(openPR) weltwärts-Konferenz in Bonn: Deutsche Teilnehmer am Freiwilligendienst im Ausland sind hoch motiviert - und gelegentlich „unsensibel“
Bonn, den 29. Mai 2009 – Lob und Kritik für deutsche Teilnehmer beim „Freiwilligendienst im Ausland“ hatten die internationalen Partnerorganisationen der „weltwärts“-Konferenz in Bonn. „weltwärts“ ist ein neuer entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Junge Menschen können sich mit finanzieller Unterstützung für 6 bis 24 Monate ehrenamtlich in Entwicklungsländern engagieren. Das Programm wird unter anderem von der interkulturellen Austauschorganisation Experiment e.V. in Bonn und weiteren zivilgesellschaftlichen Entsendeorganisationen im partnerschaftlichen Dialog mit den Projektpartnern vor Ort durchgeführt.
Als Ausrichter der Konferenz lud Experiment e.V. vom 18. bis 21. Mai 2009 22 Teilnehmer aus Afrika, Asien und Lateinamerika in die Bundesstadt ein - für viele war es der erste Aufenthalt in Deutschland. Sie alle lobten einstimmig das großartige Engagement und die Motivation der freiwilligen Helfer. Beispielhaft wurde ein Projekt in Argentinien hervorgehoben. Während eines sechs Monate langen Aufenthaltes betreuten zwei junge Frauen 40 Kinder im Alter von 3 bis 9 Jahren und vermittelten wichtige Dinge des Alltags. Aus eigener Initiative renovierten die zwei ein leerstehendes Gebäude, handelten mit nahegelegenen Lebensmittelhändlern großzügige Konditionen aus und richteten eine kleine Suppenküche ein, in der die Kinder jeden Morgen ein nahrhaftes Frühstück erhalten. Das Projekt „La Casita del Quirquincho“ wurde so angelegt, dass eine Weiterführung gewährleistet ist.
Allerdings gab es auch kritische Stimmen. So seien die Deutschen gelegentlich „unsensibel“, „verwöhnt“ und auf eine gewisse Art sogar „intolerant“. „Wir möchten die Freiwilligen in unseren Dörfern als Gäste willkommen heißen, nicht als Missionare“, argumentierte eine Teilnehmerin aus dem südamerikanischen Raum. „Sie sollen unsere Kultur kennen lernen und nicht ihr Leben aus Deutschland importieren. Vor allem müssen sie akzeptieren, dass sie die Welt in wenigen Monaten nicht ändern können – vielleicht aber sich selbst“.
Abschließend bekam das Programm von allen Teilnehmern sehr gute Noten. Bettina Wiedmann, Geschäftsführerin von „Experiment e.V.“ fasste zusammen: „’weltwärts’ ist ein wichtiger internationaler Beitrag zu Verständigung, Achtung und Toleranz. Das Programm bereitet auf die sensiblen globalen Zusammenhänge vor, von denen letztlich wir alle abhängig sind“.
Weitere Informationen zu „weltwärts“ unter www.weltwärts.de und www.experiment-ev.de.











