(openPR) Köln, den 8. Juni 2009. Mehr als 50 Vertreter von deutschen Unternehmen, Wirtschaftsorganisationen, Forschungseinrichtungen und Branchenmedien informierten sich über den Markt der erneuerbaren Energien in Polen. Das Thema stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung der Industrie-und Handelskammer Frankfurt/Main und der Abteilung für Handel und Investitionen des Generalkonsulates RP in Köln, die kürzlich in Frankfurt statt gefunden hat.
Zur Eröffnung ging Jürgen Ratzinger, Geschäftsführer der IHK Frankfurt auf den allgemeinen Stand der deutsch-polnischen Wirtschaftszusammenarbeit ein. „Die Tatsache, dass Polen seinen Energiemarkt gemäß EU-Richtlinien neu strukturiert, eröffnet für Unternehmen und Investoren aus Deutschland neue Kooperationsmöglichkeiten“, so Jürgen Ratzinger.
Malgorzata Wejtko, Botschaftsrätin und Leiterin der Abteilung für Handel und Investitionen präsentierte die strategischen Richtlinien der Energiepolitik in Polen. Der Anteil der erneuerbaren Energien in der Gesamtenergiebilanz soll bis zum Jahr 2010 den Wert von 7,5 Prozent erreichen. Bis 2020 strebt Polen einen Anteil von 15 Prozent an und im Jahr 2030 soll ein Drittel der erzeugten Energiemenge aus erneuerbaren Quellen stammen. Diese Vorhaben erfordern zahlreiche Investitionen.
Derzeit erzielt Polen mit dem Einsatz erneuerbarer Energieressourcen eher Marginalwerte. Die Wasserkraftwerke steuern gerade mal 2,4 Prozent und andere erneuerbare Energiequellen einen halben Prozent zum Gesamtvolumen der produzierten Strommenge bei. Im Bereich der Wärmeerzeugung liefert lediglich die Biomasse mit rund 4 bis 5 Prozent der Gesamtwärmeerzeugung einen nennenswerten Beitrag. Für die zukünftigen Investitionsprojekte stellt Polen Landes- und EU-Mittel bereit.
Im einführenden Vortrag stellte Janusz Staroscik, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Komfort Consulting aus Warschau, die Marktstruktur im Bereich der erneuerbaren Energien in Polen vor. Staroscik informierte ausführlich über die Förderhilfen und besprach die Investitions- und Finanzierungsinstrumente, die im Rahmen des staatlichen und EU-geförderten Programms „Umweltfreundliche Energieinfrastruktur und Energieeffizienz“ bereit gestellt werden. Sein Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen und von einer lebhaften Diskussion begleitet.
Unter den Referenten begrüßten die Veranstalter außerdem zahlreiche Experten und Fachleute aus Polen, darunter Anna Poplawska-Oniszk vom Institut für Erneuerbare Energien in Warschau sowie Pawel Plachecki vom Amt für Regulierung der Energiewirtschaft in Warschau, die den Marktumfang und die rechtlichen Regelungen vorstellten. Michal Tomczyk vom Marschallamt Lodz und Rafal Wolski, Leiter der Abteilung für Internationale Zusammenarbeit und Standortmarketing im Marschallamt der Wojewodschaft Ermland-Masuren präsentierten die Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten in ihren Regionen. Über ihre bisherigen Erfahrungen im Bereich der erneuerbaren Energien berichteten außerdem Vertreter von deutschen und polnischen Unternehmen, darunter Wilfried Topp, Geschäftsführer RWE Renewables Polska, Torsten Warmbold von der Firma Aufwind Schmack GmbH sowie Jacek Barszcz, Geschäftsführer der Firma Wattsolar GmbH in Mönchengladbach.
Die einstimmige Meinung der Experten lautete, Biomasse, Solar- und Windenergie verfügen über das größte technische Potenzial in Polen. Auch die Geothermie dürfte aufgrund der landesweiten Vorkommen an geothermalen Wasserquellen eine größere Rolle spielen. Das Wissen über diese Energiequellen hat sich in den vergangenen Jahren rasant verbreitet. Die technologische Entwicklung schreitet ebenfalls voran. Die Umweltverträglichkeit der bei der Anwendung von erneuerbaren Energien rückt immer mehr in den Vordergrund.
Die Veranstaltung bot eine gute Gelegenheit, die Größenordnungen sowie die technischen und ökonomischen Marktperspektiven der erneuerbaren Energien in Polen kennen zu lernen. Aus erster Hand konnten sich die Teilnehmer über Vertriebschancen, Regulierungen des Energiemarktes sowie finanzielle Unterstützung und Förderinstrumente informieren. Mit großem Interesse wurden die Berichte über aktuelle Projekte und Aktivitäten von deutschen und polnischen Firmen in diesem Sektor aufgenommen. So informierte Wilfried Topp, RWE Renewables Polska, über die Windparkanlage „Suwalki“, die der Konzern im Nordosten Polens aufbaut. Die Anlage wird aus 18 Turbinen bestehen und jährlich 80 Millionen Kilowattstunden Strom liefern. Diese Energiemenge würde die Versorgung von 40.000 Haushalten ermöglichen. Bis zum Jahr 2015 hat das Unternehmen in Polen vor, Windparkanlagen mit der Gesamtkapazität von 300 Megawatt einzurichten.
Das Beispiel einer Biogasanlage stellte Torsten Warmbold, Aufwind Schmack GmbH aus Regensburg vor. Das Unternehmen begann Ende 2007 mit der Errichtung einer Biogasanlage in der Wojewodschaft Kujawsko-Pomorskie. Als Energiequelle werden organische Abfälle aus der Landwirtschaft und Brauereigewerbe verwendet. Die Anlage auf einer Gesamtfläche von 2,3 Hektar und mit der Kraft von 2,1 Megawatt wird Ende 2009 in Betrieb genommen.
Der anschließende rege Diskussionsaustausch zeigte in Frankfurt: Der Markt der erneuerbaren Energien in Polen ist für Firmen von diesseits und jenseits der Grenze ein gigantischer Markt der Zukunft.











