(openPR) "Mehr Lärmschutz an der Bahn" titelte heute die Frankfurter Neue Presse und machte sich damit zum Sprachrohr der Bahn.
20 Millionen teurer soll die so dringend benötigte Strecke kosten, die für die "Pünktlichkeit" der S-Bahn und damit zur "Entflechtung" des Zugverkehrs so wichtig sei.
Keine einzige S-Bahn mehr wird auf den geplanten neuen Gleisen fahren, aber dafür mehr Güterzüge!
Die Bahn rechnet denn auch nur mit einem leichten Anstieg des Fahrgastaufkommens von 21000 auf 25000 täglich, denn wo sollten die auch Platz nehmen. Nur morgens und abends verzeichnet man gut gefüllte S-Bahnen, aber unter tags sind es Geisterzüge, die auf der Strecke verkehren.
Die seitens der Bahn und ihrer Lobbyisten völlig einseitige Darstellung verschweigt zudem, wieviele Gefahrguttransporte bei den geplanten 61 vorwiegend nächtlichen Güterzügen dabei sind. Das wird gerne vertuscht, da die Strecke ja aus den Fördermitteln für den ÖPNV billig gebaut werden soll, aber der Güterverkehr der Nutznießer ist. Das scheint auch dem verantwortlichen Redakteur verborgen geblieben sein, bei seiner Lobeshymne auf die Bahn und die Verbesserungen durch den Bau der 2 weiteren Gleise. Sieht so journalistische Unbefangenheit aus?
Die bis zu 6 m hohen Lärmschutzwände würden zwar das Landschaftsbild im Niddatal beeinträchtigen, aber das stört ja die Pendler wenig, die sich zu Hause in Bad Vilbel, Karben und Friedberg sonnen. Dass die Bahn Anliegern Boden enteignen will und während der Bauzeit ohne Lärmschutz alle Bürger der betroffenen Stadtteile in den Wahnsinn treiben würde, wird vorsorglich auch verschwiegen.
Im Angesicht jüngster Unglücksfälle wie Viareggio am 30.06.2009 oder Chicago am 20.06.2009 ist es schlichtweg eine Dreistigkeit weiterhin diesen Ausbau und den Transport von Gefahrgütern durch Wohngebiete zu propagieren und jetzt sogar beschleunigen zu wollen.
Wir fordern die Bahn auf, umgehend die Anzahl der Waggons zu benennen, die noch auf "alten Achsen" unterwegs sind.
Wir fordern eine Veröffentlichung , welche Gefahrgüter, wie oft durch die hiesigen Stadtteile bzw. Ortschaften rollen.
Wir fordern eine Offenlegung der Sicherheitsmaßnahmen, die im Fall der Fälle hier zum Einsatz kommen und wie und wo man Zugang zu dieser gekapselten Strecke erhalten will.
Wir fordern, bis zur endgültigen Klärung der Unfallursache in Viareggio den Einsatz entsprechender Kesselwagen allgemein und insbesondere in Frankfurt am Main zu verbieten.
Wir fordern die Umrüstung auf sichere Achsen und leise Bremssysteme!
Wir fordern die Umleitung von Gefahrgut durch unbewohnte Gebiete und zwischenzeitlich strengste Sicherheitsauflagen und Geschwindigkeitslimits (30 km/h)!
Wir fordern einen Tunnel für die Bahnstrecke, wenn es keine Alternativstrecke gäbe!
Es sind unsere Steuergelder!
Jetzt ist es an der Zeit die Anlieger zu retten.











