Kurzarbeiterzahl von mehr als einer Viertelmillion allein in NRW die Weiterbildungsquote im Promille-Bereich. Gerade die Kunststoffbranche in NRW ist in großen Teilen von der Krise betroffen, ergo auch von Kurzarbeit und Restrukturierungsmaßnahmen. Dem absehbaren Fachkräftemangel nach der Krise könnte durch die Nutzung von maßgeschneiderten Qualifizierungs- maßnahmen entgegen gewirkt werden. Am Engagement der Unternehmer fehlt es nicht. Viele haben sich schon auf die Suche nach passenden Maßnahmen gemacht. Allerdings – ist ein Angebot passend, fehlt oft die sogenannte AZWV-Zertifizierung (Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung). Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht für komplette Wochen entbehren können, trotz Kurzarbeit läuft der Betrieb weiter und auch die wenigen Aufträge wollen abgearbeitet sein. Einige Lösungsmöglichkeiten wurden – trotz kritischer Gesamtsicht – positiv diskutiert. So können Unternehmen oder auch Unternehmenszusammenschlüsse ihre Mitarbeiter selbst in Inhouse-Schulungen qualifizieren. Die Arbeitszeit des Lehrenden kann von der Arbeitsagentur gefördert werden. Auch die bestehenden Angebote wie Bildungsscheck oder Potentialberatung werden noch nicht flächendeckend genutzt. Das neue Angebot zur „Ausbildung während der Kurzarbeit: Fachkraft Kunststoffverarbeitung“ beim Kunststoff-Institut Lüdenscheid wurde dagegen einhellig begrüßt. Hier kann ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit eingelöst werden. Das Programm startet schon am 06.07.2009. Vermittelt wird ein fundiertes Wissen über den Spritzgießprozess und dessen Optimierung. Zielgruppe sind Einrichter, Maschinenbediener, Produktionshelfer. Weiterbildung sollte den Unternehmen helfen, nach der hoffentlich baldigen Überwindung der Krise erst recht richtig loszulegen; die Systemfehler führen dagegen zu verpassten Chancen.
















