(openPR) VAITOUDDEN, PI4354 - Dezember 2003 – In Nordschweden eröffnete die Robert Bosch GmbH ein neues Testzentrum. Bei der Eröffnungsfeier am 16. Dezember 2003 in Vaitoudden hielt Seine Majestät König Carl XVI. Gustaf die Festansprache und übergab das Versuchsgelände seiner Bestimmung. Anschließend nahm der schwedische König am Steuer eines Hochleistungssportwagens Platz. Er verschaffte sich als erster Gast persönlich einen Eindruck von den Bedingungen auf den aufwändig präparierten Teststrecken, die vorwiegend der Erprobung moderner Bremsregelsysteme wie ABS, ASR und ESP dienen werden.
Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft folgten der Einladung zur Eröffnungsfeier, darunter der deutsche Botschafter Busso von Alvensleben und der Landespräsident der nordschwedischen Provinz Norrbotten Per-Ola Eriksson. Auf Seiten der Gastgeber präsentierten der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung Franz Fehrenbach und Geschäftsführer Wolfgang Drees den Gästen die Aktivitäten der Bosch-Gruppe in Schweden, stellten den Bereich Chassis-Systeme vor und erläuterten das neue Testgelände sowie die Gründe für die Standortwahl.
Das neue Testzentrum bietet die Möglichkeit, die immer intensivere Entwicklung und Winterabstimmung moderner Fahrdynamiksysteme jetzt an einem Ort durchzuführen. Bislang waren Land- und Seestrecken räumlich getrennt und nur über öffentliche Straßen erreichbar. Die neuen Fahrstrecken mit zugehörigen Labors und Büroräumen wurden zusammengeführt und auf Vaitoudden gebaut, einer 4,2 Quadratkilometer großen Halbinsel 10 Kilometer nordwestlich von Arjeplog. Die Investitionssumme betrug rund 20 Millionen Euro. Bis zu 400 Ingenieure und Techniker des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis-Systeme sind während der Testsaison auf dem Areal tätig.
Die Teststrecken bieten spiegelglatte Fahrbahnen und Kreisflächen auf dem zugefrorenen See sowie einseitig vereiste Straßen auf Asphalt, aber auch verschneite Hänge mit unterschiedlichen Steigungsgraden. Die neue Anlage errichtete Bosch wiederum auf der Gemarkung der Gemeinde Arjeplog, auf der sich auch bisher die Winter-Teststrecken des Unternehmens befanden. Die Baumaßnahmen wurden zusammen mit dem lokalen Unternehmen Arjeplog Test Management (ATM) durchgeführt.
Bereits Anfang der 70er Jahre hat Bosch bei der Entwicklung des Antiblockiersystems ABS Wintererprobungen in Schweden durchgeführt, dessen 25-jähriges Jubiläum der Serieneinführung in diesem Jahr gefeiert wurde. Im Raum Arjeplog schließlich fanden die Entwickler auf den zugefrorenen Straßen und Seen für ihre Untersuchungen beste Voraussetzungen vor. Bei gleichbleibend tiefen Temperaturen ließen sich reproduzierbare Bedingungen schaffen, unter denen die Software des Sicherheitssystems Schritt für Schritt optimiert werden konnte. Moderne Sicherheitssysteme wie das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP erfordern heute umso mehr eine sehr präzise Abstimmung der Software auf sommerliche und winterliche Straßenverhältnisse. Nur so können sie ihr ganzes Sicherheitspotenzial ausspielen, um den Fahrzeuginsassen ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben. Die stabilisierende Wirkung des ESP hat ein sehr hohes Niveau erreicht, was Studien der Automobilhersteller DaimlerChrysler und Toyota bestätigen. Diesen Auswertungen zufolge kann der serienmäßige Einsatz des ESP die Anzahl der schweren Fahrunfälle um bis zu 50 Prozent reduzieren.
Bosch ist Innovations- und Marktführer bei Bremssystemen für Kraftfahrzeuge. Zusammen mit den Automobilherstellern hat das Unternehmen beispielsweise das Antiblockiersystem ABS und die Antriebsschlupfregelung ASR entwickelt. Auch die weltweite Einführung des Elektronischen Stabilitäts-Programms ESP, das durch die Regelung von Bremse und Motor hilft, Schleudervorgänge bereits im Ansatz zu verhindern, erfolgte durch Bosch. Seit der Markteinführung 1978 lieferte der Automobilausrüster mehr als 100 Millionen Bremsregelsysteme mit ABS-Funktion. Bei ESP wächst der Markt noch schneller: Seit seiner Einführung 1995 fertigte Bosch mehr als 10 Millionen dieser Systeme. Die Bosch-Gruppe beschäftigt in Schweden rund 940 Mitarbeiter. Sie ist hier mit vier Gesellschaften vertreten: Die Vertriebsgesellschaft Robert Bosch AB in Stockholm ist für den Vertrieb von Kraftfahrzeugerstausrüstung und Handelserzeugnissen auf dem schwedischen Markt zuständig. Bosch Rexroth AG mit Hauptsitz in Stockholm fertigt in drei schwedischen Werken Produkte der Pneumatik, Industriehydraulik und Montagetechnik. Außerdem sind die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, an der Bosch zu 50 Prozent beteiligt ist, sowie Bosch Sicherheitstechnik auf dem schwedischen Markt mit Vertriebsaktivitäten präsent.










