(openPR) Mitarbeiter des Instituts für Computergraphik der Technischen Universität Braunschweig haben ein Verfahren entwickelt, um aus historischen Fotoaufnahmen der Lunar-Orbiter-Mission hochaufgelöste Höhenkarten der gesamten Mondoberfläche zu rekonstruieren.
Pünktlich zum 40. Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung am 20. Juli 1969 haben Braunschweiger Informatiker ein detailliertes 3D-Modell der Umgebung rekonstruiert, wo die Astronauten der Apollo-15-Mission auf dem Mond gelandet sind.
Das Besondere daran: die erreichte Auflösung übertrifft bei weitem alle bisherigen Höhenmessungen, die nur wenig Details der Mondoberfläche aufzeigen können.
Das Rekonstruktionsverfahren basiert auf einem neuen Algorithmus. Dieser berechnet anhand von fünfzig Jahre alten Aufnahmen der Lunar-Orbiter-Mondmission den Winkel zwischen der Mondoberfläche und der Richtung des einfallenden Sonnenlichtes. Durch mathematische Integration entsteht anschließend eine vollständige Höhenkarte, deren Auflösung den verwendeten Bilddaten entspricht.
Dank der Mondspaziergänge der Astronauten sind zudem Fotos der Mondlandschaften in der Umgebung der Apollo-Landestellen verfügbar, anhand derer die Qualität des rekonstruierten Modells überprüft werden können. Die Fotomontage zeigt eine reale Fotografie der Mondlandefähre samt umliegender Gebirge in der rekonstruierten und computergraphisch modellierten Mondlandschaft.
Zur Zeit wird der Algorithmus weiter verbessert, um auch für Bilder geringerer Qualität zuverlässige Resultate zu liefern. Das ehrgeizige Ziel ist es, aus Bildern der Lunar-Orbiter-Mission, die damals noch auf konventionellem Film aufgenommen wurden und zur Planung der ersten Mondlandung dienten, eine detaillierte-Höhenkarte der gesamten Mondoberfläche zu erstellen. Die Daten sollen dazu dienen, einen drei Meter grossen Mondglobus mit Oberflächenrelief zu fertigen. Der Mondglobus wird eine der Hauptattraktionen werden im Lunar Observation Centre and Islamic Museum in Mekka, Saudi-Arabien.
Die Arbeit ist zur Veröffentlichung auf der renommierten Konferenz der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mustererkennung e.V. angenommen und wird im September in Jena vorgestellt werden.
An der Erstellung der Fotomontage beteiligt waren Institutsleiter Marcus Magnor und seine Mitarbeiter Stephan Wenger, Christian Lipski und Andreas Knoll.











