(openPR) Tag für Tag ist Dr. Thomas Kiefer mit den Folgen des Rauchens konfrontiert. Täglich sieht der Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie am Klinikum Konstanz und Koordinator des Lungenzentrums Bodensee Patienten, die durch aktives oder passives Rauchen schwer krank geworden sind. „Wer dieses Leid sieht, möchte dagegen kämpfen – nicht nur um den Patienten gegen dessen Krebs“, betont der Arzt. Er kämpft gemeinsam mit Lehrern dafür, dass junge Leute erst gar nicht der Sucht verfallen. Seit diesem Frühjahr lädt das Lungenzentrum Bodensee Schulklassen zu einem Suchtpräventionsprogramm an das Klinikum ein.
Dr. Kiefer setzt in dem zirka eineinhalbstündigen Programm auf Aufklärung, nicht auf Belehrungen und Schockierendes. Was passiert im Gehirn, wenn Rauchen zur Sucht wird? Warum sind gerade Jugendliche anfällig? Welche Folgen hat die Kombination Rauchen und Anti-Baby-Pille? Diese und weitere Fragen werden für die Jugendlichen verständlich beantwortet. Wann immer möglich, wird auch ein betroffener Patient den Schülern vorgestellt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieser persönliche Austausch für die Schüler besonders eindrücklich ist.
„Mit dem Angebot rennen wir offene Türen ein“, hat Christine Wizgall, die die Termine koordiniert, beobachtet. Innerhalb eines Vierteljahres haben bereits zehn Schulen an dem Programm teilgenommen, sogar aus Ochsenhausen bei Biberach kommen Klassen.
„Ein Arzt wirkt auf die Schüler viel überzeugender als der Lehrer, den sie schon lange kennen“, hat Kaja van Dijk beobachtet. Sie unterrichtet an der Ten-Brink-Realschule in Rielasingen-Worblingen und hat mit einer siebten Klasse das Info-Programm besucht. „Ich wusste nicht, dass eine Zigarette fast 600 Zusatzstoffe zum Tabak enthält. Das macht schon nachdenklich“, sagte ein 13-jähriger Schüler aus einer Konstanzer Klasse nach dem Besuch am Klinikum.
Täglich sterben rund 400 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens. „So viele Menschen passen in einen Jumbo-Jet. Jedem geht es nahe, wenn so ein Jumbo-Jet abstürzt – über die Rauchertoten spricht aber fast niemand“, sagt Kiefer während des Programms. Die Schüler werden nach dem Besuch des Programms sicher noch über sie sprechen.
Info:
Das Angebot richtet sich an Schüler aller Schularten im Alter von 12 bis 17 Jahren. Weitere Informationen sind erhältlich bei Christine Wizgall unter der Telefonnummer 07531/801-1901.









