(openPR) Ländlich strukturierte Gemeinden stehen zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen gegenüber. Gerade für sie ist eine gezielte Gemeindeentwicklung unabdingbar.
Städte und Gemeinden werden sich in Hinkunft intensiver und professioneller um ihre Standort- und Gemeindeentwicklung kümmern müssen. Dies gilt nicht nur für große Kommunen, sondern gleichermaßen auch für kleinere Gemeinden. Gerade sie stehen vielfach unter großem Druck, ihre Zukunft gut und nachhaltig zu gestalten. Genauso wenig wie kleine Unternehmen unter Berufung auf ihre Größe auf eine planmäßige Unternehmensentwicklung verzichten können, genauso wenig dürfen kleine Gemeinden ihre künftige Entwicklung dem Zufall überlassen und in „verwaltender Weise“ davon ausgehen, dass alles von einer „übergeordneten lenkenden Hand“ wie von selbst erledigt wird.
Ländliche und kleine Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen
Vor allem die ländlich strukturierten Kommunen in Österreich stehen vor großen Herausforderungen. So stellt die kommunale Wirtschafts- und Finanzkraft für viele Gemeinden ein kontinuierliches Problemfeld dar. Ohne wirtschaftliche Aktivitäten – zumindest im mittelbaren kommunalen Umfeld - verlieren Kommunen ihre Attraktivität und Anziehungskraft und mutieren, wenn überhaupt, zu reinen Schlafgemeinden oder „sie rinnen einfach aus“. Sie müssen über eine geordnete Einwohnerentwicklung dafür Sorge tragen, dass ihre Gemeinde nicht „untergeht“. Dies umso mehr, als die demografische Entwicklung der kommenden Jahre und die Flucht von jungen Menschen in urbanisierte Räume eine Überalterung von ländlich strukturierten Gemeinden befürchten lässt. Es gilt die Sicherung von leistbarem Wohnraum für junge Menschen und Familien aber auch den Zuzug von Jungfamilien gezielt zu forcieren und die Gemeinde mit der dazu notwendigen Infrastruktur als Wohn- und Lebensraum zu positionieren. Daneben steigt aber auch der Anspruch, den die Bürger an umfassende und qualitativ immer hochwertigere kommunale Dienstleistungen und Betreuung haben. Alle diese Themenbereich und Handlungsfelder sind letztlich miteinander verbunden und bedingen einander. Sie bedingen vor allem jedoch eine andere und professionellere Herangehensweise im Sinne einer gesamthaften und nachhaltigen Gemeinde- und Standortentwicklung.
Gemeindeentwicklung unter Miteinbezug der Bürger
Sulzberg, eine 1800-Einwohner-Gemeinde an der Grenze zu Deutschland im Bregenzerwald, hat sich 2007 zu einem derartigen Prozess entschieden. Einem Prozess, der die künftige Entwicklung der Gemeinde selbst in die Hand nimmt und die Richtung, in die sich die Gemeinde entwickeln kann und soll, klar festlegt. „Inzwischen ist viel passiert“ berichtet Bürgermeister Helmut Blank. „Das Wichtigste war, dass wir die Bürger weitest möglich mit einbezogen haben“ ist Blank überzeugt. Ausgehend von einer Aufnahme der Ist-Situation wurden in einem vom ISK Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung begleiteten Prozess die Stärken und Potentiale, die künftigen Ziele und darauf aufbauend ein Entwicklungsleitrahmen erarbeitet. Im Rahmen von vier Workshops mit engagierten Bürgern wurden die Grundlagen erarbeitet und dann im Zuge einer offenen Bürgerpräsentation diskutiert und weiter verfeinert.
Kommunaler Masterplan
Aus einer Vielzahl von Themen wurden am Schluss acht Handlungsfelder verabschiedet, welche die Schwerpunkte der künftigen Gemeindeentwicklung darstellen. Dabei ist wichtig, dass am Ende eines derartigen Prozesses nicht nur ein Konzept steht, sondern ein ausführlicher Maßnahmen- und Aktionsplan der klar vorgibt, was von wem und mit welchen Mitteln bis wann zu tun ist. Inzwischen sind in Sulzberg schon eine Vielzahl von Maßnahmen gestartet worden. „Mich muss keiner mehr fragen, was ich hier im Gemeindeamt tue,“ bemerkt Bürgermeister Blank, „denn wir haben einen breit abgestimmten kommunalen Masterplan mit klaren Zielen und definierten Handlungsfeldern, die festlegen wohin und wie sich unsere Gemeinde entwickeln soll.“











