openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Diskretion im Praxisalltag - planerische Möglichkeiten

04.08.200909:58 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Diskretion im Praxisalltag - planerische Möglichkeiten

(openPR) Akzeptanz und Image einer ärztlichen Praxis sind von vielen Faktoren abhängig. Maßgeblich sind Kompetenz des Arztes, Verhalten des Teams und die Aufenthaltsqualität für Patienten in den Räumlichkeiten der Praxis. Welchen enormen Stellenwert der Faktor „Diskretion“ im Patientenbefinden einnimmt, zeigt eine Studie des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, ULD*. Befragt zu diesem Thema, wollen 95,3 % der Patienten ihre Privatsphäre gewahrt wissen, 88,6 % würden eine Behandlung in einer indiskreten Praxis ablehnen und 50,1% der Befragten gaben an in einer Arztpraxis Daten Dritter mitbekommen zu haben! Der Umgang mit Patientendaten im Vorfeld zur eigentlichen Behandlung ist im Praxisalltag oft mit Schwierigkeiten verbunden. Das sensible Arbeiten des Praxisteams mit vertraulichen Patientendaten ist verhaltensabhängig und damit veränderbar.


Die bauliche Qualität, die bauliche Grundstruktur und ihre Räumlichkeiten aber sind statisch und damit eine vorgebende Grundlage für die Effektivität und die Sensibilität der Arbeitsabläufe. Mängel in den räumlichen Gegebenheiten lassen sich nur schwer und mit erhöhtem Organisationsaufwand ausgleichen. Diskretion in der Arztpraxis beginnt bereits mit Betreten der Praxisräume, Diskretion beginnt an der Rezeption. Diskretion bedeutet optische UND akustische Wahrung der Privatsphäre des Patienten. Voraussetzung dafür ist eine durchdachte, auf beide Aspekte abgestimmte Planung. Fehler in der Raumplanung „verbauen“ von Anfang an vor allem die akustische Diskretion in einem Praxisgefüge. Eine genaue Analyse der Funktionsabläufe ist daher zwingender Bestandteil der Raumplanung. Dem Bereich Empfang kommt eindeutig eine Schlüsselfunktion zu: er ist DIE Schnittstelle Patient-Personal und Personal-Arzt, ein hochkommunikativer Bereich in dem dennoch Diskretion gewahrt werden soll. Hochsensibel und mit Mehrfachfunktionen belegt! Planerisch kann auf diese Ansprüche reagiert und „Platz“ für die jeweiligen Arbeitsabläufe geschaffen werden. Die Schnittstelle kann räumlich definiert werden – sie ist Vorbereitungsbereich zur Arztinformation und Aufnahmebereich für Erstpatienten.
Die möglichen Diskretionsfallen Rezeption, Warten und Zwischenwarten können anhand durchdachter Raumkonzepte entschärft werden. Planerisch bieten sich hier verschiedene Möglichkeiten. Zum einen die konsequente Trennung zwischen Patientenaufenthalts- und Behandlungsbereich oder auch die Entkopplung der Funktionswege innerhalb der Praxisräumlichkeiten.
Der Rezeption als 1. Anlaufpunkt kommt ein besonderer Stellenwert zu. Patienten sollen ihre Daten bzw. Beschwerden vortragen ohne das Dritte mithören können. Die in einigen Praxen eingerichteten sogenannten Diskretionszonen mit Begrenzungslinien im Bodenbelag vor der Empfangstheke oder Hinweisschilder mit der Bitte um „Diskretionsabstand“ können diesen Anspruch nicht vollständig wahren. Um ein Gespräch wirklich nicht mithören oder verstehen zu können müsste diese Zone einen Radius von vielen Metern aufweisen. Diskretionszonen in dieser Form bieten, wenn überhaupt, optischen Schutz. Eine bewährte Gliederung dieses Raumbereiches ist daher die offene Empfangstheke als Auftakt und im Anschluss ein abgetrennter Raum – das back office – in dem vertrauliche Daten diskret aufgenommen werden können. Gleichzeitig können hier redaktionelle Arbeiten erledigt werden. Großzügiger, falls der Raumbedarf dies zulässt wirkt ein an den Empfangsbereich und das back office angebundenes Beratungszimmer. Hier kann das Personal in einem persönlichen, vertraulichen Rahmen alle Patientendaten aufnehmen und auch beraten. So entsteht ein „Servicebereich Rezeption“ der alle Ansprüche, auch den nach Diskretion erfüllt. Nahezu unabdingbar ist diese Lösung vor allem bei Planungskonzeptionen in welchen Empfangs- und Wartebereich ineinander übergehen, keine räumliche Trennung aufweisen und offen gestaltet sind.

Ein weiterer Aspekt der in die Raumplanung einbezogen werden muss ist die Analyse der Wegeführung innerhalb der Praxis. Eine Überschneidung zwischen Patienten- und Arztwegen ist zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren, d.h. es ist die bauliche Voraussetzung dafür zu schaffen das Behandler- und Patientenwege möglichst kreuzungsfrei erfolgen können. Auch bei diesem Ansatz kommt der Rezeption eine Schlüsselposition zu. Sie wird zu einer „Insel“ innerhalb der umgebenden Räume und ermöglicht auch ohne Platzverlust eine parallele Wegeführung.

