(openPR) Der bekannte Liedermacher vom Rhein hat seine erste Solo CD „… den Dingen ihren Lauf“ veröffentlicht.
Was der gebürtige Bopparder da abliefert, ist mehr als „Liedermacher“. Es ist Chanson, es ist durcharrangierte klasse Musik, es sind poetische und trotzdem geradlinige Texte und dabei passt zusammen, was zusammen gehört. Mal beschreibt Werner Rüdel, was in der Welt los ist, mal beschreibt er, was in ihm los ist. Mal politisch, mal melancholisch, aber immer ehrlich.
Auch zwei Instrumentalstücke sind auf dem Album zu finden, gefühlvoll interpretiert. Dadurch entsteht ein Zwischenraum, der dem Hörer Gelegenheit gibt, das gerade gehörte Revue passieren zu lassen.
Hier spürt man die Handschrift des Pianisten Ulrich Cleves, der die instrumentalen Stücke geschrieben und die gesamte CD durcharrangiert hat.
In einer Zeit, wo deutsche Texte als Hip Hop in Maschinengewehrmanier herunter gerattert werden, ist eine CD wie diese geradezu schön altmodisch. Man versteht noch was man hört. Und was man hört, gefällt. Ob Werner Rüdel uns mitnimmt „Unten am Fluss“ oder wir uns wieder erkennen in „Ich hab’s gelernt“. Ein Stück von uns besingt er, indem er von sich singt und man möchte mit ihm singen, wenn es heißt “Halt sie fest, die Zeit, halt sie an, dass dieser Augenblick nie mehr vergehen kann.“
Erhältlich ist die CD „… den Dingen ihren Lauf“ von Werner Rüdel unter www.diekleinkunstagentur.de
Interview
Herr Rüdel, wie lange haben Sie an Ihrer CD gearbeitet?
Der erste Text stammt aus den 80er Jahren, intensiv hat die Arbeit zwei Jahre gedauert. Von Studioterminen über Termine mit Profimusikern bis hin zu Nachbearbeitungen braucht die Produktion einer CD eben viel Zeit. Im Sommer 2007 wurden die ersten Aufnahmen gemacht, der letzte Schliff erfolgte im Herbst 2008. Ab dann war der Graphiker gefragt, der das Cover und das Booklet gestaltete. Als gelernter Photograph konnte ich ihm dazu natürlich einige meiner besten Aufnahmen an die Hand geben.
Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Arrangeur? Man hat ja eine bestimmte Vorstellung von seinen eigenen Liedern. Wie hat das harmoniert?
Ulrich Cleves bekam von mir die „Wanderklampfen-Versionen“ meiner Lieder und machte daraus diese wunderbaren Arrangements, die Sie auf der CD hören können. Da gab es keine großen Diskussionen mehr, für mich war Ulrich Cleves ein Glücksgriff.
Sind Liedermacher nicht aus der Mode?
Das kann ich nicht beurteilen, denn ich habe mich nie nach irgendeiner Mode gerichtet. Ob Liedermacher zurzeit „in“ sind, ist für mich nicht wichtig. Ich kann nur die Musik machen, die mir entspricht, die aus mir herauskommt. Und wenn Liedermacher altmodisch sein sollten, ich bin es gerne.
Sie schreiben ja auch die Lieder der Schüddel-Combo, wie schaffen Sie den Spagat zwischen rheinischen Stimmungsliedern und Chansons?
Das empfinde ich gar nicht als Spagat, denn ich komme aus der musikalischen Protest-Bewegung der 80er Jahre. In dieser Zeit trat auch die Schüddel-Combo zum ersten Mal auf und die Lieder waren ursprünglich Persiflagen auf die „Wein - Weib - Gesang“ Mentalität der Rheinländer. Wenn ich Lieder schreibe, kommen die Worte und die Melodie spontan, da lasse ich mich selber überraschen, ob es jetzt ein lustiges Mundartstück wird oder ein ernsthaftes Lied. Zunächst müssen die Lieder mir gefallen, wenn sie auch anderen Menschen gefallen, dann ist schon alles erreicht. Die Schnittmenge für beide Genres ist erstaunlich hoch.
Herr Rüdel, wann können wir sie live auf der Bühne erleben?
Noch für den Herbst 2009 ist eine Tour zunächst durch die Rhein-Hunsrück-Region geplant, die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben, auf der Webseite www.myspace.com/wernerruedel, in der regionalen Presse und natürlich auch auf www.watwo.de.
Vielen Dank, Herr Rüdel, für das Gespräch.
Das Interview führte Stefan Nick, www.watwo.de











