(openPR) „Verordnung, Abrechnung und Versorgung von Kompressionsbehelfen bei Lymphödem“ lautete der Titel eines Workshops, den die eurocom Sektion Österreich auf der diesjährigen Lymphologica in Klagenfurt durchführte. Rund zwanzig Interessierte waren der Einladung gefolgt, drei Referentinnen standen zu dem Thema Rede und Antwort.
Den Anfang machte Frau Professor Dr. Etelka Földi, Vorstandsmitglied der Gesellschaft deutschsprachiger Lymphologen (GDL). Sie erläuterte zunächst anschaulich, wie das Lymphgefäßsystem aufgebaut ist und welche Folgen eine Erkrankung haben kann. Die unterschiedlichen Ausprägungen des Lymphödems zeigte sie anhand einiger aussagekräftiger Bilder von Patienten ihrer Klinik. Den Schwerpunkt ihres Vortrages legte Frau Professor Földi auf die Behandlung des Lymphödems. Sie betonte, dass nur die Kombination aus manueller Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Hautpflege und Bewegungstherapie Aussicht auf Erfolg hat. Wichtigster Behandlungsbaustein ist dabei die Kompressionstherapie. In der ersten Behandlungsphase, der so genannten Entstauungsphase, werden Kompressionsbandagen benutzt. In der Erhaltungsphase wird dann auf medizinische Kompressionsstrümpfe gewechselt. Frau Professor Földi unterstrich in diesem Zusammenhang, dass für Lymphödempatienten nur flachgestrickte, nach Maß angefertigte Kompressionsstrümpfe in Frage kämen.
Warum das so ist, erklärte im zweite Vortrag Claudia Skopek, Bandagistin der Firma bständig aus Wien. Sie wies darauf hin, dass es beim Flachstrickverfahren möglich sei, Maschen zu- oder abzunehmen und die Form des Strumpfes dadurch auf alle existierenden Umfangsvariationen abzustimmen. So würde auch bei extremen Ödemformen ein optimaler Druckverlauf ermöglicht. Außerdem besäßen flachgestrickte Kompressionsstrümpfe einen wesentlich höheren Arbeitsdruck als Rundstrickprodukte, was für die Behandlung von Lymphödemen notwendig sei. Die Gefahr einer Reödematisierung würde dadurch deutlich verringert. Hinzu käme, dass flachgestrickte Kompressionsstrümpfe formstabiler seien. Sie legten sich nicht in die Hautfalten von Ödempatienten, unerwünschte Einschnürungen würden verhindert. Der Massageeffekt, den die gröbere Struktur der flachgestrickten Produkte auf das subkutane Bindegewebe auslöse, habe außerdem einen positiven Einfluss auf die Kontraktion der Lymphgefäße.
Den Aufbau des Sozialversicherungssystems in Österreich und die Vergütungsstruktur für Kompressionsbehelfe für Lymphödempatienten erläuterte abschließend Andrea Fink, bei der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau für Hilfsmittel zuständig. Für Kompressionsbehelfe wie auch für andere Hilfsmittel müssten österreichische Patienten derzeit einen Selbstbehalt von 26,80 Euro leisten. Die Krankenkassen erstatteten die Kosten für Kompressionsbehelfe auf Grundlage der mit den Bandagisten- und Orthopädietechniker-Betrieben ausgehandelten Verträge. Bei Maßversorgungen, wie sie in bei der Behandlung von Lymphödempatienten obligatorisch seien, müsse zusammen mit der ärztlichen Verordnung ein Kostenvoranschlag bei der Kasse eingereicht werden.
Die Powerpoint-Präsentationen der Referentinnen des eurocom-Workshops können über die Internetseite unter www.eurocom-info.de (Presse/Pressemitteilungen) herunter geladen werden.