Bestehende Praxisräumlichkeiten lassen häufig keine bauliche Verbesserung ohne hohen Kostenaufwand zu oder sind räumlich so beengt das eine Trennung der Funktionszonen im Bereich Rezeption nicht umsetzbar ist. Für diese Situation bietet sich ein technisches Mittel an welches ursprünglich für Schalter und Diskretionszonen in Bankhäusern entwickelt wurde: die Diskretionsbeschallung. Diese technische Einrichtung erzeugt um das Patientengespräch am Empfang einen akustisch isolierten Raum. Die dafür erforderlichen Lautsprecher und Richtmikrofone lassen sich mit relativ geringem Aufwand in eine vorhandene bauliche Situation integrieren. Sie eignen sich durchaus auch für Praxen in welchen Wartebereich und Rezeption als offene Raumfolge angelegt sind.

Eine durchdachte Grundrissplanung ist keine Garantie für ein diskretes Praxisambiente. Aber sie wird die Problematik im Praxisalltag entschärfen helfen. Arzt und Team werden die vielfältigen Arbeitsvorgänge erleichtert. Wenn Arbeitsplätze in Funktion und Lage eindeutig definiert und geordnet werden minimiert sich die Möglichkeit störender Überschneidungen. Im Grunde aber bedingen sich Verhalten und Raumvorgabe: beide profitieren nur wenn sie bewusst und konsequent eingesetzt werden. Eine Wohlfühlpraxis in der rundum alles stimmt, in welcher alle Faktoren Berücksichtigung finden -Kompetenz, Ambiente, Behandlung- ist wohl das „diskreteste“ Marketinginstrument.

* Quellenangabe: aus 25. Tätigkeitsbericht des ULD vom 19. 02. 2003

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 336061
 4876

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Diskretion im Praxisalltag - planerische Möglichkeiten“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von architektur.innenarchitektur.design

