(openPR) Welche Impulse enthält Lessings Klassiker „Nathan der Weise“ heute für den interreligiösen Dialog? Diese Frage steht im Mittelpunkt beim glanzvollen Abschluss der Aktion „Mehr Dialog: jetzt!“ am Sonntag, 28. Juni, ab 18 Uhr im Consol Theater in Gelsenkirchen.
140 Vertreter und Vertreterinnen der Kirche hatten sich im Herbst 2008 angesichts antiislamischer Tendenzen für eine Intensivierung des Dialogs zwischen den Religionen und Kulturen ausgesprochen. Die Aktion „Mehr Dialog: jetzt“ war damit ins Leben gerufen. In mehr als 50 Veranstaltungen im ganzen Land Nordhrein-Westfalen wurde das Motto in die Realität umgesetzt.
Die Theateraufführung mit anschließender Podiumsdiskussion zwischen einer Muslimin, einem Juden und einem Christen bildet den Höhepunkt und Abschluss dieser Reihe, zu dem unter anderem das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe e. V. mit Sitz in Dortmund, die Stadtakademie Bochum und andere Einrichtungen der Ev. Kirche von Westfalen einladen.
Das Theaterstück „Nathan – ein dramatisches Gedicht“ greift mit Lessings Ringparabel das wohl berühmteste Gleichnis für Toleranz auf. Das Consol Theater Gelsenkirchen hat die brisante Frage des religiösen Nebeneinanders und Miteinanders mit Blick auf heutige Probleme der Integration bearbeitet. Die Aufführung beginnt um 18 Uhr im Consol Theater, Bismarckstraße 240, in Gelsenkirchen-Bismarck.
An die etwa 75minütige Vorstellung schließt sich eine Podiumsdiskussion an. Neben Moderatorin Katharina von Bremen vom Institut für Kirche und Gesellschaft in Villigst werden prominente Gäste erwartet:
• Renan Demirkan, Schauspielerin und Schriftstellerin, Köln,
• Yehuda Almagor, Schauspieler und Dramaturg, Jerusalem und Arnsberg sowie
• Christian Scholze, Leitender Dramaturg am Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel.
Der Eintritt kostet zehn Euro. Karten können direkt beim Theater vorbestellt werden unter der Telefonnummer 0209-9882292.
Hintergrund-Informationen zur Ev. Initiative „Mehr Dialog: jetzt!“
„Der interkulturelle Dialog ist eine der spannendsten und wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit", so die Einschätzung von Antje Rösener, Theologische Studienleiterin des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks. „Denn nur gemeinsam können wir den großen Herausforderungen in der Welt begegnen: die Armut bekämpfen, Menschenrechte umsetzen, Frieden schaffen, die Umwelt und das Klima schützen“.
Die 140 Unterzeichner der Initiative sind sich darin einig gewesen, dass der Dialog auf Augenhöhe immer wieder neu gewagt werden muss, sei es auf der Straße, in der Schule oder auch den Kirchen und Gemeinden. „Wenn unsere Initiative dazu ermutigt hat, dann haben wir unser Ziel erreicht“, so Pfarrerin Antje Rösener.
Hintergrund-Informationen zum Theaterstück „Nathan“
Das Consol Theater schreibt zum Inhalt: „Jerusalem im Jahr 1189: Atempause vor dem nächsten Krieg. Juden, Christen und Muslime streiten um den einzig wahren Glauben. Sultan Saladin, der muslimische Herrscher über die Stadt, hält zwar Frieden innerhalb der Stadtmauern und lässt die anderen Religionen gewähren, doch die Christen rüsten zum nächsten Kreuzzug. Selbst das friedliche Nebeneinander der Religionen stellt die Menschen immer wieder vor schwierige Fragen: Darf ein Kreuzritter der Tochter eines jüdischen Kaufmanns das Leben retten? Darf der jüdische Kaufmann dem muslimischen Herrscher Geld für die leeren Kriegskassen leihen? Darf der Christ das Judenmädchen lieben? Darf der Jude den Muslimen Bruder sein? Und schließlich: Wer hat überhaupt den richtigen Glauben?“
Unter der Regie von Andrea Kramer wirken die Schauspieler Jennifer Ewert, Manuel Moser, Eric Rentmeister, Fabian Sattler und Florian Seigerschmidt mit.













