(openPR) Belgrad/München, 17. Juni 2009. In einem zweitägigen Besprechungsmarathon konnten die wesentlichen Grundsteine für eine Ausstellung mit Gemälden und Skizzen des serbischen Malers Leon Koen (1859/60 - 1934) in seiner Wahlheimat München gelegt werden. Das Kuratorenteam Dr. Martin H. Schmidt (Oberursel/Ts), Tijana Stojiljkovic (Belgrad) erhielten von den beiden Direktorinnen des Jüdischen historischen Museums in Belgrad, Vojislava Radovanovic und vom Nationalmuseum Belgrad, Dr. Tatjana Cvjeticanin, die Zusage jeweils 4 Gemälde bzw. Skizzen des jüdischen Malers als Leihgabe für eine Ausstellung in München zu erhalten.
So kann nach der ersten Präsentation der Werke Koens im Jahre 1935 in Belgrad und 2001 in der Jugoslavenska Galerija ebenfalls in Belgrad zuversichtlich auf eine kleine Werkschau in der Stadt gesehen werden, in der Koen seine Bilder entstehen ließ, in der bayerischen Hauptstadt München. Die Ausstellung soll im Herbst 2010 stattfinden, anlässlich des 150-jährigen Geburtstages des Malers.
Leon Koen wurde 1859 oder 1860 in Belgrads jüdischen Viertel Jalija (Dorcol) geboren, er siedelte 1884 nach München, studierte an der Akademie der Bildenden Künste, beteiligte sich an Kunstausstellungen und gewann mit seinem Gemälde "Josephs Traum" 1897 die Silbermedaille der Akademie; 1902 stellte er in der Phalanx-Ausstellung neben Kandinsky und anderen Größen seiner Zeit erfolgreich aus. Ein Nervenleiden zwang ihn wieder in seine Heimat zurückzugehen; 1934 verstarb er in Belgrad, auf dem dortigen Jüdischen Friedhof ist noch heute seine Grabstätte zu finden. Nur wenig ist über seine Person bekannt, das wesentliche Archivmaterial scheint in zwei Weltkriegen und durch andere Widrigkeiten verloren gegangen zu sein. Um so höher ist Beteiligung des Belgrader Kunsthistorikers Dr. Nikola Suiza an diesem Projekt zu schätzen, der seit 2 Jahrzehnten unermüdlich Informationsmaterial zusammenträgt und in seinen Artikeln und Filmen den Menschen Leon Koen und seine Zeit für uns wieder auferstehen lässt.
Mit der geplanten Ausstellung soll ein Lichtkegel auf die guten Beziehungen der beiden Länder Deutschland und Serbien gelegt werden, hier auf den Zeitraum von vor gut 100 Jahren. Der kulturelle Austausch und die gegenseitige Befruchtung kann und wird mithilfe von Kunstwerken dokumentiert. So werden Eigenständigkeit und Eigenart des jüdischen Malers deutlich, gleichzeitig wird aber auch die immense Kraft und regionale Eigenständigkeit des Münchner Zeitgeistes um 1900, die prägnanten und prägenden Handschriften der Münchner Künstler Hans von Marées, Franz von Stuck, Franz von Lehnbach, Arnold Böcklin deutlich.
Gemeinsam mit dem Generalsekretär der Serbischen Akademie der Wissenschaften und der Künste (SANU), Herrn Generalsekretär Dimitrije Stefanovic, entwickelte sich schließlich die Idee, mit der Ausstellung zu Leon Koen einen Startpunkt zu setzen und danach weitere serbische Künstler in München mit Ausstellungen zu präsentieren; Künstler, die zum einen in München studierten, zum anderen Mitglieder der SANU waren. So wird die Serbian Academy of Sciences and Arts bereits an der nun projektierten Folgeausstellung aktiv an der Vorbereitung und Durchführung teilnehmen.
Dr. Martin H. Schmidt
Oberursel, 22. Juni 2009