Bild: DESIGN für die WAND . minimalistisch.modern.originellBild: DESIGN für die WAND . minimalistisch.modern.originell
DESIGN für die WAND . minimalistisch.modern.originell
WAND GESTALTUNGS IDEEN, das Buch, nimmt sich die Wand als Werkteil zum Thema. Nicht das adaptierte Dekorieren, sondern das gestalterische Arbeiten mit einer gesamten Wandfläche selbst. Normalerweise dient die Wand als Hintergrund für ein Einrichtungskonzept. WAND GESTALTUNGS IDEEN zeigt Vorschläge, mit denen die Wand selbst zum Bild, zum Träger einer Botschaft, zum Raummittelpunkt wird. Materialien und Strukturen, Farbigkeit und Formteile, die mit ihrer eigenen Stofflichkeit, mit Licht und Schatten, mit plastischen Effekten spielen und dami…
Bild: BÜRO GESTALTUNGs ideen symphatisch . funktionell . das Büro=Logo in 3DBild: BÜRO GESTALTUNGs ideen symphatisch . funktionell . das Büro=Logo in 3D
BÜRO GESTALTUNGs ideen symphatisch . funktionell . das Büro=Logo in 3D
BÜRO GESTALTUNGS IDEEN, das Buch, behandelt die emotionalen Komponenten einer Büroplanung, zeigt Beispiele und gibt Anregungen zur individuellen, optisch ansprechenden Gestaltung des Lebens- und Arbeitsbereichs Büro mithilfe eines persönlichen, dem Konzept übergeordneten Gestaltungsthemas. Der Betonung liegt auf praxisnaher und authentischer Gestaltung, abseits vom Standard und jenseits von Hochglanzbudgets. Die Idee bringt den Effekt, nicht allein das Kostenvolumen. Das Buch zeigt Problemlösungen im Umgang mit vorhandener Bausubstanz, disku…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Datenschutz in der Zahnarztpraxis - InformationsreiheBild: Datenschutz in der Zahnarztpraxis - Informationsreihe
Datenschutz in der Zahnarztpraxis - Informationsreihe
… Beiträgen des ISDSG Institut für Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen der Beitragsreihe „Datenschutz in der Zahnarztpraxis“ unter dem Titel „EDV-Einsatz im Praxisalltag“. Die Beitragsreihe soll das komplizierte Thema des Datenschutzes anschaulich für den Praxisalltag gestalten und passend zu den jeweiligen Themen praktische Umsetzungsbeispiele …
Bild: medondo AG und AG DDM treiben digitale Verlaufskontrolle in der Zahnmedizin voranBild: medondo AG und AG DDM treiben digitale Verlaufskontrolle in der Zahnmedizin voran
medondo AG und AG DDM treiben digitale Verlaufskontrolle in der Zahnmedizin voran
… Zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Dynamisches Digitales Modell (AG DDM) treibt die medondo AG den Einsatz digitaler Ganzkieferscans mit Verlaufskontrollen im Praxisalltag voran. Mithilfe einer KI-basierten Diagnostik können somit konkrete Behandlungsabläufe und -empfehlungen abgeleitet werden, die wiederum die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung …
Vermögenssteuerung durch Private Insuring
Vermögenssteuerung durch Private Insuring
… der PMS Aktiengesellschaft Claus Müller und Johannes Schlattinger. Private Insuring in Form einer Liechtensteinischen Lebensversicherung eröffnet in der Vermögenssteuerung völlig neue Möglichkeiten: Flexibilität, Individualität und Diskretion in Verbindung mit äußerst attraktiven Steuer- und Investmentvorteilen. Wie beim Private Banking stehen auch im …
Offshore Firma ganz im Vertrauen
Offshore Firma ganz im Vertrauen
Die Entscheidung zur Gründung einer Offshore Firma können vielfältig sein. Während bei dem einen Unternehmer die steuerlichen Möglichkeiten im Vordergrund stehen, sind es bei einem anderen Unternehmer Diskretion oder gar der Wunsch nach völliger Anonymität. Insbesondere im Falle der gewünschten Diskretion macht eine Offshore Firmengründung jedoch nur …
Versicherungsschutz für die zahnärztliche Prophylaxe
Versicherungsschutz für die zahnärztliche Prophylaxe
… Gastvortrag von Gabriele Bengel bei der Fortbildung „Prophylaxe Circle – Praxisnah & kompakt“ ändern. Gabriele Bengel erklärt den Teilnehmern anschaulich die aktuelle Möglichkeiten für Patienten im zahnmedizinischen Versicherungsbereich. Sie zeigt, wie das Praxisteam auf einfach Weise ihre Patienten unterstützen kann, auch ohne eine Beratung hierzu …
Bild: UP! Unternehmerisches Know-How für die Praxisführung in Haus- und FacharztpraxenBild: UP! Unternehmerisches Know-How für die Praxisführung in Haus- und Facharztpraxen
UP! Unternehmerisches Know-How für die Praxisführung in Haus- und Facharztpraxen
… haus- und fachärztliche Praxisführung“ beschreibt detailliert diese Best Practices, die einen reibungslos funktionierenden Praxisbetrieb sicherstellen und zeigt ihre konkrete Umsetzung im Praxisalltag. Die Inhalte sind sofort in Eigenregie umsetzbar und entsprechen dem Wunsch vieler Mediziner nach einfachen, kurz auf den Punkt beschriebenen Hilfestellungen …
Bild: 3. Bundeskongress für PrivatmedizinBild: 3. Bundeskongress für Privatmedizin
3. Bundeskongress für Privatmedizin
… und umzusetzen. Darüber hinaus wird den Kongressteilnehmern ein umfassender Einblick in die aktuelle GOÄ-Situation, die Zukunft privatmedizinischer Leistungserbringung und die Möglichkeiten der Kostenerstattung – auch über die Grenzen Deutschlands hinaus – gegeben. Im Programm stehen wieder drei Anwender-Workshops mit unterschiedlichen Themengebieten …
Wie sicher sind Patientendaten beim Heilpraktiker?
Wie sicher sind Patientendaten beim Heilpraktiker?
… in der Praxis gehört zum Datenschutz „Beim Thema Datenschutz denkt man automatisch immer erst einmal an Datenspeicherung und Datenübermittlung, dass die Diskretion im Praxisalltag beim Datenschutz ebenfalls eine ganz erhebliche Rolle spielt, wird dagegen oft übersehen“, erklärt Dr. Wolfgang Widmaier, Heilpraktiker und Apotheker, Union Deutscher Heilpraktiker. …
1. User Conference vereint Wissenschaft mit Praxiserfahrung
1. User Conference vereint Wissenschaft mit Praxiserfahrung
… Veranstaltung auf fachlich hohem Niveau, die Theorie und Praxis miteinander in Einklang brachte. "Unser Hauptanliegen war es, im Rahmen der Veranstaltung die Möglichkeiten und Grenzen von Intelligenz- und Gedächtnistests im Praxisalltag aufzuzeigen sowie eine Plattform zum Austausch zwischen Testanwendern zu schaffen", beschreibt Diplom-Psychologin Dr. …
dentaltrade auf Berliner Zahnärztetag: Bremer Anbieter von Zahnersatz aus internationaler Produktion vor Ort
dentaltrade auf Berliner Zahnärztetag: Bremer Anbieter von Zahnersatz aus internationaler Produktion vor Ort
… wird es auch um Aspekte wie Zukunftsaussichten in Bezug auf „Kassenleistung und Praxisgewinn“ gehen. Dabei gibt es auch unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen durchaus Möglichkeiten den eigenen Praxiserfolg zu steigern. Wer als Zahnarzt mit frischen Geschäftsideen ins neue Jahr starten will, sollte daher unbedingt am dentaltrade Messestand (Nr.45) …
Sie lesen gerade: Diskretion im Praxisalltag - planerische Möglichkeiten